Neunjährige Werdohlerin gewinnt „Jugend musiziert“

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Elisabeth liebt das Klavierspielen.

WERDOHL - „So genau weiß ich noch nicht, was ich mal werden möchte“, sagt Elisabeth und lächelt ein wenig verlegen. Eines weiß die Neunjährige aber ganz genau: Ein Leben ohne Musik, ohne Klavier, kann sie sich nicht vorstellen.

Von Carla Witt

Elisabeth Kogan hat jetzt zum zweiten Mal hintereinander den Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen. Bereits im Alter von sechs Jahren nahm sie zum ersten Mal teil. Der Unterricht bei ihrer Klavierlehrerin Aleksandra Diamantaki hatte damals kurz zuvor begonnen. „Als sie eingeschult wurde hat sie so richtig angefangen,“ erzählt Elisabeths Mutter Inna Kogan, selbst freiberufliche Klavier- und Geigenlehrerin.

Am Klavier saß das Nachwuchstalent aber schon früher: „Sie war vier Jahre alt, als ihr ein anderes Kind am Keyboard ‘Alle meine Entchen“ vorspielte’, weiß Inna Kogan noch ganz genau. „Das wollte Elisabeth unbedingt auch lernen.“ Da im Hause Kogan aber kein Keyboard, sondern ein Klavier zur Verfügung stand, übte die Vierjährige das Kinderlied an diesem Instrument – und war auf Anhieb fasziniert von seinem Klang. Fortan setzte sich Elisabeth regelmäßig ans Klavier.

Inna Kogan ist natürlich hocherfreut, dass Elisabeth das Klavierspielen im Blut liegt. „Aber sie soll auf jeden Fall eine ganz normale Kindheit haben,“ betont sie. Niemand solle denken, dass Elisabeth täglich zwei Stunden oder länger üben müsse. „Höchstens eine halbe Stunde, aber dafür auch wirklich jeden Tag.“ Das junge Talent nickt. „Klavierspielen ist auch nicht mein einziges Hobby.“ Elisabeth Kogan ist eine Judoka, sie besucht einen Malkursus – und hat noch eine weitere große Leidenschaft: die Pferde. „Ich gehe reiten,“ verrät sie und strahlt.

Dennoch: Auf ihr Können ist die Viertklässlerin – Elisabeth besucht die Grundschule St. Michael – natürlich auch zu Recht stolz. Kürzlich hatte sie Gelegenheit, ihren Mitschülern vorzuspielen. „Einer meinte, ich wäre eine Profimusikerin,“ freut sich Elisabeth. Und obwohl sie – wie die meisten Viertklässler – gerne mal Pop hört, schlägt ihr Herz auch für die Klassik. „Ich mag Kabalewski. Seine Stücke spiele ich besonders gern,“ verrät das junge Mädchen.

Ziele hat sie sich am Klavier natürlich ebenfalls gesetzt. „Wenn ich 16 oder 17 Jahre alt bin, dann möchte ich richtig gut Chopin spielen können,“ sagt sie – und fügt schnell hinzu: „Vielleicht auch schon, wenn ich zwölf bin.“ Wer hört, mit welcher Leidenschaft Elisabeth die Tasten anschlägt, hegt keinen Zweifel daran, dass sie ihr Ziel erreichen wird. Ob sie dann tatsächlich einmal Profimusikern wird, steht noch in den Sternen. „Das ist kein leichter Weg und kein einfaches Leben,“ sagt ihre Mutter Inna Kogan aus eigener Erfahrung. „Aber wenn Elisabeth es wirklich will, dann soll sie es trotzdem wagen.“

Bis es soweit ist, wird die junge Werdohlerin noch viele Stunden üben. Oft auf dem Klavier, auf dem auch die Schülerinnen und Schüler ihrer Mutter lernen: im ehemaligen Friseursalon an der Feldstraße, in dem noch Frisiertische und große Spiegel an vergangene Zeiten erinnern, und dem Raum eine ganz besondere Atmosphäre verleihen.

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