Sicherungspflicht für Ruine

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Die Stadt hat einen Metallzaun um die Brandruine Am Holte aufgestellt. ▪

WERDOHL ▪ In der Nacht zum 30. Oktober 2011 brannte das leerstehende Haus Am Holte 1 trotz eines Großeinsatzes der Feuerwehr weitgehend aus. Neun Monate später steht die Brandruine immer noch unverändert – lediglich ein Metallzaun verhindert, dass jemand auf das Grundstück vordringen kann.

„Das ist kein schöner Anblick, aber mehr als die Sicherheit gewährleisten, kann ich zurzeit nicht“, sagt Peter Erwig von der Abteilung Bauen und Planen der Stadt Werdohl. „Wir werden tätig, wenn wir den Eindruck haben, da könnten mal wieder zwei, drei Ziegel fallen.“ Um das Objekt im Blick zu behalten, sei die Bauaufsicht der Stadt regelmäßig vor Ort. Vom Eigentümer könne die Stadt lediglich erwarten, dass dieser die Öffentlichkeit vor den vorhandenen Gefahren schütze. „Was geschieht aber zu dem Zeitpunkt, an dem der vorhandene Zaun nicht mehr ausreicht, um ungebetene Besucher auszuschließen?“ Das Betreten der Brandruine sei möglicherweise lebensgefährlich: „Es kann Ihnen passieren, dass Sie durch die Decke fallen.“

Gespräche mit dem Eigentümer über die Zukunft des Gebäudes und des Grundstückes seien im Sande verlaufen, erzählt Peter Erwig. Die Person lebe in einem anderen Bundesland und gehe nach einem vorangegangenen Zwangsversteigerungsverfahren offensichtlich davon aus, dass ihr die Immobilie nicht mehr gehöre. Das jedoch entspreche wohl nicht den Fakten: „Wir haben keine Hinweise, dass die Immobilie unter Zwangsverwaltung steht.“ In dieser Situation sei es völlig ungewiss, wie es mit der Ruine weitergehe: „Der Eigentümer hat nicht signalisiert, dass er das Gebäude wieder aufbauen will.“

Für Peter Erwig ist die Brandruine kein Einzelfall: „In diesem Zustand haben wir mehrere Objekte in Werdohl.“ Zumeist nach gescheiterten Zwangsversteigerungen gäben Hausbesitzer immer wieder die Hoffnung auf, dass sie die ihnen gehörige Immobilie in ihrem Leben noch auf Vordermann bringen könnten.

Der Stadt seien bis auf die Frage der zu gewährleistenden Sicherungspflicht die Hände gebunden: „Wenn ich als Ordnungsbehörde ein gefährliches Bauteil von einem solchen Gebäude entferne, müsste ich es theoretisch einlagern.“ Denn es ist ja nicht völlig auszuschließen, dass der Besitzer in einer unbestimmten Zukunft noch einmal Gebrauch machen wird von seinem Eigentum.

Die intensive Suche nach der Brandursache Am Holte 1 blieb trotz der Beteiligung des Landeskriminalamtes übrigens ohne Ergebnis: „Mir ist nicht bekannt, dass jemand verhaftet wurde.“ von Thomas Krumm

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