Planer stellt Ideen vor

Neugestaltung der Lennepromenade: Weniger Arbeit, mehr Erholung

Planer Hans-Joachim Berger zeigt den Ausschussmitgliedern unter der Vosslohbrücke, an welcher Stelle man ein Bahngleis entfernen könnte, damit mehr Licht auf den Rad- und Gehweg fällt.
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Planer Hans-Joachim Berger zeigt den Ausschussmitgliedern unter der Vosslohbrücke, an welcher Stelle man ein Bahngleis entfernen könnte, damit mehr Licht auf den Rad- und Gehweg fällt.

Ginge es nach den Ideen des Planungsbüros, das die Stadt mit der Überplanung der Lennepromenade zwischen Rathaus und Ütterlingser Brücke beauftragt hat, würde sich das Aussehen des beliebten Rad- und Spazierwegs am Fluss bald gehörig verändern.

Aber darüber ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, und auch die Politik in Werdohl möchte noch mitreden.

Am Dienstag verschafften sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (Ustea) bei einer „mobilen Sitzung“ einen Überblick über das, was sie bisher nur vom Papier kannten. Planer Hans-Joachim Berger erläuterte ihnen vor Ort, wie die Promenade nach seinen Vorstellungen zu einem Ort der Erholung werden soll.

Gelände soll „aufgeräumter“ erscheinen

Demnach soll das Gelände in weiten Teilen „aufgeräumter“ erscheinen. Es gehe darum, die Pflege der Grünanlagen zu vereinfachen, indem größere Freiflächen geschaffen und beispielsweise die Kunstobjekte, aber auch Anpflanzungen auf einige Punkte konzentriert werden, erklärte Berger. An mehreren Stellen möchte der Planer neue Zugänge zum Fluss schaffen. Dazu sollen auch mehrere Buhnen dienen, die im Bereich des Spielplatzes einige Meter in den Fluss hineinreichen könnten.

Während die Neugestaltung der Lennepromenade zwischen Rathaus und dem Beginn der renaturierten Soppe mit eher kleinen Maßnahmen vorgenommen werden könnte, schlägt der Landschaftsplaner, der in Werdohl auch schon die Ideen für den Westpark geliefert hat, für den weiteren Verlauf größere Korrekturen vor.

Totes Bahngleis könnte entfernt werden

Der Maßnahmenkatalog reicht von der Entfernung eines toten Bahngleises aus der Vosslohbrücke, um mehr Licht auf den darunter verlaufenen Weg fallen zu lassen, bis zur Umnutzung der bis jetzt in Versevörde stehenden Diesel-Lokomotive zum bespielbaren Element im Bereich des Tunnelportals an der Altenaer Straße.

Hans-Joachim Berger erklärt den Ausschussmitgliedern, wie er sich die Gestaltung der Lennepromenade vorstellt.

Besonders angetan haben es dem Planer die Bereiche an der Soppe-Mündung und an den Kletterfelsen. „Die liegt im Dornröschenschlaf und müsste wachgeküsst werden“, sagte Berger über die Stelle, wo die Soppe in die Lenne zurückfließt. Gelingen soll das nach seinen Vorstellungen mit einer Plattform, deren Gestaltung an einen Schiffsrumpf erinnern soll. Der Bereich sei auch ideal für ein öffentliches Toilettenhäuschen. Das wünscht sich nicht nur der Bürgerstammtisch schon lange für die Sportler an den Kletterfelsen und der Boule-Anlage.

Anlagen sollen aufgepeppt werden

Apropos: Beide Anlagen sollten nach dem Vorschlag des Landschaftsplaners aufgepeppt werden: mit neuen Sitzmöbeln und einer Schutzhütte, mit mediterranen Bäumen und blütenreichen Wiesenstreifen. Mit einer pfiffigen Idee möchte Berger die mit Rippelmarken versehenen Felsplatten in den Blickpunkt rücken. Berger bezeichnet diese besondere Felsstruktur auch als „fossiles Watt“, weil sich dort tatsächlich die Struktur eines frühzeitlichen Küstenbereichs erhalten hat. Darauf, meinte er, könne man durch typische Wattbewohner wie Herzmuschel, Strandkrabbe und Scholle aus Messing hinweisen, die an den Felsen angebracht werden könnten.

Die Ausschussmitglieder waren von den vielen großen und kleinen Ideen des Landschaftsplaners sichtlich angetan. Nur für seinen Vorschlag, den großen Parkplatz an der Goethestraße in eine Grünanlage zu verwandeln, erhielt Berger keinen Beifall. Außerdem vermissten einige Politiker eine Idee für eine Gastronomie.

Politik spricht von einem „runden Konzept“

„Das ist ein insgesamt rundes Konzept. Wenn die Umsetzung mithilfe von Fördermitteln gelingt, wäre das eine enorme Bereicherung und Attraktivitätssteigerung für die Stadt“, fasste der Ausschussvorsitzende Jürgen Henke (SPD) dennoch zusammen. Damit brachte er auch zum Ausdruck, dass zwischen Wunsch und Wirklichkeit an der Lennepromenade derzeit noch eine große Lücke klafft. Denn wann und vor allem wie die vorgeschlagenen Maßnahmen finanziert werden sollen, ist noch völlig offen.

Die Stadt ist auf der Suche nach Förderprogrammen, mit deren Hilfe das Maßnahmenpaket bezahlt werden könnte.

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