Neues Rückhaltebecken soll für sauberen Bach sorgen

WERDOHL ▪ Es ist so groß wie ein halbes Fußballfeld und fasst rund 6000 Kubikmeter Wasser: Das neue Regenrückhaltebecken auf dem Gelände des Cemex-Steinbruchs in Kleinhammer soll ab November dafür sorgen, dass kein Steinstaub mehr in den Solmbecker Bach gelangt. Von Carla Witt

„Bereits vor zwei Jahren haben wir während des Dorffestes in Kleinhammer die Planung für das Becken vorgestellt“, stellt Wolfgang Wagner fest. Kürzlich sind die ersten Sprengarbeiten für das 60 mal 25 Meter große und vier Meter tiefe Becken durchgeführt worden. „Das neue Regenrückhaltebecken ist nicht nur deutlich größer als das alte, sondern mitten im Steinbruch und nicht mehr in Straßennähe“, erklärt der Technische Leiter für den Bereich Mineralische Rohstoffe NRW der Cemex Kies & Splitt GmbH.

Im Steinbruch Ambrock bei Hagen habe man sehr gute Erfahrungen mit dem Becken gemacht. Ein Graben rund um das Becken, in dem das Wasser drei Mal gefiltert werde, diene als Wasserfang. „Es wird uns dann möglich sein, das Wasser kontrolliert und mengenreduziert der Solmbecke zuzuführen“, sagt Wagner. Rund 250 000 Euro investiere das Unternehmen in die neue Anlage – freiwillig, wie Wagner betont: „Wir haben den Bau des Beckens selbst bei der Behörde beantragt.“

Grundsätzlich lege die Firma Cemex Wert auf ein gutes Miteinander mit der Bevölkerung. Deshalb habe man 2008 eine gute Million Euro in die Entstaubungsanlage investiert. „Seitdem sind die Werte, die sich aber immer innerhalb der zulässigen Höchstgrenzen bewegt haben, wesentlich zurückgegangen. Das bescheinigen uns auch die Behörden“, spricht Wagner das bekannte „Staubproblem“ an. Die Straßen innerhalb des Steinbruchgeländes würden regelmäßig mit Wasser besprüht, eine Kehrmaschine sorge für die Reinigungen der Landstraße bis Kleinhammer. Dennoch gebe es natürlich „neuralgische Punkte“ innerhalb des Werkes. Wagner: „Wenn Stein aus dem Fels geschlagen wird, dann staubt es.“

Auch bezüglich der Lärm-emmission, die beim Beladen der Lastwagen durch Radlader entsteht, nehme das Unternehmen Rücksicht auf die Dorfbewohner in Kleinhammer. „Theoretisch dürften wir abends bis 22 Uhr und auch samstags arbeiten“, stellt Andreas Richter fest. Im Steinbruch sei aber um 18 Uhr Feierabend und samstags würden keine Gewinnungsarbeiten durchgeführt, erklärt der Cemex-Projektleiter Lagerstätten, Genehmigungen und Umweltschutz. Wolfgang Wagner sicherte außerdem zu, dass die Beladung der Lastwagen innerhalb des Steinbruchs künftig frühestens um 7.30 Uhr beginne.

Verständlich sei, dass sich die Dorfbewohner über Lastwagenfahrer ärgern würden, die zu schnell unterwegs seien. „Allerdings haben wir keinen direkten Einfluss auf die Fahrer von Speditionen und Fremdunternehmen“, stellt Wagner fest und betont: „Die Polizei muss verstärkt Kontrollen durchführen.“ Allerdings habe Cemex einen Aktionstag gemeinsam mit den Spediteuren, den Lastwagenfahrern und der Polizei vorgeschlagen. Wagner: „Wir haben ganz sicher kein Interesse daran, dass einer der Fahrer einen Unfall in Kleinhammer verursacht – auch wenn wir dafür nicht verantwortlich sind.“ Schließlich werde der Steinbruch schon seit über 50 Jahren betrieben. Richter: „Und das Geschäft soll noch mindestens 20 Jahren andauern. Deshalb ist es uns ganz wichtig, dass es keine Probleme gibt.“

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