Neues Rohr im alten Rohr

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Der Schlauch aus Polyesterharzen wird in den zu sanierenden Kanal eingezogen. ▪

WERDOHL ▪ Ein Rohr ins Rohr zogen am Montag Mitarbeiter einer Kanalsanierungs-Firma in der Vorwerkstraße ein. „Dadurch wird die Lebensdauer des Kanals verlängert“, erklärte Joseph Beier, technischer Geschäftsführer der Werdohler Stadtwerke, die Hintergründe für diese Maßnahme.

Werden am Rohrsystem Schäden festgestellt, die Kanalkonstruktion an sich ist aber noch in Ordnung, kann das so genannte Inliner-Verfahren zum Einsatz kommen. Allerdings eignet sich diese Sanierungsmaßnahme nicht für alle Kanalrohre. „Bei größeren Durchmessern funktioniert das nicht mehr“, weiß Beier. Doch in der Vorwerkstraße haben die Kanalrohre einen Durchmesser von 30 Zentimetern – und das ist klein genug.

Beim Inliner-Verfahren wird ein Schlauch aus ungesättigten Polyesterharzen in das Rohrsystem mittels Druckluft eingestülpt. „Zunächst wurde ein Stahlseil durch den Kanal gespült, das den Schlauch einzieht“, erklärte Diplom-Ingenieur Thomas Scheiff vom ausführenden Kanalsanierungs-Unternehmen. Zuvor hatten die Männer einen Roboter durch das Rohr fahren lassen. In diesem ersten Arbeitsschritt werden Ablagerungen entfernt und festgestellt, wo die Kanalrohre nicht mehr nahtgenau miteinander verbunden sind. Bevor der Schlauch eingezogen wird, werden die Zuläufe zu den Hausanschlüssen für kurze Zeit versiegelt. Eine Hutprofil-Manschette wird eingesetzt, damit die Zuläufe später wasserdicht mit dem neuen Rohr verbunden sind.

Nachdem der Schlauch mit Druckluft soweit aufgepumpt wurde, dass er die alte Rohrwand auskleidet, fährt eine so genannte „Lichterkette“ die Röhre ab – „Das UV-Licht bewirkt, dass das Material aushärtet“, so Thomas Scheiff. Etwa eineinhalb Stunden dauert dieser Vorgang, bis schließlich ein weiterer computergesteuerter Roboter in das Rohr hinabgelassen wird, um die zuvor abgedichteten Hausanschlüsse wieder frei zu fräsen.

Das Inliner-Verfahren verhindert nicht nur, dass bei einer Kanalsanierung die Straße aufgebrochen werden muss – es wirkt sich zudem positiv auf die Stadtkasse aus. „Es kostet etwa halb so viel“, sagt Joseph Beier. ▪ sr

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