Neues Konzept für Erste Hilfe

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Hans-Jürgen Krawietz und Helga Dörk haben gleich mehrere Puppen zur Verfügung, an denen die Erste-Hilfe-Kursteilnehmer die Mund-zu-Mund-Beatmung üben können.

Werdohl - Die erfolgreiche Arbeit des Malteser Hilfsdienstes lässt sich auch in Zahlen belegen. Nach Auswertung der statistischen Unterlagen für das vergangene Jahr konnte Hans-Jürgen Krawietz, der Kreisbeauftragte der Malteser im Märkischen Südkreis, eine aus seiner Sicht „faustdicke Überraschung“ präsentieren. Immerhin 947 Menschen sind durch den hiesigen MHD im Berichtszeitraum in Erster Hilfe ausgebildet worden.

„Das sind so viele wie noch nie zuvor“, freute sich Krawietz und schob nach: „Das ist eine Steigerung um 30 Prozent im Vergleich zu 2013.“ Man habe an der 1000er-Marke gekratzt und wolle diese Schallmauer natürlich am Ende des laufenden Jahres durchbrechen.

Erklärtes Ziel bleibt für Hans-Jürgen Krawietz und sein Team: Möglichst viele Menschen dazu auszubilden, „anderen in einem lebensbedrohlichen Notfall effektiv helfen zu können, bis der Rettungswagen eintrifft.“ Ein Anliegen, das bei der Gründung der Malteser-Dienststelle an der Kirchstraße in Eveking im Jahr 1988 ganz oben auf der Agenda stand und nach wie vor Gültigkeit hat. Dieser Rekord 2014 wirke „wie eine Belohnung für 25 Jahre Erste-Hilfe-Ausbildung in Werdohl für den gesamten südlichen Kreis.

Dass nun am Ende dieses Jahres der bisherige Rekord geknackt werden kann – da ist sich Krawietz absolut sicher. Immerhin findet im April so etwas wie eine Revolution der Ausbildung statt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), in der der Arbeiter-Samariter-Bund, die DLRG, das DRK, die Johanniter-Unfall-Hilfe und eben auch die Malteser zusammengeschlossen sind, „hat ein grundlegend neues Ausbildungskonzept erarbeitet“, so der MHD-Kreisbeauftragte. Es sei mit Notfallmedizinern und Pädagogen sowie mit den Berufsgenossenschaften abgestimmt.

Unter dem Strich: Die Erste-Hilfe-Ausbildung wird praktischer und insgesamt zeitlich gerafft. Bisher war ein Kursus auf zwei Tage ausgelegt, jetzt soll die Materie an einem Tag vermittelt werden. Reagiert wurde damit bei der BAGEH auf die Kritik, das bisherige System sei zu langatmig. Damit komme man den Teilnehmern einerseits und den Arbeitgebern andererseits entgegen, beschrieb Hans-Jürgen Krawietz die Situation.

Was rette wirklich Menschenleben und was könne der Ersthelfer tatsächlich tun? Diese Frage bleibe auch bei der Kurs-Konzentration auf einen Tag die einzige und wesentliche Frage. So heißt es denn in Zukunft: Ein Tag, mit dem man Leben retten kann. Eine Losung, die auch von Helga Dörk unterstrichen wird. Sie ist die Ausbildungsleiterin bei den Maltesern. Bereits nach der ersten Doppelstunde, so sagt sie, „beherrschen die Teilnehmer zukünftig die Herzmassage“. Damit werde aus ihrer Sicht eine wesentliche Fähigkeit, Leben zu retten, direkt zu Beginn des Kurses vermittelt. Alle wichtigen Themen – beispielsweise vom Druckverband über die Seitenlage bis hin zur Mund-zu-Mund-Beatmung – bleiben bei den verkürzten Kursen erhalten. Insgesamt Maßnahmen, die im Notfall Leben erhalten können. „Nach wie vor vermitteln wir unseren Kursteilnehmern Sicherheit und Handlungskompetenz bei ihren jeweiligen Rettungsaktionen“, so Hans-Jürgen Krawietz.

Wichtig sei, so der Kreisbeauftragte, dass die erworbenen Erste-Hilfe-Kenntnisse alle zwei Jahre aufgefrischt werden. Ebenso wichtig sei es, einen Kursus bei den Maltesern zu belegen und damit ein potentieller Lebensretter zu werden. Die Formel, die an der Kirchstraße Gültigkeit hat: Es gibt nur einen Fehler im Notfall – nichts zu tun. Darauf sollte man es laut Helga Dörk nicht ankommen lassen.

Das neue Kurskonzept wird ab 18. April umgesetzt. Dann beginnt ab 9 Uhr im Malteserhaus in Eveking der neue, jetzt nur noch eintägige Lehrgang. Anmeldungen (und weitere Informationen) sind unter der Rufnummer 0 23 92/97 20 20 oder per E-Mail an service@malteser-mk.de möglich. Übrigens: Nach wie vor führen die Malteser unter der Leitung von Yvonne Beyer auch Kurse in Kindergärten durch. Dort wird vermittelt, wie ein Notruf abgesetzt, ein Pflaster geklebt, Hilfe geholt oder auch getröstet wird. Auch Schulungen für Erzieherinnen und die Ausbildung von Schul-Sanis bleiben im Malteser-Programm.

Von Rainer Kanbach

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