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Neues Hallenbad: So sieht es auf der Baustelle in Ütterlingsen aus

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In nur vier Tagen hat der holländische Stahlbauer die gesamte Konstruktion für den Hallenbad-Neubau aufgesetzt. Spätestens Anfang Juni soll der Baukörper geschlossen sein, danach beginnt unverzüglich der Innenausbau.

Werdohl - Frank Schlutow befindet sich in einem euphorischen Zustand. Der Bäder-Chef investiert gerade viel Energie in das neue Hallenbad in Ütterlingsen, dass es eine Freude ist, dem studierten Schiffsbetriebstechniker zuzuhören.

Und es geht so schnell voran wie auf keiner Baustelle der öffentlichen Hand: Während es für den zeitgleich beschlossenen Feuerwehr-Neubau nur eine Planskizze gibt, wurde in Ütterlingsen in dieser Woche die Stahlkonstruktion aufgerichtet. Ende Mai ist das Gebäude mit Stahlblechdach und Fensterfronten dicht, danach geht es sofort mit dem Innenausbau weiter. 

Der Generalunternehmer Pellikaan aus den Niederlanden liegt aktuell vor dem Bauzeitenplan. Eine 15-monatige Bauzeit ist vereinbart, das ist der kommende März. Schlutow und Pellikaan-Bauleiter Karsten Kurch wollen nicht auf die Frage antworten, wie viel früher das Bad vollständig betriebsbereit sein wird. Schlutow: „Das Ding ist auf jeden Fall vorher fertig.“ Auch kostenmäßig sei man voll im Plan. 

Inbetriebnahme im Frühjahr denkbar

Durchaus denkbar ist, im Moment der Fertigstellung das Bad in Betrieb zu nehmen und auf dem Riesei sofort den Schlüssel herumzudrehen. Betriebswirtschaftlich macht es jedenfalls keinen Sinn, ein fix und fertiges Hallenbad bis zur Wintersaison 2020 ungenutzt Energie verbrauchen zu lassen. 

Der Beckenbereich ist mit Regenwasser vollgelaufen, theoretisch könnte dort schon über die provisorische Holztreppe ein kühles Bad genommen werden.

Frank Schlutow ist von dem Neubau absolut begeistert: „So ein Infrastrukturprojekt für Werdohl gab und gibt es nicht in den nächsten Jahren.“ Der Bäderbetrieb ist eine GmbH mit Schlutow als Geschäftsführer. Fast so wie ein Privatunternehmen könne er agieren, jedenfalls würde der Bäderbetrieb nicht so schweren Hemmnissen ausgesetzt sein wie öffentliche Auftraggeber. 

Enge Abstimmung mit Pellikaan

Schlutow selbst ist mindestens drei Mal in der Woche auf der Baustelle in Ütterlingsen und steht in enger Abstimmung mit Pellikaan und deren Nachunternehmen. Obwohl Pellikaan eine holländische Firma ist, seien Subunternehmer aus der Region eingesetzt. Auch der Bauleiter ist aus Deutschland, Karsten Kurch wohnt sogar ganz in der Nähe und braucht nicht nach Hause zu pendeln. Ein Dutzend Männer sind aktuell auf der Baustelle beschäftigt, die meisten Monteure sind unter der Woche in Pensionen und Hotels untergebracht. 

Neubau des Hallenbades in Ütterlingsen

Montagmorgen begann der im niederländischen Budel angesiedelte Stahlbauer mit Anlieferung und Aufbau der Stahlkonstruktion. Budel liegt nur 25 Kilometer von Eindhoven entfernt, die bis zu fünf Tonnen schweren Stahlträger wurden Stück für Stück nach Ütterlingsen geliefert. Ein mobiler Baukran hob die Stützen und Querelemente an, die Stahlbauer schraubten die Konstruktion zusammen. Donnerstagabend war bereits das gesamte Skelett fertig aufgerichtet. 

Große Lüftungsaggregate

Auf der Seite Richtung des ehemaligen Sterngolf-Platzes ist ein Gebäudeteil aufgemauert worden, darunter befindet sich ein Keller. Mehrere große Lüftungsaggregate wurden vor dem Bau der Stahlkonstruktion in der Baustelle platziert. So spart man sich das Zerlegen und Wiederaufbauen der Module. 

An dieser Stelle betreten die Badegäste zukünftig das Hallenbad, das zeigen Bäder-Chef Frank Schlutow (links) und Pellikaan-Bauleiter Karsten Kurch.

Für Bauleiter Kurch gehört das Werdohler Hallenbad zu den kleineren Baustellen. Dass der Generalunternehmer Erfahrung mit mehreren hundert Bauten in halb Europa hat, sieht man der Baustelle an. Alle Gewerke gehen nahtlos ineinander über, Fachfirmen arbeiten Hand in Hand. Das war beim Baustart Anfang Januar schon so: Während die Tiefbauer noch in der Erde wühlten, wurden die ersten Betonteile gegossen. 

Schwimmbecken schon fertig

Deshalb ist auch das spätere Schwimmbecken schon fertig. Grünes Regenwasser füllt das 3,40 Meter tiefe Betonbecken, eine Holztreppe lädt zum bequemen Hineinsteigen ein. Theoretisch könnte der abgehärtete Badegast schon ein paar Runden drehen. 

Um Rat, Verwaltung und geladenen Gästen den Fortschritt zu präsentieren, ist für Dienstag, 21. Mai, 14.30 Uhr ein Richtfest geplant. An diesem Tag will Schlutow genauer über die Zeit von der ersten Idee bis zur Realisierung sprechen. Seit drei Jahren beschäftigt er sich mit dem Hallenbad-Neubau. Außerdem ist er Geschäftsführer der Stadtwerke und nebenbei führt er Fusionsgespräche mit Plettenberg. Spätestens ab März kommenden Jahres dürfte sich sein leicht berauschter Zustand wieder normalisieren.

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