In Elverlingsen

Neues Gewerbegebiet für Werdohl: Politik positiv überrascht

Die hohen Schornsteine und die Kohle-Anlagen rechts und hinten im Bild werden abgerissen. Bestehen bleibt die Klärschlammverbrennung in rot, erkennbar an dem einzigen Kamin mit Ausstoß.
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Die hohen Schornsteine und die Kohle-Anlagen rechts und hinten im Bild werden abgerissen. Bestehen bleibt die Klärschlammverbrennung in rot, erkennbar an dem einzigen Kamin mit Ausstoß.

Bürgermeister Andreas Späinghaus und die Spitzen der Werdohler Stadtverwaltung waren seit Ende vergangenen Jahres über die grundsätzlichen Pläne von Enervie informiert, das stillgelegte Kohlekraftwerk und die ehemalige Siedlung Elverlingsen an einen Investor zu verkaufen.

Er sei dennoch überrascht gewesen, dass der Energieversorger mit seinen Plänen bereits jetzt an die Öffentlichkeit ging. Es habe beim Besuch der Enervie-Delegation im November oder Dezember im Rathaus eine klare Absprache darüber gegeben, wer zu welchem Zeitpunkt über den geplanten Verkauf berichte.

Neu ist dem Bürgermeister der konkrete Zeitablauf des Projekts, das von Enervie-Porjektleiter Oliver Rabe gegenüber dieser Zeitung vorgestellt wurde. Rabe hatte Zuversicht ausgedrückt, möglicherweise schon im Sommer ein Bieterverfahren für Kraftwerk und Gelände abschließen zu können. Späinghaus wusste, dass die etwa 20 Hektar große Fläche nicht in den Besitz der Stadt übergehen werde. Er sagte: „Es stand nie zur Debatte, dass wir das Gelände kaufen.“

Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung

Der geplante Verkauf an einen Projektentwickler mit der Vorgabe, aus den Flächen ein Industriegebiet für die Stadt Werdohl zu entwickeln, wird vom Bürgermeister uneingeschränkt begrüßt. „Die Stadt muss sich nicht um Vermarktung und Entwicklung kümmern, das finde ich klasse“, sagte Späinghaus. Der zukünftige Eigentümer werde ja auch nicht völlig losgelöst von der Stadt Werdohl dieses Projekt umsetzen können, der Entwickler werde mit der Verwaltung und der Politik zusammenarbeiten müssen.

Projektleiter Oliver Rabe von Enervie blickt auf die abgerissenen Häuser in Elverlingsen. Die spätestens im April planierte Siedlung soll mit dem Kohlekraftwerk bis zum Sommer an einen Projektentwickler verkauft werden.

Späinghaus sprach weitere Vorteile an. Auf dem Gelände gebe es einen Bahnanschluss, der für eine zukünftige Nutzung attraktiv sei. Das Gelände sei zudem für Betriebe mit einem hohen Stromverbrauch geeignet, weil es in Elverlingsen kaum Netzschwankungen gebe.

CDU nimmt sofort Kontakt zu Enervie auf

Für die CDU-Fraktion sprach Christoph Plaßmann, der nach Lesen des Berichtes sofort Kontakt mit der Geschäftsführung von Enervie aufgenommen hatte. Plaßmann gibt ein Gespräch mit Markus F. Schmidt wieder, dem für Entwicklung zuständigen Geschäftsführer bei der Enervie. Der habe sich nicht ganz so überschwänglich gezeigt, was die berichteten zeitlichen Abläufe angehe. Ganz so weit sei man noch nicht, habe Schmidt erklärt. Enervie sei noch mit der Planung der technischen Trennung und Entflechtung der Anlagen beschäftigt. Allerdings habe auch er bestätigt, dass es bereits jetzt informelle Gespräche mit möglichen Investoren gebe. Schmidt habe sich etwas zurückhaltender als Projektleiter Rabe gezeigt, allerdings im Großen und Ganzen die Pläne zur Entwicklung eines Industriegebietes für die Stadt Werdohl bestätigt.

Geisterdorf in Elverlingsen wird abgerissen: So ist der Stand der Arbeiten

Das Geisterdorf in Werdohl-Elverlingsen wird abgerissen.
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Plassmann: „Ich glaube schon, dass es großes Interesse von Investoren gibt.“ Er sei sehr froh, dass Werdohl nicht auf einer Industriebrache sitzen bleibe: „Für Werdohl ist das alles ein Wahnsinns-Glücksfall.“ Plaßmann wies darauf hin, dass Straßen und Kanäle noch der Stadt gehörten und dass dafür eine niedrige sechsstellige Summe in den Büchern stehe.

Regionalplan-Forderungen können erfüllt werden

Der FDP-Fraktionsvorsitzende Friedhelm Hermes zeigte sich ebenfalls positiv überrascht von der Nachricht. Dass die Stadt Werdohl politisch keinen Einfluss auf das zukünftige Gewerbegebiet habe, sei nicht weiter schlimm. Politische Maßgaben seien auf Rosmart auch nicht umgesetzt worden, verkauft worden sei letztlich an die, die zahlen wollten. Der Investor werde die Grundstücke später sicher so anbieten, dass er sie auch vermarkten und verkaufen könne. „Das ist doch ganz in unserem Sinne: Enervie überlässt die Entwicklung jemandem, der sich auch damit auskennt.“ Friedhelm Hermes: „Mit Elverlingsen können wir die Forderungen des Regionalplans erfüllen.“

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