Neues Feuerwehrhaus soll erst 2020 fertig sein

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Im Gerätehaus an der Schulstraße ist der Platz extrem knapp, zeigt Wehrleiter Kai Tebrün. Für neue Feuerwehrfahrzeuge reichen die Stellflächen nicht aus.

Werdohl - Der geplante Neubau des Feuerwehrgerätehauses am Grasacker soll realistisch gesehen erst im Jahre 2020 fertig werden. Voraussetzung dafür ist die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes. Von dessen Genehmigung ist abhängig, ob die Stadt wieder die Freistellung vom Betrieb einer hauptamtlichen Wache erhält.

Vor gut einem Jahr stellte die Stadt erste Pläne für den Bau einer neuen Unterkunft für den Löschzug Stadtmitte und die Löschgruppe Brüninghaus vor. Damals war die Rede davon, 2019 den Neubau entstehen zu lassen. „Wenn alles völlig reibungslos verläuft“, sagte jetzt Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Nachfrage, „könnten wir Mitte 2020 mit dem Bau fertig sein.“ 

Aktuell arbeitet die Stadt an der zweiten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes. In dem mehr als 100 Seiten starken Bericht wird zunächst der Ist-Zustand der Werdohler Feuerwehr aufgeführt. Darin ist vom Personal über Gebäude bis hin zur Ausstattung alles haarklein dokumentiert. Der erste Brandschutzbedarfsplan überhaupt wurde im Jahr 2007 erarbeitet. Die erste Fortschreibung wurde im Januar 2012 fertig. Die zweite Fortschreibung sollte eigentlich 2017 erledigt sein, um den üblichen Fünf-Jahres-Rhythmus einzuhalten. Das klappt aber nicht, mit der Verabschiedung des Planes ist Mitte dieses Jahres zu rechnen.

Manfred Theile weiter verantwortlich 

Hier kommt ein alter Bekannter ins Spiel: Die aktuelle Fortschreibung hat der Ende 2016 pensionierte Wehrleiter Manfred Theile geliefert. Theile hatte während seiner aktiven Dienstzeit die erste Fortschreibung erfasst. „Wir sind wirklich glücklich darüber, dass Manfred Theile als Pensionär den Bedarfsplan für uns erstellt hat“, sagte Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel auf Nachfrage. Theile habe den „Ruf der Verwaltung“ nach Hilfe gern angenommen, auf Minijob-Basis habe er äußerst fachkundig und akribisch den Entwurf erstellt. Die Verwaltung sei „sehr froh“ über das Engagement von Theile, die Beauftragung eines Fachbüros hätte unverhältnismäßig viel mehr gekostet. 

Abstimmung mit dem Märkischen Kreis 

Mentzel: „Unser Entwurf steht jetzt, wir sind sehr zufrieden.“ Im Juni stimme sich die Stadt mit dem Märkischen Kreis und der Bezirksregierung über den Entwurf ab. Falls die Behörden Änderungswünsche hätten, würde unverzüglich nachgebessert. Daraufhin müsse der Rat den Brandschutzbedarfsplan verabschieden. 

Das Thema ist insofern von Bedeutung, dass die Stadt gerne wieder von der Bezirksregierung die Freistellung vom Betrieb einer hauptamtlichen Wache haben möchte. Dazu ist Werdohl als mittlere kreisangehörige Stadt eigentlich verpflichtet. Wenn durch den Brandschutzbedarfsplan allerdings hinreichend dargestellt werden kann, dass die ehrenamtlichen Kräfte die Aufgabe des Feuerschutzes leisten können, gibt es die Ausnahmegenehmigung. 

Freistellung von hauptamtlicher Wache 

Mentzel betont, dass die Feuerwehr in Werdohl allen Anforderungen gerecht werden könne und dass mit einer Freistellung gerechnet wird. Die Entscheidung darüber liege allerdings bei der Bezirksregierung als übergeordnetem Brandschutzträger. 

Zentraler Punkt des Bedarfsplanes ist natürlich der Wunsch der Stadt, am Grasacker ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Wenn die Freistellung von der hauptamtlichen Wache im Laufe des Jahres vorliege, könne die Stadt mit der Feinplanung beginnen. Bislang gibt es nur eine grobe Kostenschätzung, die im Februar 2017 bei 3,67 Millionen Euro lag. 

Feuerwehrtechnisch gut aufgestellt 

Andrea Mentzel betont immer wieder, wie gut die Stadt feuerwehrtechnisch aufgestellt sei. „Der Standort Grasacker ist gut gewählt, es ist unser Wunsch, dort zu bauen. Die ehrenamtliche Feuerwehr macht hier eine hervorragende Arbeit.“ Die Genehmigung des Brandschutzbedarfsplanes sei aber nicht gleichbedeutend mit der Erteilung der erwünschten Freistellung. Die Stadt werde alles Erforderliche tun, um die Anforderungen seitens der Bezirksregierung zu erfüllen. 

Danach Planungen für Kleinhammer 

Wenn Mitte 2020 das Haus am Grasacker stehen sollte, muss sich die Stadt Gedanken um den Löschzug Kleinhammer machen. Auch dessen Gebäude ist zu klein und zu alt. Die Planung des Standortes könne in der zentralen Stadtteillage von Kleinhammer erfolgen.

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