Rat muss entscheiden

Neues Feuerwehrhaus: Verwaltung will Geld für Planungsarbeiten

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Ein Blick vom Gebäude auf das Gelände Grasacker, wo das Feuerwehrgerätehaus gebaut werden soll.

Werdohl – In Trippelschritten nähert sich der Rat einer Entscheidung über den Neubau des Feuerwehrgerätehauses für den Löschzug Stadtmitte an.

In seiner Sitzung am Montag, 22. Juni (17 Uhr, Festsaal Riesei) soll das Gremien fast eine Viertelmillion Euro für Planungskosten bereitstellen. 

Fest steht bisher nur, dass das neue Feuerwehrgerätehaus mit großer Wahrscheinlichkeit auf einem städtischen Grundstück am Grasacker gebaut werden soll. Ob die Stadt es selbst bauen oder den Bau einem Investor überlassen und das Gebäude anschließend anmieten wird, ist derzeit noch völlig offen. Im Haushalt stehen zwar 800 000 Euro für Planungsleistungen bereit, allerdings sind die mit einem von der CDU-Fraktion durchgesetzten Sperrvermerk versehen. 

Prüfung der Standorteignung

Damit darf dieses Geld nur für eine Prüfung der Standorteignung ausgegeben werden. Alle Planungsleistungen soll im Fall einer Investorenlösung der Investor erbringen. Die Verwaltung hat den Auftrag, zu prüfen, welches Finanzierungsmodell für die Stadt günstiger wäre. Um das berechnen zu können, seien weitere Angaben nötig, hatte sie im Mai erklärt und per Dringlichkeitsentscheidung schon einmal die Freigabe von 25 000 Euro Planungskosten erreicht, die die Stadtverwaltung aufgrund fehlender Personalkapazitäten nicht selbst erbringen kann. Dieser Eilbeschluss soll nun am Montag vom Rat bestätigt werden – normalerweise eine Formalie. 

Allerdings verlangt die Verwaltung nun die Freigabe weiterer Mittel bis zur Höhe von 190 000 Euro für die Ausschreibung erweiterter Planungsleistungen, wie es in dem Beratungspapier für den Rat heißt. Denn unabhängig von der Wahl des Finanzierungsmodells halte es die Verwaltung für notwendig, das Planungsverfahren in Eigenregie weiterzuführen, um möglichst viel Einfluss auf die Gestaltung nehmen zu können, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. 

Anpassungsmöglichkeit ist vorzusehen

Beispielsweise müsse „die Konzeption für den Fall, dass zukünftig eine Feuerwache mit hauptamtlichen Kräften notwendig wird, bereits jetzt eine Anpassungsmöglichkeit auf die dann veränderte Situation sowie eine entsprechende Erweiterungsmöglichkeit des Gebäudes vorsehen“, heißt es von Seiten der Verwaltung. Auch sieht sie eine Möglichkeit, das Kostenrisiko für die Stadt abzumildern. Ein Investor werde sicherlich einen Risikozuschlag in seine Kalkulation einbeziehen und an die Stadt weitergeben, lautet das Argument für eine von der Stadt gesteuerte Planung, die auch eine valide Kostenschätzung beinhalten solle. 

Weil auch für diese Planungsleistungen im Rathaus das erforderliche Personal fehle, sollte die Arbeit jedoch an ein Planungsbüro vergeben werden. Dafür sollen bis zu 190 000 Euro aufgewendet werden, die der Rat am Montag freigeben soll. 

Kosten von rund 5 Millionen Euro

Die Baukosten des Feuerwehrgerätehauses sind übrigens nach ersten groben Schätzungen mit rund 5 Millionen Euro kalkuliert. Ein Baubeginn ist für das Jahr 2021 geplant.

Die Sitzung des Rates am 22. Juni ist öffentlich. Zuschauer müssen sich aber bei Betreten des Festsaals Riesei die Hände desinfizieren und bis zum Erreichen ihres Sitzplatzes einen Mund-Nase-Schutz tragen. Auch die Abstandsregeln müssen eingehalten werden.

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