CDU gibt die Richtung vor

Neues Feuerwehrgerätehaus: Das soll der Stadtrat beschließen

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Das Ergebnis des Bodengutachtens über das städtische Grundstück am Grasacker hat Abteilungsleiter Thomas Schroeder am Dienstagabend vorgestellt. Das Ergebnis: Die Belastung ist gering, das Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Stadtmitte kann dort gebaut werden.

Werdohl – In der Ratssitzung am 28. September hatten die Fraktionen eine Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Bau des Feuerwehrgerätehauses für den Löschzug Stadtmitte noch aufgeschoben, jetzt drücken sie aufs Tempo.

In der ersten Sitzung des neuen Rates am nächsten Montag, 2. November, sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden. 

Den Knoten durchgeschlagen hat die CDU-Fraktion mit einem Antrag, den sie am Dienstagabend in der Sitzung des Bau- und Liegenschaftsausschusses vorgelegt hat. Um ihn in der Ratssitzung am nächsten Montag behandeln zu können, war die CDU eigentlich zu spät dran, weil die dafür geltende Elf-Tage-Frist schon abgelaufen war. Die Ausschussmitglieder – darunter auch der zukünftige Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) – gaben aber grünes Licht. Die CDU habe den Fraktionen die Gelegenheit geben wollen, den Antrag noch vor der Ratssitzung zu beraten und dann am Montag darüber abstimmen zu können, begründete Christoph Plaßmann, stellvertretender CDU-Fraktionschef, den etwas unkonventionellen Weg. 

Grundstück soll Investor zur Verfügung gestellt werden

In ihrem Antrag fordert die CDU, dass die Stadtverwaltung unverzüglich prüfen soll, wie das Grundstück am Grasacker einem Investor für die Bebauung mit einem Gerätehaus zur Verfügung gestellt werden kann. Sie will damit das Risiko, das sie nicht nur in der Errichtung, sondern auch in der anschließenden Unterhaltung der Immobilie sieht, für die Stadt minimieren. „Die Beherrschung dieses Risikos erfordert ein professionelles Projektcontrolling. Die Begrenzung des Risikos liegt in der Vergabe an einen Generalunternehmer zum Festpreis oder in der Errichtung durch einen Dritten als Eigentümer“, heißt es im CDU-Antrag. 

Dass Investoren solche Unwägbarkeit als Risikozuschlag an ihre Auftraggeber weitergeben, scheint auch der CDU bewusst zu sein. Sie betrachtet dies aber als „Versicherungsprämie zur Risikobegrenzung“, sieht also in einem wahrscheinlich höheren Erstellungspreis das kleinere Übel gegenüber einer ausufernden Kostensteigerung. Als warnendes Beispiel führt die CDU einen Fall aus Lüdenscheid an: Dort wird der Bau einer Feuer- und Rettungswache vor allem durch Klimaschutzmaßnahmen bis zu 50 Prozent teurer als geplant. 

Späinghaus-Formulierung lässt tief blicken

Zumindest im Bau- und Liegenschaftsausschuss stieß die CDU mit ihrem Antrag am Dienstag auf offene Ohren. Andreas Späinghaus, der am Montag die Nachfolge von Bürgermeisterin Silvia Voßloh antreten wird, fand eine Formulierung, die tief blicken lässt. Er könne sich vorstellen, so Späinghaus, „dass dies ab der kommenden Woche auch Verwaltungsmeinung ist“, sagte er über den CDU-Antrag. Die Verwaltungsmeinung, die sich normalerweise mit der der Verwaltungsleitung deckt, war zuletzt gewesen, dass die Stadt das Gerätehaus selbst bauen soll. 

Die Zustimmung zu genau diesem Vorschlag hatte der Rat am 28. September verweigert und damit der scheidenden Bürgermeisterin Voßloh einen letzten Dämpfer verpasst. Späinghaus gab die neue Marschroute am Dienstag schon vor: „Der Rat muss am Montag entscheiden, wir müssen jetzt auf die Tube drücken.“

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