Neues Beratungsangebot zur Pflege

Pflegeberaterin Sabine Benscheidt (l.) und Gudrun Siebert von der Stadt Werdohl setzen auf das neue Angebot. ▪ Fraune

WERDOHL ▪ Pflegebedürftige und deren Angehörige erhalten einen neuen Ansprechpartner. In Werdohl startet jetzt eine Pflegeberatung des Märkischen Kreises. Ansprechpartnerin ist Sabine Benscheidt vom zuständigen Pflege-Fachdienst. Sie will Betroffenen helfen, individuelle, ambulante und bedarfsgerechte Hilfepakete zu schnüren. Besonders im Blick ist dabei der Wunsch nach dem Verbleib in den eigenen vier Wänden. Die aufsuchende häusliche Beratung sei ein wesentlicher Bestandteil des neuen Beratungsangebotes, erklärt Ralf Kling, Fachdienstleiter Pflege beim Kreis.

Sabine Benscheidt wird künftig an jedem dritten Donnerstag in der Zeit von 9 bis 11 Uhr als Pflegeberaterin im Rathausanbau (Raum 061) für Gespräche zur Verfügung stehen. Darüber hinaus setzt sie auch auf Informationen und Tipps im häuslichen Umfeld der Betroffenen. „Die Pflege tritt meistens schrittweise ein.“ Daher sei eine rechtzeitige Hilfestellung wichtig. Doch auch im Notfall, wenn sich der Pflegefall im Krankenhaus ergibt, will die Beraterin am Krankenbett die zu Pflegenden und deren Angehörige beraten. Das Angebot ist grundsätzlich trägerunabhängig und kostenlos. Um die Schwellenangst gegenüber der Pflegeberatung zu senken, sucht Benscheidt in den nächsten Wochen Institutionen und Begegnungsstätten in Werdohl auf.

Nicht nur für die Bürger ist das Angebot neu, sondern ebenso für den Kreis. Der Pflege-Fachdienst will daher das auf drei Jahre angelegte Projekt zum Abschluss überprüfen. „Wir müssen unsere Erfahrungen sammeln“, erklärt Kling. Anfang dieses Jahres sei der Ausbau erfolgt. Zuvor waren es zwei Berater für den Kreis, nun wurden sechs weitere eingestellt.

Das Konzept sieht vor, dass Kreis und Stadt eng zusammenarbeiten. Schließlich würden sich die Bürger zuerst ans Rathaus wenden. Benscheidt: „Wir wollen, dass sich die Leute kümmern, bevor es zu spät ist.“ Pflege-Fachdienstleiter Kling ergänzt, dass „ein gehöriger Teil“ der stationären Aufenthalte vermieden werden könnte, wenn auf die verschiedenen ambulanten Hilfen hingewiesen worden wäre. Durch ein funktionierendes Beratungsangebot könnten damit auch Kosten gespart werden. Statt 16 000 Euro für die stationäre Pflege müsste der Kreis nur 4000 Euro für die ambulante Pflege jährlich im Fall einer Sozialhilfeleistung tragen.

„Das Thema ist uns sehr wichtig in Werdohl“, unterstützt Bürgermeister Siegfried Griebsch die neue Pflegeberatung. Stichwort: demografischer Wandel. Das Stadtoberhaupt setzt darauf, dass die Unverbindlichkeit des Angebots für reichlich Resonanz sorgt, viele vorsprechen. ▪ Marco Fraune

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