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Neuer Werdohler Rundwanderweg: 51,76 Kilometer werden markiert

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Von: Volker Heyn

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Bezirkswanderwart Michael Krämer vom SGV Altena markiert manche Wege auch selbst, den Werdohler Rundwanderweg wird allerdings der vom SGV Arnsberg beauftragte Wegemarkierer Michael Fliege aus Hagen auszeichnen. Vielleicht klappt das noch in diesem Jahr.
Bezirkswanderwart Michael Krämer vom SGV Altena markiert manche Wege auch selbst, den Werdohler Rundwanderweg wird allerdings der vom SGV Arnsberg beauftragte Wegemarkierer Michael Fliege aus Hagen auszeichnen. Vielleicht klappt das noch in diesem Jahr. © Bonnekoh, Johannes

Der neue Werdohler Rundwanderweg wird anstelle der früheren 55 Kilometer nur noch 51,76 Kilometer lang sein und mit etwas Glück noch in diesem Jahr durchgehend neu markiert.

Der SGV-Hauptverein in Arnsberg wird ab Mitte dieser Woche das sogenannte Benehmensverfahren in Gang bringen.

Für die Koordination des Wegemanagements beim SGV ist Claudia Martin zuständig, sie ist bei der SGV Marketing GmbH angestellt. Ihr Chef ist übrigens immer noch Thomas Gemke, der ehemalige Landrat des Märkischen Kreises.

Keine echte Verbindlichkeit

Martin beschreibt die juristische Bedeutung dieses Benehmungsverfahrens: „Es hat tatsächlich keine echte Verbindlichkeit, sondern ist ein eher informelles Verfahren.“ Der SGV in Arnsberg hat vom Werdohler Stadtsportverband und dessen Vorsitzendem Richard Müller-Schlotmann den Auftrag bekommen, dieses Benehmungsverfahren durchzuführen.

Dazu müssen alle Träger öffentlicher Belange, über deren Flächen der geplante Weg verläuft, informiert werden. Die öffentlichen Träger wie zum Beispiel die Waldbauernverbände werden einzeln angeschrieben. Die Besitzer privater Grundstücke werden über eine Veröffentlichung im Amtsblatt des Märkischen Kreises am 15. September und über eine Veröffentlichung am 18. September in dieser Tageszeitung informiert.

Grundstücksbesitzer können Stellung nehmen

Innerhalb von sechs Wochen nach Erscheinen der Bekanntmachung können die Grundstücksbesitzer Einblick in die Kartenwerke nehmen und schriftlich dazu Stellungnahmen abgeben. Claudia Martin hat schon einige solcher Verfahren durchgeführt und weiß, dass die Stellungnahmen zunächst keinen Hinderungsgrund bedeuten. Es gebe keine gesetzliche Verpflichtung, auf Widersprüche zu reagieren. Martin: „Wir raten natürlich unseren Auftraggebern dazu, bei etwaigen Einsprüchen mit den Besitzern Kontakt aufzunehmen und eine gemeinsame Lösung zu finden.“ Zwingend sei das allerdings nicht.

In der Regel gebe es kaum Widersprüche, weil häufig vor allem private Grundstücksbesitzer das Benehmungsverfahren gar nicht mitbekommen. In Werdohl führe der neue Weg in großen Teilen über dieselben Grundstücke wie der frühere Weg. Martin hat aber auch erlebt, dass durch den Corona-Wanderboom manche Weganrainer keine Lust mehr auf uneinsichtige Völkerscharen im Wald haben. Mancher Grundstücksbesitzer habe Konflikte mit Wanderern und deren Hunden gehabt und wolle nicht mehr, dass Garten, Wege oder Wald begangen würden.

Warntafel: „Vorsicht Corona“

Grundstücksbesitzer hätten SGV-Wege mit selbst gemachten Warntafeln wie „Vorsicht Corona“ oder „Vorsicht bissiger Hund“ gesperrt. Absperrungen oder Barrikaden habe es auch schon gegeben. Manchen habe der Corona-Wanderboom eine zu hohe Belastung der Privatsphäre bedeutet. Diese Fälle seien aber eher die Ausnahme. Der SGV werde dennoch interessiert beobachten, ob die plötzliche Wanderlust auch in diesem Herbst und Winter anhalte.

Claudia Martin erinnert sich gut daran, dass der „Werdohler Rundwanderweg wie ein Phönix aus der Asche“ gekommen sei. Einige Zeit nach ihrem Dienstantritt im Mai 2020 sei der ehemalige 55-Kilometer-Weg gerade eben finanziell aufwendig entmarkiert worden. „So lange Strecken geht doch heute kein Mensch mehr“, hatte es damals seitens der Stadt Werdohl geheißen.

Umschwung kurze Zeit später

Dann der Umschwung kurze Zeit später: Interessierte Politiker von CDU und SPD wollten den Weg sofort wieder reaktivieren. Schließlich fand sich mit Richard Müller-Schlotmann ein engagierter Werdohler Sportsmann, der mit dem Stadtsportverband im Rücken die Neumarkierung in die Wege leitete. Martin: „Auf einmal bekam ich gleich mehrere Anrufe aus Werdohl, man wollte den Rundwanderweg wiederhaben.“

Die Kosten für die Markierungs- und Digitalisierungsarbeiten sowie die Möblierung der Wege werden weitgehend durch Leader-Projekte finanziert. Das bestätigt Claudia Martin aus beruflicher Erfahrung: „Mehr als die Hälfte der jüngeren Wanderwegeprojektierung beim SGV sind durch Leadermittel finanziert.“ So seien viele neue attraktive Wege mit interessanten Bezeichnungen im Sauerland entstanden.

Ausgebildeter Wegemarkierer ist unterwegs

Wenn es idealerweise nach sechs Wochen keine schwerwiegenden Einsprüche gegen den neuen Werdohler Rundwanderweg gebe, werde dieser durch den SGV-Hauptverein erstmalig neu markiert. Damit wird der Hagener Michael Fliege beauftragt, der ein ausgebildeter Wegemarkierer ist und im Oktober 2020 sämtliche alten Wegzeichen entfernt oder schwarz übermalt hatte.

Ob die Erstmarkierung noch in diesem Jahr gelingt, hängt vom Wetter ab. Normalerweise endet im Oktober die Markierungssaison, so Martin. Wenn es zu feucht oder zu kalt ist, halten die geklebten Wegzeichen nicht an den Bäumen oder anderen sichtbaren Stellen. Gibt es aber noch eine gute Phase im November, wird Michael Fliege loslegen. Das Wanderwegenetz in Werdohl sei im Vergleich zu anderen Städten ja sehr überschaubar, so Martin. Da sei die Markierung des neuen Werdohler Rundwanderwegs keine allzu schwere Aufgabe für den Markierungs-Profi: „Er kennt sich ja schon aus.“

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