Erste Ratssitzung in Werdohl

Neuer Bürgermeister ist im Amt: Was soll er zuerst erledigen? ‒ Hier abstimmen!

Bürgermeister Andreas Späinghaus (rechts) hat am Montagabend im Festsaal Riesei vor dem Altersvorsitzenden des Rates, dem 75-jährigen Jürgen Henke, seinen Amtseid abgelegt. Für diesen Moment durften beide ihre Corona-Schutzmasken ablegen.
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Bürgermeister Andreas Späinghaus (rechts) hat am Montagabend im Festsaal Riesei vor dem Altersvorsitzenden des Rates, dem 75-jährigen Jürgen Henke, seinen Amtseid abgelegt. Für diesen Moment durften beide ihre Corona-Schutzmasken ablegen.

Seit Montag ist Werdohls neuer Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) im Amt. Am Abend hat er in der ersten Sitzung des neuen Rates seinen Amtseid abgelegt und sich in einer ersten Rede an die 29 anwesenden Ratsmitglieder gewandt, von denen etwa ein Drittel ebenfalls politisches Neuland betritt.

Werdohl ‒ Gleich die erste Sitzung des am 13. September neugewählten Rates fand unter besonderen Bedingungen statt. Anstatt im altehrwürdigen Sitzungssaal des Rathauses traf sich das Gremium im Festsaal des Schulzentrums Riesei.

Alle Anwesenden – das galt für die Vertreter von Politik und Verwaltung ebenso wie für die wenigen zugelassenen Zuschauer – mussten Mund-Nase-Schutz tragen und Abstand zueinander halten. Der sonst zu Beginn einer Ratsperiode übliche Gottesdienst fiel auch aus. All das war der Corona-Pandemie geschuldet, die auch Werdohl fest im Griff hat.

Zumindest ein bisschen feierliche Stimmung kam dennoch auf. Pfarrer Martin Buschhaus sprach sechs Fürbitten und das Vaterunser. Sein katholischer Amtsbruder Pater Kamil Pawlak habe seine Teilnahme krankheitsbedingt absagen müssen, sagte der Altersvorsitzende des Rates, Jürgen Henke, bei der Einleitung. Pfarrer Buschhaus präzisierte, dass Pater Kamil „zur Kontaktperson geworden“ sei. Das Coronavirus war also auch in diesem Moment ganz nah.

Im Beisein seiner drei Amtsvorgänger Manfred Wolf, Jörg Bora und Silvia Voßloh legte der neue Bürgermeister Andreas Späinghaus dann seinen Diensteid auf Verfassung und Gesetze des Landes ab – mit der religiösen Formel „So wahr mir Gott helfe“. Ratsmitglieder und Zuschauer quittierten die Worte mit wohlwollendem Applaus.

Die Gesichter des neuen Werdohler Stadtrates

Die Gesichter des neuen Werdohler Stadtrates

Bürgermeister sucht Verbündete

Anschließend wandte sich der neue Bürgermeister mit einer ersten Rede an die Mitglieder von Rat und Verwaltung. Gemeinsam stehe man vor der Aufgabe, für Werdohl etwas zu bewegen und zum Positiven zu verändern, sagte er. „Das kann ich als Bürgermeister nicht alleine. Ich brauche eine gut funktionierende Verwaltung mit motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ich brauche aber auch den Rat, der mich bei meinen Bestrebungen unterstützt“, suchte Späinghaus gleich bei seinem Amtsantritt nach Verbündeten auf allen Ebenen und in allen Fraktionen.

Späinghaus ging auch auf die schlechte Wahlbeteiligung ein. An der Ratswahl am 13. September hatten sich gerade einmal etwas mehr als 42 Prozent der wahlberechtigten Werdohler beteiligt. Das sei mehr als ein Warnsignal, betonte Späinghaus. „Wir alle sollten daran arbeiten, verlorenes Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen“, rief der Bürgermeister den Rat auf. „Wir müssen die Bevölkerung bei unseren Entscheidungen mitnehmen und erklären, warum wir so und nicht anders entscheiden“, forderte er.

Er freue sich auf die kommende Arbeit, schloss der neue Chef von Rat und Verwaltung. „Wir können unsere Stadt gemeinsam, stark machen!“

Stellvertretende Bürgermeister vereidigt

Anschließend vereidigte Späinghaus auch die anwesenden Ratsmitglieder auf Verfassung und Gesetze des Landes. Von den 32 gewählten Mitgliedern der Fraktionen von CDU, SPD, WBG und FDP waren in der ersten Ratssitzung 29 anwesend. Die CDU-Ratsmitglieder Udo Franke, Frank Jardzejewski und Veritas Reiche fehlten entschuldigt; sie werden ihren Amtseid später nachholen.

Außerdem vereidigte Bürgermeister Späinghaus in der Sitzung seine beiden ehrenamtlichen Stellvertreter. Erster Stellvertreter des Bürgermeister ist auf einheitlichen Wahlvorschlag der vier Fraktionen wie bisher der CDU-Politiker Dirk Middendorf. Im Amt des Zweiten Stellvertreters, das bisher Späinghaus selbst innegehabt hatte, gab es einen Wechsel. Die einstimmige Wahl fiel auf Jürgen Henke (SPD).

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