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Neuer Regionalexpress bis Dortmund: Geplanter Starttermin steht fest

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Von: Volker Heyn

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Der Intercity 34 verbindet bereits Siegen mit Dortmund durch das Lennetal. Ab September kann der Zug auf der gesamten Strecke mit Nahverkehrstickets genutzt werden. Ab Dezember soll zwischen Siegen und Dortmund zudem ein Regionalexpress verkehren.
Der Intercity 34 verbindet bereits Siegen mit Dortmund durch das Lennetal. Ab September kann der Zug auf der gesamten Strecke mit Nahverkehrstickets genutzt werden. Ab Dezember soll zwischen Siegen und Dortmund zudem ein Regionalexpress verkehren. © Christogeros, Christos

Der neue Regionalexpress RE 34 auf der Ruhr-Sieg-Strecke kommt. Er soll die Großstadt Dortmund über die Lenneschiene mit Siegen verbinden. Jetzt gibt es neue Details.

Lennetal – Nicht schon ab August, wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) etwas vorschnell verkündet hatte, aber voraussichtlich ab Dezember 2022 soll der neue Regionalexpress RE 34 auf der Ruhr-Sieg-Strecke die Großstadt Dortmund über die Lenneschiene mit Siegen verbinden. Außerdem wird ab September das Nahverkehrsticket auf der Intercity-Linie IC 34 auch über Letmathe hinaus bis ins Ruhrgebiet gültig sein. Zudem sollen diese Verbindungen durch mehr Fahrten auf der Regionalbahn RB 91 flankiert werden.

Wenn der Landtag zustimme, wird das Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) für dieses verbesserte Angebot auf der Ruhr-Sieg-Strecke sorgen. Wie das Ministerium am Dienstag verbreitete, können Bahnreisende ab dem 1. September 2022 zwischen Dortmund und Siegen den IC 34 auf der gesamten Strecke zum Nahverkehrstarif nutzen. Wie bereits berichtet, hatte der VRR lange Zeit gezögert, der schon seit geraumer Zeit mit juristischen Mitteln erarbeiteten Vereinbarung zwischen Land, Deutscher Bahn DB und dem NWL beizutreten. Für die Zustimmung des VRR dürfte politische Überzeugungsarbeit verantwortlich gewesen sein. Land und Verkehrsverbünde haben sich laut Pressemitteilung für die neuen Verbindungen eingesetzt, um „die Menschen vor Ort mit Blick auf die Brückensperrung an der A45 zu entlasten“.

Das Verkehrsministerium veröffentlichte am Dienstag weitere Details: Mit der Einführung der neuen Linie RE 34, die zweistündlich versetzt zur IC-Linie 34 umsteigefrei zwischen Dortmund und Siegen verkehrt, werde eine Bedienung der Strecke einmal pro Stunde realisiert. Der RE 34 soll mit fabrikneuen Elektrotriebwagen des Typs Stadler Flirt 3 XL gefahren werden.

Durch die Einführung der RE 34 werde die Reisezeit zwischen Sauerland, Siegerland und dem Ruhrgebiet über Dortmund deutlich verkürzt, betont das Verkehrsministerium. Wie hier bereits vorab berichtet, wird zwischen Siegen und Dortmund vermutlich ab Mitte Dezember circa 15 Minuten schneller gefahren, voraussichtlich ab April 2023 gar 20 Minuten schneller.

Der neue RE 34 soll auf dem Abschnitt Letmathe bis Siegen den bisherigen RE 16 ersetzen. Die Reiseketten Siegen bis Hagen und Siegen bis Essen sollen durch Anschlüsse in Letmathe sowie Witten an den RE 16 weiterhin erhalten bleiben. Der RE 34 bediene weiterhin alle Halte des RE 16 zwischen Letmathe und Siegen.

Auf dem Abschnitt Essen bis Iserlohn werde der RE 16 weiterhin fahren. Die durch das dann nicht mehr notwendige Trennen und Vereinigen von Zugteilen in Letmathe – dem sogenannten Flügeln – eingesparte Zeit führt zu einer Beschleunigung der Relation Essen/Hagen bis Iserlohn in beiden Richtungen um etwa fünf Minuten.

Zudem biete die Linie RE 34 Anschlüsse in Finnentrop an die RB 92 von und nach Olpe, sodass die Reisezeit Olpe bis Dortmund um 30 Minuten verkürzt werde und zugleich nur noch einmal umgestiegen werden müsse. Zwischen Finnentrop und Olpe werde außerdem die aktuelle Bedienzeit der RB 92 um zwei Stunden auf 23.19 Uhr ausgeweitet, sodass Attendorn und Olpe auch am Abend von den neuen Verbindungen profitieren würden.

In Siegen sollen in beiden Richtungen direkte Anschlüsse zum RE 99 nach Frankfurt am Main sowie zum RE 9 nach Köln und Aachen hergestellt werden. Am Abend werde das Angebot zwischen Hagen und Siegen durch einzelne zusätzliche Fahrten der RB 91 mit Halt an allen Stationen abgerundet.

Mit dem Landtag muss nun schnellstmöglich Einvernehmen hergestellt werden, damit die erforderlichen Mittel für Mehrverkehre zwischen Siegen und Dortmund bereitgestellt werden.

Malte Schindler, stellvertretender Pressesprecher NRW-Verkehrsministerium

Wichtig ist laut Verkehrsministerium auch die ab September geplante Schnellbuslinie SB 1 zwischen Olpe und Siegen. Die Linie passe zu den Planungen zur Stärkung der Ruhr-Sieg-Strecke. Der Anschluss in Olpe von der RB 92 an den SB 1 bleibe dabei bestehen.

Das Verkehrsministerium erklärt, dass es großer Anstrengungen bedürfe, um die Verbesserungen zum Fahrplanwechsel im Dezember realisieren zu können. So heißt es: „Um vorhandene Trassenkapazitäten optimal zu nutzen und für ein robustes Netz während laufender Bautätigkeiten zu garantieren, haben der NWL und der VRR intensive Gespräche mit der Bahn über eine möglichst frühzeitige Realisierung geführt.“ Dass alles sehr komplex ist und meistens länger als geplant dauert, weiß man beim Verkehrsministerium natürlich auch. Verkehrsministerin Brandes ist ehrlich: Es werde als Ziel angestrebt, die Planungen für den neuen RE 34 bis Dezember 2022 umzusetzen.

Dass das Zeitziel Mitte Dezember eventuell nicht pünktlich erreicht wird, lässt die Ministerin vorsorglich erklären. Die Gründe scheinen tatsächlich gewichtig: Weil die fabrikneuen Elektrotriebzüge der DB erst ab Herbst zur Verfügung stehen, könne die Eintaktung der neuen Linie in bereits bestehende Verbindungen auch erst mit Ablauf dieses Jahres abgeschlossen werden. Auch Anpassungen zur Betriebsaufnahme wie Weiterbildungen für Triebfahrzeugführer und Feinjustierungen von Dispositions- und Leitstellensystemen seien „aktuell noch in Arbeit“ und würden nicht zum 1. September 2022 abgeschlossen sein.

Eine Hürde gibt es dennoch: Die Landesregierung sei bereit, den Nahverkehrsverbünden die nötige Finanzierung der neuen Linien zur Verfügung zu stellen, betont das Ministerium eineinhalb Wochen vor den Landtagswahlen in NRW. Mit dem Landtag müsse nun schnellstmöglich Einvernehmen hergestellt werden, heißt es.

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