Werdohl: Reinhard Schulte neuer Gesamtschulleiter

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In der Mensa sitzt der Schulleiter mittags auch mal gerne neben seinen Schülern. „Ein gemeinsames Mittagessen ist wichtig, um kurz zur Ruhe zu kommen“, findet er.

Werdohl - Wer Reinhard Schulte kennenlernen möchte, wirft am besten einen Blick in sein Büro. Ein Poster an der Wand zeigt vier chinesische Schriftzeichen. „Respect, Honour, Family, Pride“ steht unter den Zeichen, „Respekt, Ehre, Familie, Stolz“. „Diese Begriffe wirken manchmal ein bisschen altertümlich“, sagt der neue Leiter der Albert Einstein-Gesamtschule. „Aber wenn man sie mit Leben füllt, sind sie wesentlich für den Umgang miteinander.“

Das habe er auch den Schülern gesagt, als er sich in den Klassen vorgestellt habe. „Respekt und Freundlichkeit“ seien das Motto, nach dem er die Werdohler Schule leiten wolle und das er auch von den Schülern erwarte.

Seit Anfang des Monats ist Schulte im Amt – „gleich mit dem vollen Programm“, sagt der gebürtige Gelsenkirchener, der inzwischen in Dortmund lebt. Schließlich stehen nicht nur die Abitur-, sondern auch die zentralen Prüfungen der zehnten Klassen auf dem Programm. „Wir laden jeden Tag Aufgaben auf dem Internet herunter und verteilen sie“, erläutert der 55-Jährige den organisatorischen Aufwand.

Um den Überblick zu behalten, trifft sich der Schulleiter jeden Morgen mit seiner Stellvertreterin zu einem Briefing. Brigitte Assor hat die AEG in den vergangenen Monaten kommissarisch geleitet und wird im Sommer in den Ruhestand gehen. Bis dahin gibt sie viel Detailwissen über den Schulalltag an Reinhard Schulte weiter.

„Wir müssen zum Beispiel die Abschlussfeiern für die zehnten Klassen und die Abiturienten vorbereiten“, nennt der gelernte Sonderpädagoge eine Aufgabe. Mit all seinen Fragen könne er sich aber nicht nur an Brigitte Assor wenden. Auch von der didaktischen Leiterin Andrea Pingel und den Abteilungsleitern der Jahrgangsstufen bekomme er viel Unterstützung. „Das Kollegium hat mich überhaupt sehr herzlich aufgenommen“, freut sich Schulte über einen gelungenen Start in Werdohl.

Eine Kollegin, die wie er in Dortmund wohnt, hat ihm zum Einstand eine Postkarte geschenkt. „Hömma, wo bisse wech?“, steht darauf. „Die Leute im Märkischen Kreis sind genau wie die im Ruhrgebiet sehr bodenständig und freundlich“, sagt der Schulleiter.

Den Märkischen Kreis kannte er schon aus seiner Zeit als stellvertretender Schulleiter in Iserlohn-Sümmern. In Herne leitete er anschließend eine Förderschule. Zuletzt war er sechs Jahre lang Geschäftsführer des Landesprüfungsamtes und organisierte die Abschlussprüfungen der Referendare von Haupt-, Real- und Gesamtschulen.

„Ich habe viel über die Abläufe in Behörden und auch über juristische Sachverhalte gelernt“, blickt Schulte auf die vergangenen Jahre zurück. Er habe schon seit einiger Zeit Lust gehabt, in die Schule zurückzukehren; eine Gesamtschule stand ganz oben auf seiner Wunschliste.

Als die Stelle an der AEG ausgeschrieben wurde, kam das für ihn deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt. „Ich bin jetzt 55 Jahre alt und habe mich gefragt: Will ich zehn Jahre bis zum Ruhestand so weitermachen oder nochmal etwas Neues anfangen?“ Schulte entschied sich für den Neubeginn und bewarb sich auf die Stelle in Werdohl.

Von seinen Erfahrungen als Schulleiter profitiert er jetzt. „Die Verwaltungs- und Schulvorschriften kenne ich im Grundsatz noch. Ich muss mich nur ein bisschen updaten“, sagt der 55-Jährige und zeigt auf zwei dicke Bücher auf seinem Schreibtisch. In den kommenden Wochen wolle er erst einmal die Abläufe des Tagesgeschäftes und die Zusammenarbeit mit seinen Sekretärinnen bestmöglich organisieren.

Wenn Reinhard Schulte eine Pause braucht, setzt er sich in die Mensa. Zwar falle die Mittagspause oft eher kurz aus. „Aber ein gemeinsames Mittagessen ist wichtig, um zur Ruhe zu kommen“, sagt der Vater eines Adoptivsohnes aus Gambia und Großvater eines einjährigen Enkelkindes.

In seiner neuen Position als Schulleiter sehe er sich vor allem als Vorbild. „Ich habe zwar eine besondere Verantwortung, aber mir ist wichtig, im Team zu arbeiten“, sagt der Dortmunder. Und neben seinem Motto „Respekt und Freundlichkeit“ soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen: „Ich möchte Leiter einer Schule sein, in die alle gehen und auf die alle stolz sind“, wünscht sich Schulte.

Von Constanze Raidt

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