Neuer Hausarzt für Werdohl

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Kollegen stoßen an: Dr. Federico Herrera Alemán (l.) übernimmt die Praxis von Dr. Klaus Rinke.

Werdohl – Sein Name ist alles andere als aus dem Sauerland: Dr. Federico Herrera Alemán heißt der Mann, der im April eine Hausarztpraxis in Werdohl eröffnet. Er hat eine spannende Lebensgeschichte.

Die Nachfolge von Dr. Klaus Rinke, der seine Hausarztpraxis an der Bahnhofstraße aufgegeben hat, ist gesichert: Im April wird an gleicher Stelle Dr. Federico Herrera Alemán seine Praxis eröffnen.  

Im Dezember hatte Rinke seine Praxis nach 28 Jahren aufgegeben. „Ich hätte noch einmal in neue Digitaltechnik investieren müssen, das hätte sich für mich nicht mehr gelohnt“, sagte der mittlerweile 76-Jährige und begab sich auf die Suche nach einem Nachfolger. 

Herrera disponiert um

Ein Kollege machte ihn dann kurz vor Weihnachten auf Dr. Federico Herrera (51) aufmerksam: Der arbeitete bislang als Internist und Notarzt am Klinikum Hellersen und wollte sich als Hausarzt selbstständig machen. Herrera hatte sogar schon Räume reserviert – in Schalksmühle. 

Doch die Aussicht, in Werdohl eine gut eingeführte Praxis übernehmen zu können, war für ihn verlockend. Er sagte zu. 

Herrera kam vor 19 Jahren aus Honduras nach Deutschland. In seinem Heimatland hatte er 1996 als Doktor der allgemeinen chirurgischen Medizin promoviert und einige Jahre als Allgemeinmediziner in der Hauptstadt Tegucigalpa praktiziert. 

In deutsche Krankenschwester verliebt

„Ich habe mich dann in eine deutsche Krankenschwester verliebt und bin ihr nach Deutschland gefolgt. Mit einem Touristenvisum für drei Wochen – daraus sind dann 19 Jahre geworden“, erzählt er. Die Liaison mit der Krankenschwester war irgendwann zu Ende, Herrera jedoch blieb in Deutschland. 

2001 erhielt er ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, bis 2004 beteiligte er sich an medizinischen Forschungen des Universitätsklinikums Münster und legte seine Doktorarbeit ab. Er promovierte „Cum Laude“ über die Wachstumshemmung von Tumoren. 

Ein Jahr lang arbeitete er danach an einem Kölner Krankenhaus, verbesserte gleichzeitig seine bislang dürftigen Deutschkenntnisse. „Das war heftig: Ich musste arbeiten und gleichzeitig die Sprache lernen“, erinnert er sich. 

Zehn Jahre Notaufnahme

2005 trat Herrera eine Stelle als Assistenzarzt am Klinikum Hellersen an, wurde später Facharzt für Innere Medizin, dann Oberarzt. Vor allem aber habe ihm die Tätigkeit in der Notaufaufnahme Spaß gemacht, sagt er: „Zehn Jahre – ich glaube, niemand hat das so lange ausgehalten wie ich!“

Doch die Arbeitstage und -nächte voller Stress, der ständige Kampf zwischen Leben und Tod haben ihre Spuren hinterlassen. Herrera, mittlerweile deutscher Staatsbürger, sehnte sich nach Veränderung. „Ich konnte das alles nicht mehr“, sagt er. 

Zweiten Arzt im Blick

Dann kam der Anruf von Dr. Rinke. Und jetzt eröffnet Herrera am 2. April seine eigene Praxis. Mit Katharina Demarczyk übernimmt er eine erfahrene Arzthelferin seines Vorgängers, außerdem verstärkt die Werdohlerin Anja Pinkawa das Team. Herrera ist sogar schon auf der Suche nach einem zweiten Arzt. „Ich habe da auch schon jemanden im Auge“, sagt er. 

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