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Neuer Bußgeldkatalog: So wird in Werdohl und Neuenrade kontrolliert

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Von: Carla Witt

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Auch Park-Knöllchen sind jetzt teurer: Wer beispielsweise auf dem Goetheparkplatz parkt und kein Parkticket zieht, wird mit 20 Euro zur Kasse gebeten. Bisher waren es zehn Euro.
Auch Park-Knöllchen sind jetzt teurer: Wer beispielsweise auf dem Goetheparkplatz parkt und kein Parkticket zieht, wird mit 20 Euro zur Kasse gebeten. Bisher waren es zehn Euro. © dpa

Mal eben an der Elektro-Tanksäule parken, wenn gerade kein anderer Parkplatz frei ist? Das war bisher nur für den Fahrer des E-Autos ärgerlich, der sein Fahrzeug gerne ans Netz gehangen hätte.

Seit dem 9. November ist das anders. Denn in der vergangenen Woche ist bekanntlich der neue und verschärfte Bußgeldkatalog gültig.

Wer seinen Wagen nun unberechtigt auf einem Parkplatz für Elektro-Fahrzeuge abstellt, muss tief in die Tasche greifen – ein Verwarngeld in Höhe von 55 Euro wird fällig. Auch zu schnelles Fahren ist deutlich teurer geworden, seit der neue Bußgeldkatalog in Kraft ist.

Viele positive und negative Rückmeldungen

Polizeikommissar Lorenz Schlotmann, Sprecher der Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis, spricht von einer deutlich geteilten Resonanz. „Es gibt viele, die sagen, zu schnelles Fahren kann nicht teuer genug sein, denn es ist einfach gefährlich“, stellt er fest. Andere wiederum seien der Ansicht, „dass man schnell mal fünf oder zehn Kilometer drüber ist, wenn man nicht drauf achtet“. Beiträge von Befürwortern und Kritikern der geänderten Regelung hielten sich in sozialen Netzwerken in etwa die Waage; eine klare Tendenz sei nicht zu erkennen. „Wichtig ist: Uns geht es nicht darum, Geld zu machen. Wir wollen die Unfallzahlen senken“, unterstreicht Schlotmann.

Der neue Bußgeldkatalog

Das sind die konkreten Neuregelungen des Bußgeldkataloges:

Autofahrer, die ihr Fahrzeug im allgemeinen Halte- oder Parkverbot abstellen, werden laut Katalog unter dem Scheibenwischer künftig ein Knöllchen von bis zu 55 Euro statt wie bisher bis zu 15 Euro finden.

Innerorts gilt, dass bei Tempoüberschreitungen ab 21 km/h bis 25 km/h 115 Euro statt wie bislang 80 Euro fällig werden; bei 16 bis 20 km/h sind es 70 statt 35 Euro, bei 11 bis 15 km/h 50 statt 25 Euro und bei bis zu 10 km/h 30 Euro statt wie bislang 15. Noch schneller wird noch viel teurer; auch außerorts wurden die Bußgelder erhöht.

Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss nun 55 Euro zahlen (bisher 35 Euro).

Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, der muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.

Ganz neu: Unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für Elektro- und Carsharing-Fahrzeuge hat ein Verwarnungsgeld von 55 Euro zur Folge.

Wer keine Rettungsgasse bildet oder eine solche sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.

Lkw-Fahrer, die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten.

Die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge wird statt mit bis zu 25 Euro mit bis zu 100 Euro Geldbuße geahndet.

Auto-Poser aufgepasst: Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.

Ob künftig mehr Autofahrer als bisher gegen das Verwarn- beziehungsweise das Bußgeld vorgehen würden, könne er noch nicht einschätzen. Bis die Polizeibehörde den entsprechenden Bescheid versandt habe, könnten etwa zwei Wochen vergehen. „Außerdem muss man wissen, dass die Polizei ausschließlich für die Verwarngelder bis 55 Euro zuständig ist. Wenn es sich um ein Bußgeld handelt, also einen Betrag ab 60 Euro, ist die Bußgeldstelle des Märkischen Kreises zuständig.

Auch Falschparker müssen jetzt mehr zahlen

Auch Falschparker werden jetzt stärker zur Kasse gebeten. Für den ruhenden Verkehr sind die Ordnungsämter zuständig, allerdings kann auch Neuenrades Ordnungsamtsleiter Marcus Henninger noch nicht abschätzen, ob sich künftig vermehrt Knöllchen-Kritiker zu Wort melden. „Wir wenden den neuen Bußgeldkatalog natürlich schon an, haben aber noch keine Erfahrungen sammeln können“, sagt Henninger. Auch er erklärt, die Einnahmen stünden keinesfalls an erster Stelle. „Uns geht es darum, möglichst viel zu ordnen.“

Auch in Werdohl wird natürlich bereits nach dem neuen Bußgeldkatalog abgerechnet. Auch dort habe es bisher noch keine Beschwerden gegeben, berichtet Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel. Allerdings schließt sie nicht aus, dass sich demnächst mehr Autofahrer als bisher melden. Denn wer ohne gültigen Parkschein beispielsweise auf dem Goetheparkplatz oder am Rathaus parkt, der muss doppelt so viel zahlen wie bisher: Parken ohne Ticket kostet jetzt 20 Euro, bisher waren es 10 Euro.

Kontrollen: Auch künftig sollen Polizeikontrollen angekündigt werden. Die nächste Geschwindigkeitsmessung im Neuenrader Stadtgebiet plant die Polizei, für Donnerstag, 25. November.

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