Neuer Aldi kommt im Frühjahr

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Aus Bodenaushub, Bauschutt und alten Pflastersteinen des Parkplatzes haben sich an der Heinrichstraße bereits große Schuttberge aufgetürmt. Derzeit gehen Abriss des alten und Bau des neuen Aldi-Marktes ineinander über.

Werdohl - Vor sechs Wochen hat die Aldi-Filiale an der Heinrichstraße geschlossen, anschließend wurde das erst zehn Jahre alte Gebäude abgerissen. Mittlerweile steht aber fest, was auf der Brache passieren soll. Die ersten Schritte zu einem Neubau sind getan.

Bislang hatt sich die Unternehmensgruppe Aldi Nord mit Äußerungen über die zukünftigen Geschäftsentwicklungen in Werdohl zurückgehalten. Dabei war kaum vorstellbar, dass der Discounter den Standort an Lenne und Verse aufgeben würde. 

Was aufgrund der Aktivitäten unter dem Stichwort „Aldi Nord Instore Konzept“ (Aniko) andernorts schon vollzogen worden ist, musste – so konnte man annehmen – doch auch in Werdohl bevorstehen. Und was diese Zeitung bereits im Mai vermutet hat, hat die Pressestelle in der Essener Aldi-Zentrale in dieser Woche nun offiziell bestätigt: „Gerne teilen wir Ihnen mit, dass wir in Werdohl an gleicher Stelle einen neuen Aldi-Markt für unsere Kunden bauen werden“, erklärte Pressesprecherin Anna Steinweger auf Nachfrage. Werdohl wird damit Teil des größten und teuersten Umbaus der Aldi-Unternehmensgeschichte. 

Die neue Aldi-Filiale in der Nähe des Bahnhofes werde nach dem neuen Aniko-Design gestaltet, nach dem Aldi Nord seit dem vergangenen Jahr sein gesamtes Filialnetz modernisiere. Dabei wird der neue Discounter fast doppelt so groß wie der bisherige. Steinweger: „Der Markt mit rund 1300 Quadratmetern wird nicht nur größer, sondern insgesamt auch heller und freundlicher. Vor allem das Angebot an frischen Waren wird für unsere Kunden deutlich ausgebaut.“ 

Was steckt hinter dem neuen Konzept? 

Teurer werden sollen die Produkte bei Aldi deshalb aber nicht. „Die Preise blieben auch in Zukunft unten, die Qualität oben“, verspricht erklärte Kay Rüschoff, Geschäftsführer Marketing bei Aldi. Die Kunden seien auch im Discount-Bereich anspruchsvoller geworden und legten neben Preis und Qualität immer größeren Wert auf Frische, erklärt er stattdessen, warum der Discounter seine rund 2300 Märkte zwischen Siegen und Sylt derzeit mit einem Aufwand von rund 5,2 Milliarden Euro modernisiert beziehungsweise – wie in Werdohl – komplett neu baut. Dahinter steckt aber wohl, dass Aldi in den vergangenen Jahren gegenüber den Konkurrenten von Lidl, Edeka und Rewe ins Hintertreffen geraten ist. Auch die Aldi-Schwester aus dem Süden hat schon früh auf gefälligere Optik und mehr Markenprodukte gesetzt. 

Jetzt will Aldi Nord nachziehen. Die Zeiten der engen und sehr zweckorientierten Aldi-Märkte seien vorbei, tönt Thorsten Kinzel, Geschäftsführer Verkauf. „Alles ist übersichtlich, die Waren gut zu finden, alles ist hell und freundlich“, beschreibt er, was die Kunden in den neuen Geschäften erwartet. Kinzel ist für das gesamte Aniko-Projekt verantwortlich. 

Ein Blick in bereits um- oder neugebaute Aldi-Märkte offenbart, wie die Zukunft des Discounter-Pioniers aussieht. Das Wirtschaftsmagazin Wirtschaftswoche beschreibt das so: „Quergestellte Regale mit Gondelköpfen für Bio-Produkte und Wein brechen in den neuen Läden das gewohnte Einkaufsambiente auf. Über den Warenstapeln mit Aktionsartikeln leuchten Displays, dazu gibt es bunte Farbleitsysteme und aufwendiger inszenierte Obst- und Gemüseauslagen.“ Die Wirtschaftswoche bezweifelt allerdings, dass Aldi mit dem neuen Konzept Erfolg hat. „Im ersten Halbjahr hat ausgerechnet Aldi Nord unter den großen Lebensmittelhändlern am stärksten verloren“, heißt es unter Berufung auf Daten des Nürnberger Marktforschers GfK. 

Mitarbeiter derzeit in anderen Märkten 

Dennoch: Seit Herbst 2017 hat Aldi schon etwa 700 Filialen umgebaut, nach eigenen Angaben bis zu 30 pro Woche. In Werdohl geht die Modernisierung des Discounters nicht so schnell vonstatten. Weil ein kompletter Neubau entsteht, dauert es etwas länger. Die vorbereitenden Erdarbeiten haben aber nach dem Abriss des alten Gebäudes bereits begonnen. „Nach jetzigem Stand kann der neue Markt im Frühjahr 2019 eröffnet werden“, teilte Pressesprecherin Steinweger mit. 

Die Mitarbeiter aus der alten Filiale an der Heinrichstraße haben ihre Arbeitsplätze aber behalten. „Sie werden während der Bauphase in umliegenden Aldi-Märkten beschäftigt“, erklärte Steinweger.

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