Werdohler Ehepaar Kluger zieht nach 30 Jahren noch einmal um

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Margarete Kluger genießt den Ausblick vom Balkon ihrer neuen Wohnung im Nachbarschaftshilfezentrum an der Oststraße: Von der Königsburg aus blickt sie über viele Dächer Werdohls.

Werdohl -  Seit dem 1. Dezember ist das von der Wohnungsgesellschaft (Woge) neu errichtete Nachbarschaftshilfezentrum (NHZ) auf der Königsburg offiziell bewohnt. 14 Mieter haben dort mittlerweile ihre Wohnungen bezogen. Dazu gehören auch Marian und Margarete Kluger. Das Rentner-Ehepaar ist am Dienstag eingezogen. Fünf Wohnungen für zwei Personen und eine für einen Mieter sind derzeit noch frei.

Mehr als 30 Jahre haben die Klugers in einem Mehrfamilienhaus an der Waldstraße gewohnt, nur fünf Minuten Fußweg vom NHZ entfernt. „Wir waren dort sehr zufrieden“, sagt Margarete Kluger (65) über die Mietwohnung, in der sie ihre drei Kinder großgezogen hat.

Vielleicht wäre sie mit ihrem Mann auch dort geblieben, wären da nicht die gesundheitlichen Probleme aufgetreten. Marian Kluger (70) ist gehbehindert, leidet unter starken Rückenschmerzen, musste mehrfach operiert werden, war zuletzt auf den Rollstuhl angewiesen und ist auch jetzt wieder im Krankenhaus. Das Leben in der ersten Etage, in einer Wohnung mit schmalen Türen und einem kleinen Bad, wurde zunehmend zur Belastung.

Viel Hilfe durch die Woge

Die Klugers sahen sich nach einer Alternative um. Von einer Nachbarin sei dann der Tipp gekommen, sich doch einmal bei der Woge nach einer Wohnung in dem neuen NHZ zu erkundigen, erzählt Margarete Kluge, wie der Plan des Umzugs seinen Anfang genommen hat. Bei der Woge seien sie mit offenen Armen empfangen worden, berichtet die 65-Jährige: „Frau König hat uns sehr viel geholfen.“

Am Dienstag kam dann der Möbelwagen. Die Klugers hatten sich schon früh um eine Wohnung im NHZ bemüht und auf einen früheren Umzug gehofft. „Aber so lange wie mit dem Flughafen in Berlin hat es ja dann doch nicht gedauert“, lacht Margarete Kluger, die ebenso wie ihr Mann von dem Wohnkonzept des NHZ überzeugt waren: Es gibt eine pflegerische und hauswirtschaftliche Betreuung, dafür sind die Mieter aufgerufen, sich an gemeinsamen Aktivitäten zu beteiligen.

Vorfreude auf neue Kontakte

Ihr Mann könne sich zwar nicht mehr so stark in die Gemeinschaft einbringen, sie selbst freue sich aber auf die neuen Kontakte, sagt Margarete Kluger. Und die seit Jahrzehnten gepflegten nachbarschaftlichen Beziehungen auf der Königsburg muss sie auch nicht aufgeben, im Gegenteil: „Weil im NHZ ständig ein Pflegedienst vorhanden ist, bleibt mir wieder mehr Zeit für mich“, sagt die 65-Jährige. Sie spielt bereits mit dem Gedanken noch einmal ihre noch in Polen lebende Mutter zu besuchen.

Am Dienstag kamen die Möbelpacker. Margarete Kluger beobachtet aus dem Hintergrund, wie alles an seinen Platz kommt.

Und noch einen Vorteil bietet das NHZ den Klugers: Weil die eigene neue Küche erst in etwa vier Wochen geliefert wird, können sie in der Zwischenzeit auf die Gemeinschaftsküche zurückgreifen.

All das wiegt für die Klugers die Tatsache auf, dass ihre neue Wohnung etwas kleiner ist als die bisherige. Sie haben sich von 77 auf etwa 67 Quadratmeter verkleinert. „Die neue Wohnung ist für uns einfach wunderbar“, schwärmt Margarete Kluger. „Wir haben jetzt ein großes Bad, alles ist barrierefrei.“

Schöne Aussicht auf Werdohl

Zwar wohnen sie auch im NHZ nicht im Parterre, aber sie können ihre Wohnung bequem mit einem Aufzug erreichen. Und vom Balkon aus genießen sie eine schöne Aussicht auf Werdohl: Rechts schweift der Blick über das Ohl bis zum Kettling, geradeaus reicht die Aussicht bis zum Remmelshagen und links können die Klugers derzeit täglich den Baufortschritt auf der VDM-Großbaustelle verfolgen. Über das eine oder andere nicht so schöne Nachbargrundstück blicken sie einfach hinweg.

Am Dienstag hat in der neuen Wohnung noch nicht alles seinen Platz gefunden. Kisten standen noch unausgepackt in den Zimmern. Aber das wird sich bald ändern. „Am Wochenende kommen die Kinder“, erzählt Margarete Kluger, dass Hilfe nicht lange auf sich warten lässt. Wenn ihr Mann aus dem Krankenhaus entlassen wird, so hofft sie, wird das neue Heim fertig eingerichtet sein. Nur die Küche wird dann noch fehlen, aber dafür gibt es im NHZ ja eine Lösung.

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