Zwei Ausschüsse mehr als bisher

Der neue Rat nimmt die Arbeit auf

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Das Bürgermeisterzimmer war schon weitgehend leer geräumt, als sich Amtsinhaberin Silvia Voßloh und ihr Nachfolger Andreas Späinghaus gestern Morgen zum Übergabegespräch trafen. Seinen Dienst im Rathaus wird der neue Bürgermeister am 2. November antreten. Dann findet auch die konstituierende Ratssitzung statt.

Werdohl – Gut sieben Wochen sind seit der Kommunalwahl vergangen, bei der die Werdohler einen neuen Bürgermeister und einen neuen Stadtrat gewählt haben.

Mit der konstituierenden Ratssitzung am Montag, 2. November, ab 17 Uhr im Festsaal Riesei werden die Mitglieder des neuen Rates ihre Arbeit aufnehmen. Dabei wird der neue Bürgermeister, Andreas Späinghaus, auch schon eine erste Ankündigung in die Tat umsetzen. 

Die erste Ratssitzung ist stets von vielen Regularien und Wahlen geprägt: Bürgermeister und Ratsmitglieder müssen ihren Amtseid ablegen, die stellvertretenden Bürgermeister müssen gewählt, Ausschüsse und Gremien besetzt werden. 

Besetzung der Ausschüsse ist geregelt

Viele Dinge haben die vier Ratsfraktionen in den vergangenen Wochen in vorbereitenden Gesprächen schon geregelt und vereinbart. Dazu gehört zum Beispiel die Besetzung der Ausschüsse. Von denen gibt es in der neuen Wahlperiode zwei mehr. Zum einen hat Bürgermeister Späinghaus sein Vorhaben von der Einrichtung eines Ausschusses für Feuerwehrangelegenheiten durchsetzen können, zum anderen sind der Schul- und der Sportausschuss zukünftig wieder getrennt. Davon profitieren die CDU- und die WBG-Fraktion, die demnächst jeweils einen Ausschussvorsitzenden mehr stellen dürfen als in der Vergangenheit. 

So soll WBG-Fraktionschef Thorsten Hänel den Vorsitz in dem neuen elf Mitglieder zählenden Ausschuss für Feuerwehrangelegenheiten und öffentliche Sicherheit und Ordnung übernehmen, während die CDU den Vorsitz sowohl im Sportausschuss (Dirk Middendorf) als auch im Schulausschuss (Detlef Seidel) erhalten soll. Den kombinierten Schul- und Sportausschuss hatte mit Wilhelm Jansen bisher ein SPD-Mann geleitet. 

SPD behält Vorsitz in bedeutendem Ausschuss

Den Vorsitz im bedeutsamen Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung wird die SPD dagegen behalten. Wie schon zuletzt soll Jürgen Henke diesem Gremium vorstehen. Darüber hinaus beanspruchen die Sozialdemokraten wie bisher den Vorsitz im Sozialausschuss (Wilhelm Jansen). Kraft Amtes wird Bürgermeister Späinghaus den Hauptausschuss ebenso wie den Wahlausschuss für die Kommunalwahl 2025 leiten. 

Bevor es aber um die Besetzung der Ausschüsse gehen wird, wird der neue Bürgermeister in sein Amt eingeführt. Den Amtseid wird Späinghaus der Altersvorsitzende des Rates abnehmen, das ist aller Voraussicht nach SPD-Ratsherr Jürgen Henke. Damit kehrt die Stadt Werdohl zu der früheren Praxis zurück, dass der Bürgermeister durch das älteste anwesende Ratsmitglied vereidigt wird. Dies wurde zuletzt bei den Bürgermeistern Jörg Bora (2004) und Siegfried Griebsch 2009) so gehandhabt. Bei Silvia Voßloh hatte diese Aufgabe vor sechs Jahren der stellvertretende Bürgermeister Dirk Middendorf übernommen. 

Middendorf soll erneut stellvertretender Bürgermeister werden

Dirk Middendorf soll übrigens auch diesmal wieder zum ehrenamtlichen Stellvertreter des Bürgermeisters gewählt werden; für das Amt des zweiten Stellvertreters ist Jürgen Henke vorgesehen. 

Nicht zuletzt sind in der ersten Ratssitzung der Wahlperiode auch zahlreiche außerpolitische Gremien zu besetzen. Die Liste reicht von der Verbandsversammlung des Sparkassen-Zweckverbands über den Beirat der Stadtklinik und den Aufsichtsrat der Wohnungsgenossenschaft bis zum Vorstand der Anonymen Drogenberatung. Manche der Posten sind finanziell durchaus lukrativ, andere bescheren den Mitgliedern hauptsächlich zusätzliche Arbeit. 

Abschied von zehn Ratsmitgliedern

Auf gewohnte Zeremonielle muss die Stadt Werdohl bei der konstituierenden Ratssitzung übrigens dieses Mal verzichten. Es wird weder einen gemeinsamen Gottesdienst noch das obligatorische „Familienfoto“ vor der ersten Ratssitzung geben. „Beides ist wegen der Corona-Schutzmaßnahmen nicht möglich“, erklärte Andrea Brockhaus aus der Abteilung Schule, Kultur, Sport und Service der Stadtverwaltung, die die Sitzung vorbereitet. 

Nicht verzichten möchte die Stadt auf die Verabschiedung der bisherigen Bürgermeisterin Silvia Voßloh und der anderen ausgeschiedenen Ratsmitglieder. Nicht mehr dem neuen Rat angehören werden Kerstin Bathe, Uwe von Malotki (beide CDU), Volkmar Güldner-Rademacher, Gülcan Kiraz, Wolfgang Tigges, Björn Walocha (alle SPD), Ulrich Hüsmert, Christian Klepatz (beide WBG) und Volker Oßenberg (WBG, zuletzt fraktionslos).

Die Ratssitzung am Montag, 2. November, (17 Uhr) im Festsaal Riesei ist öffentlich, allerdings müssen Besucher sich an Vorschriften zum Schutz vor einer Corona-Infektion halten.

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