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Neue Corona-Testverordnung: Gemischte Gefühle in Seniorenzentren

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Von: Maximilian Birke

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Im Haus Versetal stehen Mitarbeiter – sofern denn gewünscht – weiterhin bereit, um Coronatests vor Ort zu machen.
Im Haus Versetal stehen Mitarbeiter – sofern denn gewünscht – weiterhin bereit, um Coronatests vor Ort zu machen. © Constanze Raidt

Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Landesregierung ein weiteres Mal die Corona-Bestimmungen für Besuche in Seniorenheimen angepasst. Die heimischen Seniorenzentren sehen das nicht unkritisch.

Werdohl – Seit dem 23. Dezember 2022 ist es grundsätzlich wieder möglich, die Pflegeeinrichtungen auch ohne einen aktuellen Coronatest einer offiziellen Teststelle zu betreten.

Stattdessen reicht es aus, unmittelbar vor dem Besuch einen Selbsttest zu machen und dies den Verantwortlichen in der Einrichtung auf Nachfrage mündlich mitzuteilen. Eine Regelung, die in den Seniorenzentren in Werdohl zwar umgesetzt wird, hier aber nicht für große Begeisterung sorgt.

Normalität und Infektionsrisiko

„Wir sehen das mit gemischten Gefühlen“, sagt Linda Scholz, Leiterin des Wichernhauses am Rader Weg. Einerseits sei es natürlich wichtig, nach und nach wieder zur Normalität zurückzukehren. Für die Senioren habe der Kontakt zu Freunden und Verwandten eine besondere Bedeutung. „Das fehlte den Bewohnern in den zurückliegenden Coronajahren einfach“, berichtet Linda Scholz. Gleichsam stellt die Lockerung der Testvorschriften aber natürlich auch grundsätzlich ein Risiko dar.

Die Gefahr, dass das Virus in die Einrichtung gelangt, sei höher, weil die Besucher nicht mehr durch geschultes Personal fachgerecht getestet werden. Stattdessen müssen sich die Mitarbeiter auf die Aussagen der Besucher verlassen. Bislang scheint das aber zu funktionieren, denn im Wichernhaus gebe es aktuell keinerlei Corona-Fälle, sagt Scholz.

Sie weist darauf hin, dass im Wichernhaus trotz der Lockerungen weiterhin Tests angeboten werden. Von Besuchern, bei denen ein Verdacht bestehe, dass sie sich nicht getestet haben, oder die Erkältungssymptome zeigten, verlange das Personal weiterhin einen negativen Testnachweis oder die Testung vor Ort im Wichernhaus. Dieses Vorgehen diene der Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern und sei nach der Schutzverordnung des Landes vom 23. Dezember genauso zulässig.

Linda Scholz, Leiterin des Wichernhauses, blickt mit gemischten Gefühlen auf die neue Verordnung: Mehr Normalität sei zwar gut, berge jedoch auch ein erhöhtes Infektionsrisiko. ARCHI
Linda Scholz, Leiterin des Wichernhauses, blickt mit gemischten Gefühlen auf die neue Verordnung: Mehr Normalität sei zwar gut, berge jedoch auch ein erhöhtes Infektionsrisiko. ARCHI © S

So wie im Wichernhaus würden Tests auch im Seniorenzentrum Haus Versetal gehandhabt. „Wir haben alle Türen für Besucher offen“, berichtet Einrichtungsleiterin Susanne Thöne von einer stetigen Rückkehr zur Routine, die es vor Corona gab. Die Besucher sagen dem Personal bei Betreten der Einrichtung, dass sie einen negativen Test gemacht haben, dann dürften sie eintreten. „Wenn gewollt, stehen unsere Mitarbeiter aber nach wie vor bereit, um Tests vor Ort durchzuführen“, hebt Susanne Thöne hervor.

Ähnlich wie Linda Scholz sieht auch sie die geänderte Verordnung nicht unkritisch. „Wir hätten es lieber, man würde weiter testen. Diese Regelung ist nicht im Interesse der Mitarbeiter“, sagt die Leiterin vom Haus Versetal. Bis jetzt sei es mit der neuen Strategie aber gutgegangen und auch diese Einrichtung ist coronafrei.

Grund dafür dürfte auch die Maskenpflicht sein, die weiterhin gilt. „Direkt am Bewohner tragen unsere Pflegekräfte weiterhin FFP2-Masken, ansonsten medizinische Masken. Auch auf die Einhaltung von Abständen wird noch immer geachtet“, erklärt Thöne. Nicht anders sei es im Wichernhaus. Regelmäßige Testungen von Bewohnern und Mitarbeitern tragen dazu bei, einem Corona-Ausbruch bestmöglich vorzubeugen.

Herscheid: Negativtest weiter gefordert

Blick über die Stadtgrenze in Richtung Herscheid: Auch im dort ansässigen CMS-Seniorenzentrum sei man mit der neuen Teststrategie nicht glücklich. Die Einrichtung in Herscheid gehe allerdings anders vor: Weil dort derzeit viele Bewohner unter Erkältungssymptomen litten und noch immer Corona-Tests in der Einrichtung angeboten würden, habe man Besucher dort weiterhin zum Nachweis eines Negativtests verpflichtet.

„Wir brauchen in dieser Situation nicht auch noch ein Virus in der Einrichtung. Wir wollen auf der sicheren Seite sein“, erklärte Leiterin Anke Dahlhaus.

Auch dieses Vorgehen sei durch die Verordnung des Landes abgedeckt, wenngleich es natürlich für Diskussionen in der Einrichtung sorgte, die Zeit und Nerven der Pflegekräfte beanspruchten. Anke Dahlhaus betont in diesem Zusammenhang: „Ich fände es gut, wenn es endlich eine einheitliche Regelung vom Land gibt.“

In NRW hat die Maskenpflicht in Bus und Bahn ein Ende. Die Corona-Regel im Öffentlichen Personennahverkehr hat in NRW schon bald ein Ende. 

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