Neue Technik für die Werdohler Feuerwehr

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Analog und digital: Beide Geräte befinden sich in den Autos.

WERDOHL - " „Sehr gute Qualität, die Verständigung war klar und deutlich“, das hat Stadtbrandinspektor Manfred Theile bei ersten Funktests mit anderen Wehrleitern aus dem Märkischen Kreis festgestellt. – Wie sich der neue Digitalfunk der Feuerwehr in der Praxis beweist, wird sich bald im Übungsbetrieb zeigen. Im Gerätehaus Eveking wird das moderne Equipment derzeit in 17 Fahrzeuge der Werdohler Wehr eingebaut.

Anfang nächster Woche würden der Kreisbrandmeister und nachgeordnet dann auch die Kommunen informiert, wann der erweiterte Probebetrieb des Digitalfunkverkehrs im Märkischen Kreis an den Start gehe. Vorgesehen war bislang, dass dies im Dezember diesen Jahres der Fall sein sollte. Daher werden derzeit auch die Einsatzfahrzeuge umgerüstet. Während der Testphase soll dann das analoge und das digitale Funknetz parallel betrieben werden. Wann das analoge Funknetz abgeschaltet wird, steht noch nicht fest. Digital wird die Feuerwehr den Funkverkehr zwischen den Fahrzeugen, beziehungsweise zwischen Einsatzfahrzeugen und der Einsatzleitstelle einführen. Der Einsatzstellenfunk, also etwa die Verständigung zwischen Einsatztrupps und dem Einsatzleitwagen, wird weiterhin analog laufen.

Im Probebetrieb gehe es vor allem darum, der neuen Technik „Stresstests“ zu unterziehen. „Für uns ist es wichtig zu wissen, was passiert, wenn sich viele Nutzer ins Funknetz einloggen“, erklärt Manfred Theile. Geprüft werden müsse dabei auch, was geschehe, wenn mehrere Feuerwehren des Kreises gleichzeitig digital funken.

Außerdem werde in der Testphase die Netzabdeckung erprobt. Funkübungen würden dabei beispielsweise in Seitentälern und abgelegenen Bereichen durchgeführt, wo es im analogen Funkverkehr schon mal Probleme gab. „Auch in entlegenen Wald- und Wiesenbereichen sind Einsätze ja nicht auszuschließen“, erklärt Theile. „Verstärkt werden daher Funktests durchgeführt, um Aussagen treffen zu können, wo es eventuell keine Funkversorgung gibt.“ Wie bei Handys können die Wehrleute die Feldstärke künftig auch an ihren neuen Funkgeräten ablesen.

An die neue Gerätetechnik müssen sich die Brandschützer ebenfalls gewöhnen. „Wie bei jedem neuen elektronischen Gerät muss natürlich auch der Umgang mit den digitalen Funkgeräten gelernt werden, damit im Einsatz keine Fehler passieren“, so der Leiter der Werdohler Wehr. Beispielsweise sei die Inbetriebnahme der neuen Geräte anders, technisch bedingt unterscheide sich auch der Gesprächsaufbau vom bisherigen System. Um ihre Kollegen einweisen zu können, haben Brandinspektor Frank Bresk und Brandmeister André Dreweck an einer Fortbildung in Meinerzhagen teilgenommen. Sein Ziel sei es, so berichtet der Feuerwehrchef, den Digitalfunk bald auch bei Einsätzen zu nutzen, „wenn die Schulungen weit genug fortgeschritten sind“. Ein Vorteil bei künftigen Funkausbildungen: Im Märkischen Kreis werden die Fahrzeuge aller Feuerwehren mit der gleichen Technik ausgerüstet. In Werdohl sind im Gerätehaus Eveking derzeit Kurt Schüler und Ulrich Buchmann, Techniker der Kölner Firma Hüsgen, damit beschäftigt, die neuen Geräte der Marke Sepura einzubauen. In einem Großteil der 17 Einsatzfahrzeuge befindet sich der Digitalfunk inzwischen. „In der Leitstelle in Lüdenscheid wurde vorher eine Grundprogrammierung aller Geräte vorgenommen“, so Theile, der auch weiß, dass die neue Technik künftig unter Umständen auch mehr Arbeit für die freiwilligen Brandschützer bedeutet. Etwa dann, wenn ähnlich wie bei modernen Handygeräten oder Computern Updates durchgeführt und die Funkgeräte dafür mit sogenannten Datentankstellen verbunden werden müssen.

Von Simone Benninghaus

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