Neue Packstation am Aldi-Markt: Darum tut sich seit Monaten nichts

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Die alte Packstation wurde vor Beginn der Abrissarbeiten am Aldi-Markt abgebaut. Seitdem müssen die Werdohler Postkunden auf die Station verzichten.

Werdohl - Seit Monaten warten die Werdohler auf die neue DHL-Packstation am Aldi-Markt. Eigentlich sollte sie längst stehen. Wer in dem Verfahren etwas versäumt hat, lässt sich schwer nachvollziehen. Immerhin soll das Warten bald ein Ende haben.

Der Neubau der DHL-Packstation auf dem Parkplatz des neuen Aldi-Marktes an der Heinrichstraße entwickelt sich mehr und mehr zur Posse. Stadt und Deutsche Post DHL schieben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu, dass der Paketautomat, an dem man rund um die Uhr Postsendungen abholen und einliefern kann, auch fünf Monate nach Abschluss der Bauarbeiten an der Aldi-Filiale noch nicht steht. Und auch beim Grundstückseigentümer Aldi wundert man sich. 

Ein Rückblick: Im Mai 2018 hatte die Post die Packstation neben dem Aldi abgebaut, um Platz zu machen für die bevorstehenden Bauarbeiten. Sobald der neue Aldi eröffnet worden sei, solle auch eine neue Packstation errichtet werden, versprach ein Postsprecher damals. Bei der Aldi-Eröffnung Anfang Februar war aber nichts davon zu sehen. Auch im April fehlte noch jedes Indiz dafür, dass die Packstation bald stehen könnte. Es fehle noch die Baugenehmigung durch die Stadt Werdohl, teilte eine Postsprecherin damals mit. 

Verwunderung über die Post

Jetzt sind erneut rund drei Monate ins Land gegangen, ohne dass sich etwas sichtlich bewegt hat. Andreas Kisker von der Abteilung Bauen und Immobilienmanagement im Rathaus wundert sich allerdings, dass die Post erst vor wenigen Tagen die gleiche Anfrage gestellt hat wie schon im April. „Die wollen von uns wissen, ob sie für die Packstation eine Baugenehmigung benötigen“, sagte er auf Nachfrage. Dass die erforderlich sei, habe die Stadt der Post aber schon im April mitgeteilt. Bei der Post wiederum weiß man von einer solchen Antwort der Stadt nichts. 

„Jetzt kam die erneute Frage von einem anderen Mitarbeiter“, sucht Kisker nach einer Erklärung dafür, warum sich fast drei Monate lang nichts getan hat. Tatsache sei nach wie vor, dass die Post einen Bauantrag stellen müsse. „Wir würden die Baugenehmigung ja auch erteilen, aber uns liegt noch kein Antrag vor“, sah Kisker am Montag dieser Woche die Post am Zug. Gleichzeitig verwies er auf eine Dienstbesprechung im Düsseldorfer Bauministerium, bei der mit dem für NRW zuständigen DHL-Vertreter vereinbart worden sei, dass für Packstationen ein vereinfachtes und verbilligtes Baugenehmigungsverfahren durchzuführen ist. 

"Haben ein Eigentor geschossen"

Die Post hat aber nach Auskunft von Pressesprecherin Jessica Balleer versucht, mit der Stadt Werdohl zu einer noch schnelleren Lösung zu kommen. „Wir wollten das auf dem kurzen Dienstweg klären, nachdem wir auch für die vorherige Packstation keine Baugenehmigung benötigt haben. Jetzt zeigt sich, dass wir wohl ein Eigentor geschossen haben.“ Andreas Kisker will von einer „Lex Werdohl“ nichts wissen. „Es gilt das Landesrecht, und daran halten wir uns“, sagte er. 

In der Zwischenzeit hatte Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel bei Aldi nachgefragt, ob denn überhaupt geplant sei, auf dem Aldi-Parkplatz eine Packstation zu errichten. Die Antwort aus der Essener Zentrale des Discounters sorgte für zusätzliche Verwirrung: Derzeit sei seitens der DHL keine Packstation geplant, hieß es. Eine Nachfrage der Redaktion bei der Aldi-Pressestelle ergab eine beinahe genau gegensätzliche Antwort: „Wir haben nach wir vor großes Interesse an der Einrichtung einer Packstation auf dem Parkplatz des Aldi-Markts an der Heinrichstraße in Werdohl. Wir haben alle technischen Voraussetzungen dafür bereits geschaffen, sodass die Installation kurzfristig durchgeführt werden könnte“, teilte Aldi-Pressesprecher Axel vom Schemm mit. Allerdings stehe eine Entscheidung vonseiten DHL bisher aus. 

Bauantrag liegt mittlerweile vor

Mittlerweile liegt der offizielle Bauantrag aber tatsächlich im Rathaus vor. Sobald die Baugenehmigung vorliegt, soll es nach Worten von DHL-Pressesprecherin Balleer schnell gehen: „Von unserer Seite dauert es dann bestenfalls sechs, schlimmstenfalls acht Wochen, bis die Packstation in Betrieb gehen kann“, sagte sie. Eine Inbetriebnahme der Packstation bis Ende August/Anfang September erscheint also derzeit realistisch. 

Werdohler Postkunden, die zu den üblichen Zustellzeiten nicht zuhause sind, müssen also bis auf Weiteres ihr Pakete in der Postfiliale an der Freiheitstraße oder einem Paketshop (Inselstraße und Ütterlingser Straße) abholen. Und welche Alternativen zur Packstation haben Postkunden, die Pakete außerhalb der Öffnungszeiten von Postfilialen und Paketshops versenden wollen? „Sie können den kürzlich erweiterten Service der mobilen Paketmarke nutzen“, erklärt DHL-Pressesprecherin Balleer. 

Versandlabel im Internet kaufen

Für den Versand von Päckchen und Paketen kaufe der Kunde über die DHL-Paket-App oder im Internet ein Versandlabel und erhalte einen QR-Code auf sein Smartphone, erklärt sie, wie das funktioniert. „Anstatt das Label wie bislang selbst auszudrucken oder in einer Verkaufsstelle ausdrucken zu lassen, zeigt der Kunde diesen Code dem DHL-Paketzusteller, zum Beispiel im Rahmen einer Paketzustellung. Der Zusteller druckt es gleich vor Ort aus und nimmt die frankierte Sendung direkt mit.“ Im Vorteil ist, wer hilfsbereite Nachbarn hat, die zumindest Pakete annehmen, wen man selbst nicht zuhause ist.

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