Das neue Nutzungskonzept steht

David Froesseler von der Innovationsagentur NRW präsentierte die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses.

WERDOHL ▪ Wenn es nach David Froessler von der Innovationsagentur Stadtumbau NRW geht, dann sollen schon in den Sommerferien die ersten Bagger rollen, um das Außengelände der Evangelischen Grundschule Ütterlingsen in eine quartiersbezogene Freizeitfläche umzugestalten. Die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses stellte Froessler im Schrottkeller vor.

Demnach soll sich das 10 000 Quadratmeter große Areal rund um die Bildungseinrichtung künftig in drei Teile gliedern: Ein Abschnitt der Fläche soll ausschließlich der schulischen Nutzung vorbehalten sein, ein weiterer soll den Bürgern zur Verfügung stehen, während die Jugendlichen den Eingangsbereich vor dem Schrottkeller künftig ihr Eigen nennen sollen.

Ein grünes Klassenzimmer hinter dem Schulgelände sowie ein Schulgarten in der Nähe des Lehrerparkplatzes steht ganz oben auf der Wunschliste der Schulgemeinschaft. „Auch eine Verlegung des Haupteinganges und der Schulbushaltestelle ist gewünscht“, stellte Froessler die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens an der Grundschule vor. Sitzflächen, ein Bereich zum Ballspielen sowie eine Boule- und Murmelspielfläche auf dem Rettungs- und Verbindungsweg waren die Vorschläge von Schülern, Eltern und Lehrern für die gemeinsam zu nutzende Fläche.

Die Jungen und Mädchen aus der Kita Wunderkiste wünschen sich für die quatiersbezogene Freizeitfläche einen Sandkasten, eine Schaukel, eine Rutsche und ein Spielhaus. „Beleuchtung, Raum für Feste und Ballspiele aber auch die Gelegenheit für Entspannung und ruhige Aktivitäten und ein abschließbares Gerätehaus: Das sind die Ideen der Bürger aus dem öffentlichen quartiersbezogenen Beteiligungsworkshop, der im Stadtteilbüro stattfand“, bilanzierte Froessler in seiner Powerpointpräsentation.

Die Jugendlichen aus dem Schrottkeller entwickelten für den Bereich vor ihrem Domizil ebenfalls eigene Ideen. Diese Fläche solle nach Möglichkeit in einen Aufenthaltsbereich und einen Sportbereich geteilt werden. Damit sich die Jugendlichen dort auch in den Abendstunden aufhalten können, sollen Lichtsäulen und Bewegungsmelder angebracht werden.

„Eine ausreichende Zahl an modernen Mülleimern steht ebenfalls ganz oben auf der Prioritäten-Liste“, wie Froessler bei der Präsentation erklärte. Unter anderem solle auch der Schrottkeller-Schriftzug beleuchtet werden.

Die Fassade des Jugendzentrums solle einen neuen Anstrich erhalten. Ferner soll es nach den Wünschen der Jugendlichen eine Vorrichtung für wechselnde Graffitis geben. Für den öffentlichen Bereich entwickelten die Jugendlichen ebenfalls Pläne: Eine Multifunktionsfläche für Sport und Spiel sowie Sitzmöglichkeiten im unteren Bereich.

Außergewöhnlich hoch sei das Interesse und die Mitwirkungsbereitschaft gewesen, bilanzierte David Froessler von der Innoavtionsagentur Stadtumbau am Dienstag in Ütterlingsen bei der Präsentation der Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses. „Weil alle drei Gruppen ein hohes Maß an Kompromissbereitschaft an den Tag legten, ist ein konsensfähiges Nutzungskonzept entstanden“, lobte Froessler. Das Thema Vandalismus sei etwas, was alle Beteiligten im Blick behalten sollten.

Abschließend berichtete er über das weitere Vorgehen: Nun seien die zuständigen Gremien der Stadt gefragt, um das Gesamtkonzept zu beschließen. Dann solle ein Planungsbüro mit der Ausbauplanung beginnen und die bauliche und finanzielle Umsetzungsmöglichkeit prüfen. Gegebenenfalls müsse das Konzept modifiziert werden. 355 000 Euro stehen unter anderem aus Mitteln des Stadtumbaus West zur Verfügung. „Der städtische Eigenanteil beträgt 20 Prozent“, erklärte Stadtplaner Stefan Groß die Finanzierung.

Froesslers „ambitionierter Zeitplan“, bereits in den Sommerferien mit dem Umbau beginnen zu können, wurde von Bernd Mitschke, Leiter des Fachbereiches 2, relativiert. Er wies darauf hin, dass der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung erst am 16. April tage. Abschließend müsse dann der Rat – dieser trifft sich im Mai zur Sitzung – entscheiden. Erst dann könnten die Aufträge vergeben werden.

„Kann der Rat nicht früher tagen und eine Sondersitzung einlegen“, wollte einer der Teilnehmer wissen. Das, so Froessler müsse er mit Bürgermeister Siegfried Griebsch klären. Doch sicher seien alle Beteiligten auch im Rathaus an einer schnellen Umsetzung interessiert.

„Wir können keinen Unterricht machen, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft gebaut wird“, sagte Britta Schwarze, Schulleiterin der evangelischen Grundschule. Sie hofft das Froesslers Zeitplan einzuhalten ist. Schließlich benötigen die Jungen und Mädchen während der Unterrichtszeit einen Ort, an dem sie sich in der Pause aufhalten können. - Ute Heinze

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