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Neue Hinweise: Ein Urzeit-Strand in Werdohl?

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Von: Volker Griese

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Eine bronzene Tafel mit Erläuterungen zu den Rippelmarken und drei Reliefs von Fisch, Krebs und Muschel enthält der Felsblock an der Altenaer Straße, den Ralf Kronfeld (links) und Wolfgang Thomzik am Mittwoch enthüllt haben.
Eine bronzene Tafel mit Erläuterungen zu den Rippelmarken und drei Reliefs von Fisch, Krebs und Muschel enthält der Felsblock an der Altenaer Straße, den Ralf Kronfeld (links) und Wolfgang Thomzik am Mittwoch enthüllt haben. © Volker Griese

Sternzeichen? Ein Hinweis auf den Jakobsweg? Die Vermutungen von Passanten, welche Bedeutung die bronzenen Reliefs auf dem großen Stein an der Altenaer Straße haben könnten, seien vielfältig und teilweise amüsant gewesen, sagte Wolfgang Thomzik vom Bürgerstammtisch am Mittwoch bei der offiziellen Vorstellung einer neuen Hinweistafel.

Werdohl ‒ Der Bürgerstammtisch hatte in den vergangenen Monaten einen Grauwacke-Block aus dem Steinbruch in Kleinhammer an die Altenaer Straße transportieren lassen und dort weiter bearbeitet. Thomzik und andere Helfer hatten die Aussparungen für eine Hinweistafel mit einem erklärenden Text zu den dort vorhandenen Rippelmarken und für Bronzereliefs dreier urzeitlicher Tiere (Fisch, Krebs und Muschel) Aussparungen in den Stein geschnitten und geschlagen.

Die an den Felsen am Lenneufer zu sehenden Rippelmarken sind ein geologisches Zeugnis aus der Frühgeschichte der Erde. Es handelt sich dabei um wellenartige Oberflächenformen, die durch Wasser oder Wind entstanden sind. In versteinerter Form sind sie an manchen Stellen erhalten geblieben, so auch in Werdohl. An Rippelmarken kann man gut erkennen, dass an dieser Stelle vor etwa 350 Millionen Jahren einmal ein Flachmeer, ein Flusslauf oder eine Küste gelegen haben müssen. Im Prinzip deuten die wellenförmigen Strukturen auf der Felsplatte an der Altenaer Straße also darauf hin, dass dort einmal so etwas wie ein Strand gewesen sein muss.

Die neue Hinweistafel auf diese Rippelmarken, die nach einer Idee des ehemaligen Bürgerstammtisch-Sprechers Manfred Hoh angebracht worden ist, ersetzt ein hölzernes Schild, das in der Vergangenheit immer wieder Vandalismus zum Opfer gefallen ist. Um die geologische Besonderheit ins rechte Licht zu rücken, hat der Bürgerstammtisch mit Unterstützung des städtischen Baubetriebshofs und der Jugendfeuerwehr den Felsen von überbordendem Bewuchs befreit und gereinigt. Dabei sind auch kleine Teile des Rippelmarken-Felsens abgeplatzt. Diese „zertifizierten Originalstücke“ könnten gegen einen kleinen Obolus beim Bürgerstammtisch erworben werden, sagte Thomzik.

Der Bürgerstammtisch hat für das Projekt auch finanzielle Unterstützung des Landes erhalten. Aus dem Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen“ hat das Heimatministerium einen Heimatscheck im Wert von 2000 Euro ausgestellt. Bürgermeister Andreas Späinghaus dankte dem Bürgerstammtisch für die Idee, die Fläche an der Altenaer Straße durch den Stein mit bronzener Hinweistafel optisch aufzuwerten.

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