Demonstration vor dem Rathaus

Neue Gerätehäuser: Feuerwehr verliert die Geduld

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Mit mehreren Einsatzfahrzeugen kamen einige ehrenamtliche Kräfte der Feuerwehr am Dienstagmorgen auf den Parkplatz vor dem Rathaus, um ein Zeichen in Richtung Verwaltung und Politik zu setzen. Die Ehrenamtler sprachen mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann.

Werdohl – Mit mehreren Fahrzeugen rückte die Freiwillige Feuerwehr Werdohl am Dienstagmorgen zum Rathausparkplatz aus. Einen Einsatz gab es dort aber nicht.

Die Ehrenamtler wollten vielmehr ihrem Unmut Luft machen, dass noch immer keine Entscheidung zum Bau der dringend benötigten Gerätehäuser für den Löschzug Stadtmitte am Grasacker und die Löschgruppe Brüninghaus auf der Königsburg gefallen ist. Die Einsatzkräfte sprachen deshalb mit Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) und Kämmerin Vanessa Kunze-Haarmann. 

Anschließend war die Bürgermeisterin bemüht aufs Tempo zu drücken. So soll in der nächsten Ratssitzung am Montag, 28. September, eine Entscheidung fallen, ob die Gerätehäuser durch die Stadt als Bauherrin realisiert werden, oder nach einem Investorenmodell, bei dem die Stadt die Gebäude nach Fertigstellung anmietet. Letzteres Modell hatte die CDU ins Spiel gebracht und auch favorisiert. Deshalb ist das Planungsbudget von insgesamt 800 000 Euro auch weiterhin mit einem Sperrvermerk durch die Politik versehen. Daher waren in der Juni-Ratssitzung zunächst auch nur 190 000 Euro freigegeben worden, um die erweiterten Planungsleistungen bis einschließlich der Genehmigungsplanung, also letztlich bis zum fertigen Bauantrag, ausschreiben und beauftragen zu können. 

Bürgermeisterin hat einen klaren Standpunkt

„Mein Standpunkt ist klar. Das Gerätehaus am Grasacker sollten wir als Stadt in jedem Fall in Eigenregie in Zusammenarbeit mit einem kompetenten externen Fachplaner verwirklichen und dafür auch einen Investitionskredit aufnehmen“, sagte Voßloh im Gespräch mit der Redaktion und stellt sich damit auch ein Stück weit gegen ihre Fraktion. Sie begründet dies unter anderem mit der zentralen Lage in der Innenstadt und der nur begrenzten Fläche dort, weshalb entsprechendes Wissen erforderlich sei, um die Wünsche der Feuerwehr, aber auch die rechtlichen Vorgaben erfüllen zu können. Eine entsprechender Beschlussvorschlag der Verwaltung für die nächste Ratssitzung werde vorbereitet. Was den Bau des zweiten Gerätehauses angeht, sei sie bezüglich des Modells offen, weil die Ausgangslage auf der Königsburg eine komplett andere sei. 

Auf dieser Parkplatzfläche am Grasacker soll das neue Gerätehaus Stadtmitte entstehen.

Erste konkrete Schritte sollen bereits in der nächsten Woche erfolgen, indem die ersten Planungsleistungen eben bis einschließlich der Genehmigungsplanung in Auftrag gegeben werden. Denn die von der Politik gewünschte Grundlagenermittlung hat die Verwaltung seit Anfang August abgeschlossen. 

Auch Feuerwehr möchte unter Stadtregie bauen lassen

Auch Kai Tebrün favorisiert klar den Bau der Gerätehäuser unter Stadtregie. Darüber hinaus ist es dem Wehrleiter aber vor allem wichtig, dass diese Entscheidung nun sehr schnell fällt: „Der Unmut unter den Feuerwehrkameraden wurde zuletzt immer größer, weil es einfach nicht voran ging. Mein Stellvertreter Andreas Wäscher und ich waren viel damit beschäftigt die Ehrenamtler immer wieder zu beruhigen. Jetzt hat das nicht mehr geklappt und die Jungs wollten einfach ein Zeichen setzen.“ 

Tebrün selbst ist ebenfalls verärgert. Denn der Brandschutzbedarfsplan der Stadt Werdohl, wo die ehrenamtlichen Kräfte alle Aufgaben übernehmen und Werdohl so von der Pflicht zum Unterhalt einer hauptamtlichen und kostenintensiven Feuerwache befreit wird, wurde von der Arnsberger Bezirksregierung zwar genehmigt, die Zustimmung ist jedoch an Auflagen geknüpft. Um die Hilfsfristen einhalten zu können, also spätestens acht Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort zu sein, müssen unter anderem die Rahmenbedingungen in den Gerätehäusern entsprechend gut sein. „Das ist derzeit nicht der Fall, deshalb muss jetzt schleunigst etwas passieren“, sagte Tebrün. Um dies zu ändern, müsse ein entsprechender Maßnahmenkatalog der Bezirksregierung noch in diesem Jahr vorgelegt werden. 

Arbeiten könnten im nächsten Jahr beginnen

Sollte die Politik in der September-Ratssitzung grünes Licht für den Bau der Gerätehäuser geben, könnte mit den Arbeiten wohl im nächsten Jahr begonnen werden. Für den Neubau am Grasacker sind 800 000 Euro Planungs- und fünf Millionen Euro Baukosten in die Haushalte der nächsten Jahre eingestellt. Für das Bauvorhaben auf der Königsburg rechnet die Stadt mit Gesamtkosten von rund drei Millionen Euro. Um alle Auflagen zu erfüllen, muss in naher Zukunft zudem das Gerätehaus Kleinhammer durch einen Neubau ersetzt werden. Hier gibt es bislang aber weder eine Kostenschätzung noch eine Zeitvorstellung.

Mehr zum Thema neue Feuerwehrgerätehäuser für Werdohl lesen Sie hier.

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