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Neue Feuerwehrhäuser: Erschütternde Diskussion über den Planungsstand

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Von: Volker Heyn

Ausschließlich mit den Vertretern der CDU führten die städtische Architektin Caroline Ossenberg-Engels und Bürgermeister Späinghaus eine manchmal leicht hitzige Diskussion über die Planungen für die neuen Feuerwehrhäuser. Von der SPD gab es einen Beitrag, alle anderen schwiegen.
Ausschließlich mit den Vertretern der CDU führten die städtische Architektin Caroline Ossenberg-Engels und Bürgermeister Späinghaus eine manchmal leicht hitzige Diskussion über die Planungen für die neuen Feuerwehrhäuser. Von der SPD gab es einen Beitrag, alle anderen schwiegen. © Heyn, Volker

Beim Bau dringend notwendiger neuer Feuerwehrgerätehäuser sind unter der früheren Verwaltung Jahre verloren worden.

Mit der Fertigstellung des Hauses für die Stadtmitte am Grasacker wird jetzt frühestens im Herbst 2024 gerechnet – fünf Jahre später als erste Planungen. Über etwaige Kosten wollte niemand während der Ratssitzung am Montag eine Aussage treffen.

Die städtische Mitarbeiterin und Architektin Caroline Ossenberg-Engels trat am Montag im Festsaal Riesei mit einer Souveränität auf, die CDU-Ratsmitglied Christoph Plassmann zu der Frage veranlasste, in welcher Funktion sie denn hier stehe. „Ich bin die Task-Force für die Feuerwehrhäuser“, sagte sie. Ossenberg-Engels, so ergab eine Nachfrage bei Abteilungsleiter Thomas Schroeder, ist bei der Stadt befristet in Teilzeit angestellt. Sie ist neben anderen Aufgaben hauptsächlich für das Projekt Feuerwehrhäuser zuständig.

Präsentation über den Stand der Dinge

Die Altenaerin hatte den Ratsmitgliedern eine Präsentation über den Stand der Dinge und die nächsten Aufgaben vorgelegt und stellte sich auch den teils politischen motivierten Fragen vor allem aus den Reihen der CDU. Jürgen Henke von der SPD wollte die Diskussion am liebsten abbrechen und in seinen Fachausschuss ziehen, doch dafür gab es kein Verständnis, die Zeit drängt. Während Bürgermeister Späinghaus seiner Mitarbeiterin immer wieder beisprang, herrschte bei SPD, FDP und WBG lediglich großes Schweigen.

Caroline Ossenberg-Engels ist Architektin aus Altena und arbeitet seit einiger Zeit bei der Stadtverwaltung Werdohl. Sie stellte ihre Funktion im Rat so dar: „Ich bin die Task-Force für die Feuerwehrhäuser.“
Caroline Ossenberg-Engels ist Architektin aus Altena und arbeitet seit einiger Zeit bei der Stadtverwaltung Werdohl. Sie stellte ihre Funktion im Rat so dar: „Ich bin die Task-Force für die Feuerwehrhäuser.“ © Heyn, Volker

Späinghaus griff die vorherige Verwaltungsleitung – ohne Namen zu nennen – erheblich an: „In der Vergangenheit haben wir von der Verwaltung gehört, dass wir erst neue Gerätehäuser bauen können, wenn wir einen genehmigten Brandschutzbedarfsplan haben. Das ist Quatsch.“ Diese Ansicht war tatsächlich immer wieder von Bürgermeisterin Silvia Voßloh und Ordnungsamtsleiterin Andrea Mentzel vertreten worden. Mentzel war am Montag nicht im Rat zugegen. Späinghaus sagte, dass der damalige Rat mit „zum Teil falschen Informationen gefüttert“ worden sei, die „wir so hinnehmen mussten.“ Erst jetzt sei die Verwaltung deshalb in der Lage, überhaupt zeitliche Angaben zu machen.

Vier Bauprojekte stehen an

Was dann Ossenberg-Engels erst zusammenfassend und später im Detail vortrug, war schon einigermaßen erschütternd. Schließlich muss nicht nur das Gerätehaus am Grasacker neu gebaut werden, sondern auch die Königsburg und Kleinhammer brauchen neue Unterkünfte. Auch das noch relativ neue Gebäude in Eveking muss erweitert werden. Parallel zu den Neubauten wird an einem neuen Brandschutzbedarfsplan gearbeitet. Der aktuelle gesteht der Stadt den Betrieb einer Freiwilligen Feuerwehr nur noch bis Juli 2023 zu. Im Januar 2023 muss der Plan zur Genehmigung vorliegen. Ebenso sei eine neue Löschwasserbedarfsplanung fällig.

Dass am Grasacker zuerst neu gebaut werden soll, hatte der Rat schon früher entschieden. Katastrophaler sei allerdings die Lage im Gerätehaus der Löschgruppe Brüninghaus. Späinghaus sagte dazu: „Was die da aushalten, ist nicht mehr tragbar.“ Für eine vorübergehende Unterbringung werde über eine Art Containerdorf nachgedacht.

Bereisung mit einem Experten

Ossenberg-Engels berichtete von einer Bereisung mit Christoph Müller von der Kommunalagentur NRW am Montagvormittag. Die Agentur berät die Stadt in allen Belangen der Feuerwehr fachlich. Die Zusammenarbeit sei hervorragend.

Immerhin sei es gelungen, das Vergabeverfahren für die Architekturleistungen dem Märkischen Kreis zur Veröffentlichung vorzulegen. Die erste Ausschreibung wurde Ende Mai nach einer Rüge von der Vergabeplattform genommen. Die juristische Prüfung habe weitere mögliche Angriffspunkte aufgrund der Komplexität der Ausschreibung aufgezeigt. Zusammen mit der durch die Stadt beauftragten Projektsteuerung von DU Diederichs und einer Anwaltskanzlei habe man die Probleme lösen können.

Grasacker wohl ohne Investor

Diese Komplexität und die zu geringe Größe des Auftrags mache die Vergabe vom Grasacker an einen Investor unrealistisch. Ossenberg-Engels schlug eine klassische Gewerkevergabe vor. Eine gemeinsame Planung mit den anderen Häusern bedeute zuviel Zeitverlust. Weitere Häuser könnten später vielleicht gemeinsam an einen Investor vergeben werden.

All das gefiel der CDU nicht, die immer für eine Investorenlösung geworben hatte. Über diese Vergabe wird der Rat im Oktober eine erste Entscheidung treffen müssen. Weil die Diskussion stellenweise recht hitzig verlief, wurde immer wieder die Gemeinsamkeit beschworen: „Wir sind ein Team.“

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