Wohl doch mehrere Helfer nach Motorradunfall

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Motorradunfall im Versetal: Um das Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer ist eine heftige Diskussion entbrannt.

Werdohl - Möglicherweise haben doch nicht so viele Autofahrer dem am Montagnachmittag im Versetal verunglückten 44-jährigen Motorradfahrer ihre Hilfe verweigert, wie es zunächst dargestellt wurde. Das haben am Dienstag weitere Nachfragen der Redaktion ergeben.

Werdohls Stadtbrandinspektor Kai Tebrün hatte am Montag nach dem Unfall einen Plettenberger Feuerwehrkameraden zitiert, der erste Hilfe geleistet und berichtet haben sollte, dass viele Autofahrer ohne zu helfen an der Unfallstelle vorbeigefahren seien. Damit wäre der Tatbestand der unterlassenen Hilfeleistung erfüllt gewesen, der strafbar ist.

Die Polizei allerdings, das ergab am Dienstag eine Nachfrage, ermittelt nicht in diese Richtung. Vielmehr seien zwei Zeugen, ein Mann und eine Frau, bekannt, die den Unfall unmittelbar beobachtet hätten, teilte Polizei-Pressesprecher Dietmar Boronowski mit. Beide hätten sofort angehalten und geholfen.

Ähnlich schilderte der Plettenberger Feuerwehrmann Luis König (19) das Geschehen. Er sei am Montag in seinem blauen Audi „drei Autos und zwei Sattelzüge hinter dem Motorrad“ durch das Versetal gefahren. Nach dem Unfall habe ein Auto sofort angehalten, ein weiteres etwas später. Den einen Autofahrer habe er sogar gekannt, die Frau nicht.

 „Beide waren aber so schockiert, dass sie gar nicht viel machen konnten“, sagte König, weshalb er selbst erste Hilfe geleistet habe. Jemand anderes habe wohl in der Zwischenzeit einen Notruf abgesetzt.

Vom Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer war König aber auch am Tag nach dem Unfall noch enttäuscht. „Der Verkehr floss weiter, die sind einfach so durch die Unfallstelle gefahren. Das war nicht ungefährlich“, hätte sich der junge Feuerwehrmann gewünscht, dass weitere Autofahrer die Unfallstelle abgesperrt hätten.

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