DB verspricht: Neue Aufzüge am Bahnhof ab Februar

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Die Aufzüge am Werdohler Bahnhof sollen im neuen Jahr ersetzt werden.

Werdohl - Fast fünf Jahre haben die Werdohler zwischen 2002 und 2006 auf die Aufzüge am Bahnhof warten müssen. Ähnlich lange warten sie jetzt schon darauf, dass die vorhandenen Modelle ersetzt werden. Doch nun scheint Bewegung in die Angelegenheit zu kommen.

Die Aufzüge hatte die Deutsche Bahn errichten lassen, um Bahnreisenden den beschwerlichen Weg über die Gleisüberführung – mehr als 40 Stufen hinauf und mehr als 40 Stufen auch wieder hinunter – zu erleichtern. Im August 2006 ging die Anlage in Betrieb. Doch nicht einmal eine Woche später gab es die erste Panne: Drei Personen blieben in einem der Aufzüge stecken, mussten 45 Minuten ausharren. Der Löschzug Stadtmitte der Feuerwehr musste anrücken, um die beiden Erwachsenen und das Kleinkind zu befreien. 

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass die Feuerwehr ausrücken musste, um im Fahrstuhl stecken gebliebenen Personen zu helfen. Nur wenige Tage später standen die drei Lifte wieder still. Und so ging es weiter. Nicht immer war es technisches Versagen, wenn die Aufzüge ihren Dienst versagten. Nicht selten dürfte es menschlicher Übermut gewesen sein, wie am Abend des 2. Weihnachtstages 2009. Mehrere Jugendliche hatten die Aufzüge – wahrscheinlich mutwillig – zum Stillstand gebracht. Feuerwehr und technische Dienstleister waren stundenlang damit beschäftigt, sie zu befreien. 

Zeitweise waren die Aufzüge komplett außer Betrieb, weil die Bahn nach Ursachen für die immer wieder auftretenden Störungen suchen musste oder weil Ersatzteile für die beschädigte Anlage fehlten. Bei den Fahrgästen wuchs derweil die Verärgerung über die unzuverlässige Technik. 

In keiner anderen Stadt mehr Probleme 

In keiner anderen Stadt habe die Deutsche Bahn so viele Probleme mit den Aufzügen wie in Werdohl, hieß es 2014. Die Bahn steckt nach eigenen Angaben jedes Jahr mehrere zehntausend Euro in die technische Instandhaltung und Pflege der Aufzugsanlage. 

2015 berichtete ein Techniker der Deutschen Bahn, dass fünf Prozent der Störungen auf technische Defekte zurückzuführen seien. 95 Prozent der Störungen seien eindeutig Folge von Vandalismus. Die meisten Störungen sind zu Zeiten des Schülerverkehrs am Aufzug Richtung Bahnhofsvorplatz zu beobachten. Der Aufzug an der Vosslohstraße sei wesentlich seltener außer Betrieb. Die Bahn geht deshalb davon aus, dass der Aufzug direkt am Bahnhof in den allermeisten Fällen mutwillig von Jugendlichen beschädigt werde. Wenn mehrere Personen im Aufzug während der Fahrt auf- und abspringen, wechselt der Fahrstuhl in den Notmodus, senkt sich ab und geht außer Betrieb. Automatisch wird dann die Feuerwehr alarmiert, die manchmal auch Personen aus dem Aufzug befreien muss. Die Haftungsfrage bei Vandalismus ist ungeklärt, die Allgemeinheit bleibt meistens auf den Kosten von rund 450 Euro pro Feuerwehreinsatz sitzen. 

Arbeiten sollen etwa fünf Monate dauern 

Doch jetzt soll bald alles besser werden. Im Februar will die Deutsche Bahn nach Angaben eines Unternehmenssprechers damit beginnen, die Aufzugsanlage komplett auszutauschen. Geplant sei keine Reparatur, sondern ein Neubau. „Das wird eine Anlage auf dem neuesten Stand der Technik“, sagte Bahnsprecher Stefan Deffner. „Damit sollte sich die Situation dann eigentlich verbessern.“ Die Arbeiten sollen etwa fünf Monate dauern. 

Neue Aufzüge schon mehrfach angekündigt 

Neue Aufzüge hatte die Bahn bereits mehrfach angekündigt, zuletzt im Mai für das vierte Quartal dieses Jahres. Die neuerliche Verzögerung begründete der Bahnsprecher mit der bevorstehenden Weihnachtszeit und dem Jahreswechsel. „Dann wird in vielen Betrieben nicht gearbeitet, es hätten also während der Bauzeit drei Wochen Pause gedroht.“ Bei einem Baubeginn im Februar könne dagegen am Stück durchgearbeitet werden. In Betrieb gehen sollen die neuen Aufzüge im Juni.

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