Neubau der Lennebrücke verzögert sich immer mehr

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Die Lennebrücke ist mittlerweile 62 Jahre alt und hält den Belastungen insbesondere durch den Schwerlastverkehr nicht mehr stand.

Werdohl - Der Neubau der Lennebrücke verzögert sich mindestens um ein weiteres halbes Jahr. Das bestätigte Karl-Josef Fischer von Landesbetrieb Straßen.NRW. Die Abstimmungsgespräche zwischen drei beteiligten Ingenieurbüros und den Wasserbehörden benötigten mehr Zeit als gedacht. Die wasserrechtliche Genehmigung für den Brückenneubau werde voraussichtlich erst im Oktober oder November in diesem Jahr vorliegen, sagte Fischer.

Ursprünglich sollte in diesen Tagen eine Ausschreibung für den Neubau herausgegangen sein. Mit dem Bau beginnen wollte der Landesbetrieb dann in diesem Sommer. Doch es gibt Probleme, unter anderem mit dem Bau des Dükers, in dem Versorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser zur Unterquerung der Lenne verlegt werden sollen. „Der Düker soll in einem Bereich gebaut werden, in dem auch eine neue Sohlgleite als Ersatz für die Fischtreppe gebaut werden soll“, erläuterte Fischer.

Diese beiden Bauwerke müssten nun aufeinander abgestimmt werden, was Zeit koste. Das verzögere auch die Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung. „Die Wasserbehörden benötigen dafür eine fertige Ausführungsplanung“, sagte Fischer. Und die könne es nun einmal nur geben, wenn es endgültige Planungen für alle Bauwerke einschließlich des Dükers gebe.

„Ein ziemlich zäher Prozess“

„Diese ganze Abstimmung unter den verschiedenen Stellen ist ein ziemlich zäher Prozess“, sagte Fischer, der nun damit rechnet, „dass wir Anfang 2019 einen Auftragnehmer haben werden“. Sobald dann die Hochwasserzeit an der Lenne vorüber sei, solle dann mit den Arbeiten zur Erstellung der Widerlager für die Behelfsbrücke begonnen werden, über die der Verkehr zweispurig und ohne Einschränkungen für den Schwerlastverkehr fließen soll, bis die neue Brücke fertig ist.

Behelfsbrücke kommt später

Der Ausleihtermin der Behelfsbrücke sei aufgrund dieser neuen Entwicklung schon verschoben worden. Straßen.NRW leiht sich beim Bund eine Stahlbrücke aus, auf der sogar Schwerlastverkehr im Gegenverkehr fahren kann. Diese Reservierung sei jetzt auf Mai 2019 verschoben worden, sagte Fischer.

Seit April 2014 nur einspurig

Die Lennebrücke ist seit April 2014 nur noch einspurig befahrbar. Das Bauwerk ist bereits aus dem Jahr 1956 und vor allem dem Schwerlastverkehr nicht mehr gewachsen. Deshalb soll eine neue, 90 Meter lange Brücke gebaut werden, der der alten optisch aber sehr ähneln wird.

Gesamtkosten von 5,7 Mio. Euro

Der Landesbetrieb Straßen.NRW rechnet mit Gesamtkosten von rund 5,7 Millionen Euro, wobei der Großteil mit mehr als 4,1 Millionen Euro auf den Brückenneubau entfällt. Der Abbruch der alten Brücke ist mit rund 400 000 Euro veranschlagt, die Kosten für die Behelfsbrücke und das Verschwenken der Zufahrten von der Bundesstraße 236 belaufen sich auf knapp 1,2 Millionen Euro.

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