Probleme am Grasacker und auf der Königsburg

Neubau der Feuerwehrhäuser: Noch ein langer Weg

Das Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Brüninghaus ist in einem so katastrophalen Zustand, dass noch vor dem geplanten Neubau über eine Übergangslösung mit Containern nachgedacht wird.
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Das Feuerwehrgerätehaus der Löschgruppe Brüninghaus ist in einem so katastrophalen Zustand, dass noch vor dem geplanten Neubau über eine Übergangslösung mit Containern nachgedacht wird.

Die städtische Architektin Caroline Ossenberg-Engels hat in der Stadtratssitzung am Montag für den Bau des Feuerwehrgerätehauses am Grasacker einen Zeitplan vorgelegt, der immer noch mit einigen Fragezeichen verbunden ist.

Danach können die Planungsleistungen frühestens im Januar 2022 beauftragt werden. Der Bauantrag könne vielleicht im Herbst 2022 gestellt werden, mit einem Baubeginn wäre möglicherweise im Frühjahr 2023 zu rechnen. Optimistisch gedacht könnte der Bau im Herbst 2024 stehen.

Neben dem bereits bekannten Problem mit dem sehr begrenzten Grundstück gibt es am Grasacker neuerdings auch eine Hochwasserproblematik. Diese sei allerdings zu händeln, meint die Architektin. Bei einem sogenannten 100-jährigen Hochwasser werde das Grundstück bis zu 1,50 Meter überflutet. Trotzdem dürfe die Feuerwache am Grasacker gebaut werden, wenn für den Extremfall eine „einsatzfähige Ausweichmöglichkeit“ für Fahrzeuge und Geräte vorgesehen und ein mögliches Extremhochwasser baulich berücksichtigt werde. Es wird überlegt, diese Ausweichmöglichkeit am zukünftigen Standort Königsburg mit einzuplanen.

Flächenzukauf fast abgeschlossen

Der Grundstückszuschnitt am Grasacker sei mittlerweile so weit wie möglich optimiert. Ein kleiner Flächenzukauf sei so gut wie abgeschlossen, ergänzte Bürgermeister Späinghaus (SPD) am Montag.

„Den Lärmschutz bekommen wir in den Griff“, sagte Ossenberg-Engels. Mit baulichen Maßnahmen bei der Gebäudekonzeption und entsprechenden Materialien sowie festgelegten Abläufen im Betrieb könne der erforderliche Lärmschutz – direkt angrenzend ist eine Altenwohnanlage – geleistet werden.

Brüninghaus müsste eigentlich vorgezogen werden

Eigentlich müsste der Neubau für die heruntergekommene Unterkunft der Löschgruppe Brüninghaus vorgezogen werden. Diesen Eindruck konnte man in der Ratssitzung am Montag bekommen. Bürgermeister Späinghaus (SPD) wie auch Manfred Buchta von der CDU sprachen von „katastrophalen Zuständen“ und „Zumutungen“. Dass hier feuerwehrtechnische Richtlinien schon seit Jahren nicht mehr eingehalten werden, ist bekannt.

Erste Planungen vor mehr als fünf Jahren gingen davon aus, die Löschgruppe Brüninghaus mit dem Löschzug Stadtmitte am Grasacker zusammen zu legen. Das klappte wegen der Ausrückezeiten und anderer Gründe nicht, sodass auf der Königsburg nach einem verfügbaren Grundstück gesucht wurde. Am Wendehammer der Brüninghausstraße hat man jetzt ein städtisches Grundstück fest im Blick. Caroline Ossenberg-Engels konkretisierte die Planungen. Die einzige Tücke dort sei, dass es sich um eine Kampfmittelverdachtsfläche handele. Das sei unproblematisch. Im Gegensatz zum Grasacker sei die Fläche ausreichend groß und es gebe keine Hochwasserproblematik.

Auch in Kleinhammer muss neu gebaut werden

Auch in Kleinhammer muss dringend neu gebaut werden, ein Grundstück ist hier nicht festgelegt worden. Dass das noch relativ neue Feuerwehrhaus Eveking nachgebessert werden muss, ist noch nicht allzu lange bekannt. Die nötigen Nachbesserungen sind auch noch nicht gelistet.

Die städtische Architektin Caroline Ossenberg-Engels stellte sich bei der Ratssitzung vor allem den Fragen der CDU. Bürgermeister Späinghaus (Mitte) sprang ihr bei, wenn es allzu politisch wurde. Abteilungsleiter Thomas Schroeder (hinten) hörte zu.

Die Liste der noch fehlenden Planungs- und Arbeitsschritte ist lang. Unter dem Stichwort „Was fehlt?“ stellte Ossenberg-Engels folgende Punkte vor: Raumprogramme und Fahrzeuglisten müssen optimiert werden; funktionale Raumbeziehungen müssen ausgearbeitet werden; die Durchplanung der Ausweichmöglichkeit bei Hochwasser steht noch an. Erst danach sind die Vergabe der Planungsleistungen und die bauliche Ausführung möglich. Wann damit auf der Königsburg und in Kleinhammer zu rechnen ist, kann niemand sagen.

Erste Begehung hat stattgefunden

Parallel dazu muss noch der Brandschutzbedarfsplan bis 2023 fortgeschrieben sein, sonst sind die Bemühungen um den Erhalt einer Freiwilligen Feuerwehr völlig vergebens.

Immerhin hatte es am Montag eine erste gemeinsame Begehung aller Standorte durch die Feuerwehr und mit fachlicher Unterstützung durch die Kommunalagentur NRW gegeben. Weitere Termine werden gerade abgesprochen. Notwendige provisorische Maßnahmen würden parallel dazu vereinbart. Vorrangig sei jetzt die Erarbeitung detaillierter und zukunftsorientierter Grundlagen für die Vergabe aller Planungsleistungen. Ossenberg-Engels fand eigene Worte: „Die Feuerwehr ist der beste Partner, den wir haben. Christoph Müller von der Kommunalagentur redet Tacheles.“ Denn der nächste Schritt ist der Entscheid für ein Investorenmodell oder für die klassische Gewerkevergabe. Ossenberg-Engels hatte am Montag deutlich gemacht, dass sich aus ihrer Sicht eine Investorenlösung nicht rechne. Alle anderen Überlegungen sollten beiseite gelassen werden, damit es jetzt voran gehe: „Raus aus allen alternativen Planungen ist jetzt das Schnellste.“

Nächste Sitzung am 11. Oktober

Die Grundsatzentscheidung darüber trifft der Rat in seiner nächsten öffentlichen Sitzung am Montag, 11. Oktober.

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