Mit elektronischem Gerät Fledermäusen auf der Spur

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Brachte den Kindern das Thema Fledermaus auf spielerische Art näher: Gabi Grüne. ▪

WERDOHL ▪ Die Einladung war verlockend und spannend zugleich: Blutsauger und Freunde der Vampire? Alles Humbug? Oder doch was Wahres dran an den Geschichten über die Fledermäuse? Das Naturschutzzentrum Märkischer Kreis hatte am Freitag zu einer Exkursion zum Thema eingeladen. Die Erwartungen von Fledermaus-Spezialist Ralf Blauscheck und seiner Kollegin Gabi Grüne bezüglich der Teilnehmerzahl wurden deutlich übertroffen. Nicht ganz hundert Interessierte waren an die Altenaer Straße gekommen.

Von Rainer Kanbach

Vom Treffpunkt unterhalb der Stadtbrücke „pilgerte“ die vielfach mit Taschenlampen ausgestattete Gruppe zum Lenne-Knick an der Altenaer Straße. Ein idealer Punkt für Beobachtungen, wie Ralf Blauscheck sehr schnell durch umher fliegende Fledermäuse belegen konnte. Und während der Experte des Naturschutzzentrums die Erwachsenen mit Infos fütterte, sorgte Gabi Grüne dafür, dass bei den ebenfalls zahlreichen Kindern eine mit Spielen angereicherte Fledermaus (Vampir)-Stimmung aufkam.

Acht bis zehn Arten der „Nachtjäger“ sind im hiesigen Raum heimisch. Was man beobachten kann, so Ralf Blauscheck in Vorfeld, „ist eigentlich nie klar, denn Fledermäuse sind im Grunde stinkefaul“. Man müsse es also nehmen, wie es gerade kommt. Auch wenn man sie nicht sehe, seien sie auf jeden Fall über extrem empfindlich eingestellte Detektoren hörbar zu machen. Allein das war schon ein Erlebnis für die Teilnehmer, wobei der Experte sehr genau sagen konnte, ob nun ein Abendsegler, eine Zwerg- oder Wasser-Fledermaus mit elektronischer Hilfe hörbar gemacht wurde.

Klar, dass es zur Spezies Fledermaus auch allgemeine Informationen an diesem Abend gab. So erfuhren die Teilnehmer, dass die kleinen, mit einem Super-Navi ausgestatteten Nachtjäger zur Gruppe der Säugetiere gehören, eine rund 40 Millionen Jahre lange Entwicklungsgeschichte hinter sich haben und etwa ein bis zwei Jungtiere, die mit Milch gesäugt und nach etwa sechs Wochen selbständig werden, zur Welt bringen. Gefahr für sie gibt es durch den Einsatz von Pesti- und Herbiziden.

Tiere, die hier bleiben, beziehen etwa spätestens im November ein Winterquartier, das sie erst ab März wieder verlassen. Manche Arten zieht es in den französischen Süden, den sie nach zwei Nächten – bei bis zu 80 Kilometern pro Stunde – auch erreichen, wusste der Experte zu berichten. 60 bis 80 kleine Fledermäuse fressen in kürzester Zeit den Inhalt eines prall mit Insekten gefüllten, blauen Sackes. Die überall in vergangenen Jahrzehnten deutlich zurück gegangenen Bestände erholen sich allmählich, erklärte Ralf Blauscheck abschließend.

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