Nase und Jochbein gebrochen

WERDOHL ▪ Weil er einem anderen Nasen- und Jochbein gebrochen haben soll und zudem versucht haben soll, einer Frau in Plettenberg gewaltsam die Handtasche zu entreißen, musste sich ein 19-jähriger Werdohler wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Raubes vor dem Amtsgericht Altena verantworten. Der Tag endete mit einer Schmerzensgeldzahlung von 500 Euro, einer Teilnahme am Antigewalttraining und einem Freispruch.

Der junge Mann auf der Anklagebank machte einen eher harmlosen Eindruck. Doch die Vorwürfe gegen den Werdohler wogen schwer. So soll er zunächst am 1. Januar gegen 1.10 Uhr in Hagen vor dem CineStar Kino in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein. In deren Verlauf, so die Anklage, versetzte er einem 21-Jährigen erst einen Faustschlag ins Gesicht und anschließend einen Hieb mit einem länglichen Gegenstand. Als Folge dieser Attacke erlitt der Geschädigte einen Nasen- und Jochbeinbruch sowie eine Platzwunde an der Augenbraue. Zudem büßte er ein Stück seines Zahnes ein.

Am 24. Januar gegen 15.15 Uhr soll der Angeklagte versucht haben, einer 58-jährigen Frau, die kurz vorher einen Schlaganfall erlitten hatte, mit voller Wucht die Handtasche zu entreißen. Die Überfallene soll ihr Gepäckstück aber gut verteidigt und nicht losgelassen haben. Selbst als sie der Angeklagte zu Boden gerissen haben soll, ließ sie nicht locker. Schließlich flüchtete der Werdohler laut Vorwurf ohne Beute. Vor Gericht stritt der 19-Jährige den versuchten Raubvorwurf vehement ab. „Ich war selber erstaunt, als ich das mit der Frau hörte. Ich habe damit nichts zu tun“, so der Angeklagte. Er habe lediglich das Geschehen beobachtet, und sei dem wahren Täter sogar noch nachgelaufen. Die 58-Jährige bestätigte schließlich, dass es sich bei dem Werdohler nicht um den Täter handelte. Dieser sei größer und von dunklerer Hautfarbe gewesen. Am Ende sprach das Gericht den Angeklagten in diesem Punkt frei.

Bezüglich der Körperverletzung erklärte der 19-Jährige, dem Opfer zwar einen Faustschlag verpasst zu haben, woraufhin der 21-Jährige auch zu Boden gegangen sei. Einen Gegenstand habe er jedoch nicht eingesetzt. Das Opfer selbst konnte sich zwar an einen Gegenstand erinnern, nicht jedoch an den Angeklagten als Täter. Der Bruder des Geschädigten gab hingegen an, den Werdohler neben seinem am Boden liegenden Bruder gesehen zu haben, ein Gegenstand sei ihm allerdings nicht aufgefallen.

Jetzt muss der bereits einschlägig vorbestrafte Angeklagte 500 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen und dazu an einem Antigewalttraining teilnehmen. ▪ jape

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