Vortrag in der Klinik:Die Angst vor der Narkose

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Anästhesist Dr. Ulrich Valenta erklärte Wissenswertes zur Narkose.

Werdohl - Operationen werden in den meisten Fällen nur unter Vollnarkose durchgeführt. Doch gerade davor fürchten sich viele Menschen. Dr. Ulrich Valenta ist Anästhesist der Stadtklinik Werdohl und versuchte jetzt seinen Patienten mit einem Vortrag die Angst vor der Narkose zu nehmen.

Etwa 30 Besucher kamen in den Mehrzweckraum der Stadtklinik, um sich den Vortrag von Dr. Valenta anzuhören. Viele von ihnen, so wurde schnell deutlich, mussten bereits Operationen durchführen lassen oder haben Angst vor einer Narkose. Genau da setzten die Ausführungen von Valenta an. Es ginge ihm darum, den Menschen die Angst zu nehmen und ihnen detailliert zu erklären, was genau bei einer Narkose passiert. Die oberste Priorität sei die Sicherheit der Patienten, erklärte Valenta. „Alles wird überwacht“, sagte er. Vorab gebe es eine detaillierte Aufklärung, bei der OP gebe es eine Aufsicht und alle Werte würden dokumentiert. Mit all diesen Sicherheitsvorkehrungen versuchte Valenta, seine skeptischen Zuhörern von der geringen Gefahr der Narkose zu überzeugen.

Fragen des Patienten und Unklarheiten würden in Vorgesprächen besprochen. Dort werde beispielsweise geschaut, ob der Patient narkosefähig sei, welche Medikamente er weiterhin einnehmen dürfte, welche abgesetzt werden müssten und wie genau die Operation ablaufen werde. Erst dann müsste sich der Patient für oder gegen die Operation mit Narkose entscheiden.

Viele haben kein Vertrauen zu ihrem Arzt, haben den Ablauf oder die Begrifflichkeiten nicht verstanden und entscheiden sich dann gegen eine Narkose, erklärte Valenta. „Aber eine Operation ist doch auch gefährlich“, provozierte er die Zuhörer.

„Die Narkose an sich ist nicht gefährlich“

Seit 2011 habe es unter seiner Aufsicht als Narkosearzt keine Komplikationen mit Todesfolge gegeben, so Valenta. Er könnte immerhin auf 33 Jahre Berufserfahrung zurückblicken und war zuvor als leitender Oberarzt in Lüdenscheid tätig. In seinen Augen sei es von großer Bedeutung, wer die Narkose durchführe. Solange erfahrene Chirurgen und Anästhesisten die OP überwachen, könnte dem Patienten nichts passieren, denn „die Narkose an sich ist nicht gefährlich“, verdeutlichte Valenta.

Ärzte unterscheiden generell zwischen Allgemeinanästhesie – das ist die Vollnarkose – und der Regionalanästhesie, der sogenannten örtlichen Betäubung, so Valenta. Dabei werde nur ein bestimmter Körperteil oder eine Region narkotisiert, nicht aber der ganze Körper. Auch wirke das Medikament nicht auf das zentrale Nervensystem im Gehirn, sodass der Patient bei einer Regionalanästhesie das Bewusstsein behält.

Ziel: Patienten schmerzfrei operieren

Eine Operation ohne Narkose sei im Grunde nicht möglich, so Valenta. Bei einer Vollnarkose würden Abwehrreaktionen und Reflexe wie Husten- und Schluckreize gedämpft. Das Ziel: Patienten schmerzfrei operieren. Das gelinge oftmals nur mit einer Allgemeinanästhesie.

In seinem Vortrag zeigte Valenta zusätzlich zu seinen Ausführungen zahlreiche Bilder von Operationen und Patienten, die narkotisiert wurden. In einer Bilderstrecke sahen die Besucher, welche Utensilien bei einer Narkose verwendet werden oder wie eine örtliche Betäubung durchgeführt wird. Durch Aufklärung und einfache Sprache wollte er den Zuhörern ein sichereres Gefühl für den nächsten Gang in den OP geben.

Von Nathalie Kirsch

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