Nachtabschaltung: WBG sieht Sparlinie von der SPD aufgekündigt

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Thorsten Hänel von der WBG ärgert sich über Matthias Wershoven.

Werdohl - Thorsten Hänel von der WBG ist „schockiert“ über den Antrag der SPD an den Rat, die Nachtabschaltung wieder rückgängig zu machen. „Uns wurde immer vorgeworfen, wir würden die gemeinsame Sparlinie verlassen, jetzt bricht die SPD diese Übereinkunft.“

Der SPD-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeisterkandidat Matthias Wershoven hatte Ende der vergangenen Woche den Antrag an den am 7. April letztmalig tagenden Rat gestellt. Die Nachtabschaltung sei den Bürgern nicht vermittelbar, das habe die SPD jetzt erkannt, und deshalb müsse die umstrittene Abschaltung wieder rückgängig gemacht werden.

Die jährlichen Kosten von 21.000 Euro könnten durch den fiktiv für 2018 errechneten Haushaltsüberschuss von rund 100.000 Euro gedeckt werden. „Eine Milchmädchenrechnung“, regt sich Thorsten Hänel auf. „Wer weiß denn, ob dieser Abschluss tatsächlich erreicht wird?“ Eine solche Aufrechnung sei seiner Meinung nach „einfach nicht in Ordnung.“

Im Herbst hatte die WBG eine Informationsveranstaltung für Bürger zur Nachtabschaltung organisiert. „Wir wollten gemeinsam mit Bürgern nach Lösungen und Vorschlägen suchen“, so Hänel. Daraufhin sei die WBG von allen anderen Fraktionen und von der Verwaltung „zurückgepfiffen“ und ihr ein „Alleingang“ vorgeworfen worden.

„Uns wurde damals von allen vorgeworfen, wir würden den gemeinsamen Weg verlassen.“ Die WBG habe aber nicht ausscheren wollen und die anderen Parteien dazugeholt. Hänel: „Wir waren sofort gesprächsbereit, es hat deswegen keine Streitereien gegeben.“ Nach der Veranstaltung seien „leider“ keine der Ideen und Vorschläge von der Verwaltung aufgegriffen worden. Hänel: „Die Nachtabschaltung ist sehr unglücklich, wir haben deshalb immer nach anderen Ideen oder Lösungen gesucht.“

Dass SPD-Bürgermeisterkandidat Wershoven jetzt das WBG-Engagement zu seinem eigenen mache, ärgert Hänel sehr. Damals sei der WBG vom SPD-Ratsherrn Cornelius Böttcher wahlkampftaktisches Kalkül vorgeworfen worden. Hänel: „Was ist das denn jetzt bei der SPD?“

Auch die Ankündigung der CDU-Ratsfrau und Bürgermeisterkandidatin Silvia Voßloh, als Bürgermeisterin die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung rückgängig zu machen, sieht Hänel kritisch. Natürlich sei es geschickt und richtig, diese Entscheidung dem neuen Rat zu überlassen: „Ein guter Wahlkampfknaller.“

Aber ihrer Rede habe offensichtlich auch CDU-Fraktionschef Ohrmann zugestimmt, der erst vor ein paar Tagen im Rat die WBG in Sachen Nachtabschaltung zurechtgewiesen hatte. Ohrmann hatte die WBG gebeten, ihre „Klientel“ doch darauf hinzuweisen, dass der Ratsbeschluss zur Nachtabschaltung eine gemeinsame Sache aller Fraktionen sei, auch die der WBG. Hänel dazu: „Da hat Stefan Ohrmann böse mit dem Finger auf die WBG gezeigt. Und jetzt ist auf einmal alles ok? Ich bin sprachlos.“

Auf die Frage, wie sich denn die WBG bei der Abstimmung im April verhalten werde, kann Hänel noch nichts sagen: „Das müssen wir erst in der Fraktion besprechen.“ Seiner persönlichen Meinung nach sei das eher eine Entscheidung, die der zukünftige Rat zu treffen habe. Bei der Verwaltung sei der SPD-Antrag noch nicht eingegangen, hieß es aus dem Bürgermeisterbüro. Ob es dazu eine Verwaltungsvorlage oder eine Stellungnahme des Bürgermeisters gibt, könne deshalb noch nicht gesagt werden. - Von Volker Heyn

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