1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Werdohl

Nachtabschaltung kommt – Details aber noch offen

Erstellt:

Von: Volker Griese

Kommentare

Die Beleuchtung des Rathauses in der Dunkelheit kommt nach Worten von Bürgermeister Andreas Späinghaus auch auf den Prüfstand, wenn es darum geht, Energie zu sparen.
Die Beleuchtung des Rathauses in der Dunkelheit kommt nach Worten von Bürgermeister Andreas Späinghaus auch auf den Prüfstand, wenn es darum geht, Energie zu sparen. © Griese, Volker

Die Nachtabschaltung der Werdohler Straßenbeleuchtung wird kommen. Offen ist allerdings noch, wo genau und für welchen Zeitraum die Laternen ausgeschaltet werden. Das hat der Hauptausschuss in seiner Sitzung am Montag signalisiert. Der Bürgermeister kündigte außerdem weitere Sparmaßnahmen an.

Werdohl ‒ Die dringende Notwendigkeit zur Energieeinsparung infolge der Ukrainekrise, verbunden mit der aktuellen Strompreisentwicklung und einem gestiegenen Umweltbewusstsein in der Bevölkerung gäben Anlass, die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung erneut zu thematisieren, lautete die Begründung, mit der Bürgermeister Späinghaus das Thema auf die Tagesordnung des Hauptausschusses gebracht hatte. Die stundenweise nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung ist für Werdohl kein neues Thema. Schon zwischen 2013 und 2018 hatte es das einmal gegeben – eine von 69 Maßnahmen, um den städtischen Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Während die Nachtabschaltung seinerzeit höchst umstritten war und in der Bevölkerung Proteste ausgelöst hatte, scheint die Notwendigigkeit in der augenblicklichen Situation kaum jemand bestreiten zu wollen. Diesen Eindruck hatte jedenfalls Bürgermeister Späinghaus, denn er sagte: „Ich glaube, dass in der Bevölkerung angekommen ist, dass wir uns energetisch neu aufstellen müssen.“ Jedenfalls hielte er es aber für ein „falsches Signal, wenn sich Werdohl nicht auch auf den Weg machen würde“, um den Energieverbrauch zu senken.

Aus den Fraktionen gab es in der Hauptausschusssitzung wenig Gegenwind. Der stellvertretende WBG-Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Frick warf allerdings die Frage auf, warum die Stadtverwaltung vorschlage, nur in der Innenstadt auf die Nachtabschaltung am Wochenende zu verzichten. „Werden die Bürger in der Innenstadt bevorzugt behandelt? Wohnen in den Außenbezirken Bürger zweiter Wahl?“, fragte er mit durchaus polemischem Unterton. Bürgermeister Späinghaus erklärte jedoch, dass dieser Vorschlag ganz einfach auf der Annahme beruhe, dass in der Innenstadt am Wochenende noch mehr Leben herrsche als in den Wohngebieten außerhalb des Stadtzentrums.

Dass in der Innenstadt aber auch am Sonntagabend „nach dem Beginn des Tatorts im Fernsehen“ noch viel Betrieb sei, stellte Christoph Plaßmann (CDU) infrage, weshalb er vorschlug, die Straßenbeleuchtung dort entgegen des Vorschlags der Verwaltung auch sonntags abends abzuschalten.

Bürgermeister Späinghaus erkannte „eine klare Tendenz“ im Ausschuss, der geplanten Nachtabschaltung, von der sich die Stadt eine Reduzierung des Stromverbrauchs von acht Prozent pro Stunde verspricht, zuzustimmen. Zu einer Abstimmung kam es dennoch nicht. Die Verwaltung wolle die im Ausschuss gegebenen Anregungen aufnehmen und dem Rat für seine Sitzung am 19. September einen neuen Beschlussvorschlag vorlegen.

Bisher liegt der Vorschlag auf dem Tisch, einen Großteil der Straßenbeleuchtung von Mitternacht bis 4.15 Uhr auszuschalten. In der Innenstadt könne die Abschaltung an Wochentagen auf 1 bis 4 Uhr beschränkt werden und am Wochenende ganz wegfallen, heißt es. Nach den Wortmeldungen aus der Politik dürfte mindestens darüber noch nicht das letzte Wort gesprochen sein.

Auch über die Modernisierung der Straßenbeleuchtung dürfte in Zukunft noch gesprochen werden. Zwar hat Werdohl bereits knapp zwei Drittel von insgesamt 3400 Straßenleuchten mit energiesparender LED-Technik ausgestattet, es gibt aber durchaus noch Optimierungspotenzial. „Smarte Technologie wird allmählich erschwinglich“, sagte CDU-Ratsherr Dirk Middendorf, der sich als Geschäftsführer eines Elektronikunternehmens beruflich mit solchen Fragen befasst.

Bürgermeister Späinghaus geht aber auch davon aus, dass es mit Maßnahmen im Zusammenhang mit der Straßenbeleuchtung noch nicht getan ist, was das Einsparen von Energie angeht. „Wir müssen uns auch um die Außenbeleuchtung an den städtischen Gebäuden kümmern“, sah er noch weiteren Handlungsbedarf. Auch die Werdohler Lichtpunkte, in der Dunkelheit angestrahlte besondere Gebäude, müssten in die Überlegungen einbezogen werden, kündigte er an.

Auch interessant

Kommentare