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Nach Material-Engpass: Brückenbau im MK wird fortgesetzt

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Von: Volker Heyn

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Auf der Behelfsbrücke liegen schon Randsteine und Teile für Kanalisation und Entwässerung, die für die beiderseitigen Zufahrten gebraucht werden.
Auf der Behelfsbrücke liegen schon Randsteine und Teile für Kanalisation und Entwässerung, die für die beiderseitigen Zufahrten gebraucht werden. © Heyn, Volker

Donnerstag war ein guter Tag für die Werdohler Brückenbaustelle: Der Gelsenkirchener Hersteller von Betonfertigteilen konnte endlich liefern, weil der für die Betonteile nötige Bewehrungsstahl eingetroffen war. Denn Lieferschwierigkeiten aufgrund globaler Restriktionen haben ganz konkreten Einfluss auf die Errichtung von Fahrbahnen und Bauwerken.

Werdohl - Ähnliches klagt ein Subunternehmer, der für die Enervie mit der Verlegung von Kabeln über behelfsmäßige Strommasten aus Holz beauftragt ist. Es handelt sich dabei um einfache Holzmasten und nicht um besonders hochwertiges Schreinermaterial. Der Unternehmer: „Ein Mast kostet heute doppelt so viel wie früher und hat eine vier Mal so lange Lieferzeit. Es ist total verrückt.“

Nach einer gut dreiwöchigen Pause ist die Bauunternehmung Gebrüder Schmidt seit Mittwoch wieder auf der bis dahin kurzzeitig verwaisten Baustelle tätig. Juniorchef Tom Schmidt freut sich, dass es endlich weitergehen kann. Am Mittwoch wurde Platz geschaffen auf der Ütterlingser Seite der Behelfsbrücke, die im Übrigen schon durch Baufahrzeuge befahren wird.

Die Zufahrt zur Behelfsbrücke von der B 236 aus verläuft in einem Bogen, die Fahrbahn fällt zur Lenne hin steil ab. Dort ist zwischen dem Fundament für das Widerlager der Brücke bis zur späteren Einmündung auf die B236 etwa in Höhe der Altenaer Straße und des Fußwegs nach Ütterlingsen eine Stützmauer zur Lenne hin nötig.

Die Stützmauer wird mit L-Steinen errichtet. Diese Bauteile werden seit Donnerstag nach und nach aus dem Werk in Gelsenkirchen angeliefert. 24 Meter lang wird die Stützmauer, von der Brücke aus Richtung Bundesstraße gesehen werden die einzelnen Elemente immer kleiner. So, wie die Fertigstahlbetonteile geliefert werden, sollen sie auch eingebaut werden. Neben dem Setzen der L-Steine erfolgt auf beiden Seiten der Brücke der eigentliche Straßenbau. Dazu gehört auch der Kanalbau sowie die Entwässerung und Regeneinläufe. Später kommt der Schotter, dann Tragschicht und zum Schluss die Feinschicht. Drei Asphalttage sind eingeplant, diese Baustelle ist jedenfalls sehr genau durchgetaktet.

Dennoch hängt der gesamte Brückenneubau mittlerweile Monate hinter dem ursprünglichen Plan, was aber wohl nicht an Straßen.NRW liegt. Die Freigabe der Ausschreibung für die neue Brücke war für Ende 2021 geplant, die Unterlagen liegen mittlerweile beim Bund.

Die Zufahrten zur Ersatzbrücke werden allerdings definitiv im Juli fertig. Dir Brücke ist dann ohne Ampelschaltung befahrbar. Der Brückenkörper ist zwar eng, aber sogar für entgegenkommende Lkw ausgelegt.

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