Miniaturmodell der Ütterlingser Brücke

Reiner Müller mit dem Modell des Ütterlingser Eisenbahnviadukts.

WERDOHL ▪ Das Eisenbahnviadukt in Ütterlingsen hat es dem passionierten Modellbahner Reiner Müller angetan: Der 66-jährige Werdohler repariert derzeit ein vorhandenes Modell der Brücke. Nach dem Umzug des Stadtmuseums in das sanierte Bahnhofsgebäude soll die Miniatur der Lennebrücke einen Platz in der Dauerausstellung finden. Doch bevor es soweit ist, wartet noch viel Arbeit auf Reiner Müller.

Entstanden ist das Modell vor einiger Zeit in Niederbayern. Der dort lebende Eisenbahnfan Otto Humbach war Anfang 2008 auf eine Aufnahme des Werdohler Bahnhofsgebäudes aufmerksam geworden. Das Bild faszinierte ihn. „Von der zweigleisigen Hauptstrecke mit Ladegleisen und Werksanschluss war der passionierte Eisenbahnfan ganz angetan“, erinnert sich Reiner Müller.

Humbach entschloss sich, eine Serie über die Ruhr-Sieg-Strecke in einer Eisenbahnfachzeitschrift zu veröffentlichen. Auf der Suche nach Bildern aus Werdohl, die in der sogenannten Epoche drei, dem Zeitalter der Dampflok, entstanden sind, wandte er sich an den hiesigen Heimatverein. Der vermittelte schließlich den Kontakt zu Reiner Müller. Der Werdohler recherchierte und besorgte alte Ansichten. Schließlich wollte Humbach das Stellwerk und die Gleisanlagen sowie die Eisenbahnbrücke in Ütterlingsen so nachbauen, wie sie in der Epoche drei aussahen. Mit Bildern der Modelle wollte er dann seine Texte in der Fachzeitschrift bebildern.

Nachdem Humbach genügend Material zusammengetragen hatte, beauftragte er Jens Kaup von der Firma Vampisol damit, Modelle herzustellen. Um seine Serie zu bebildern, benötigte er Miniaturausgaben des Stellwerkes und des Ütterlingser Viaduktes. Nachdem die Fachzeitschrift die Texte gedruckt hatte, blieben der Niederbayer Humbach und der Werdohler Müller in Kontakt. „Durch die gemeinsame Recherche und die zahlreichen Telefonate sind wir zu Freunden geworden“, sagt Müller, der seinen Bekannten auch schon in dessen Heimat besuchte.

Irgendwann hatte Otto Humbach keinen Platz mehr für die Brücke und das dazugehörige Modul. Schließlich war die Serie längst erschienen. „Er hat es mir angeboten“, erinnert sich Müller und fügt hinzu: „Ich wusste aber auch nicht, wohin damit“.

In einer schlaflosen Nacht kam dem 66-jährigen Werdohler dann die zündende Idee: Er bot das Modell dem Heimatverein an. „Dessen Vorsitzender Heiner Burkhardt und Bürgermeister Siegfried Griebsch waren sofort angetan,“ berichtet Müller. Für den Transport des Modells samt dazugehörigem Modul sorgte der Unternehmer Gerd Schlotmann. Auf der Rückfahrt von München nach Werdohl machte er mit seinem leeren Transporter in Niederbayern halt. „Gerd hat das Modul auch bezahlt und dem Heimatverein zur Verfügung gestellt“, sagt Müller.

In einem privaten Zwischenlager entstanden allerdings Schäden an der Miniatur. Bei der Suche nach einem geeigneten Raum, in dem das Modell repariert und wieder in seinen Originalzustand versetzt werden konnte, war Dieter Eckardt behilflich. Er stellte Müller einen Raum in dem Gebäude am Kalkofen zur Verfügung.

Seit dem vergangenen Frühjahr ist Müller nun damit beschäftigt, die Schäden an dem Modell zu beheben. Zudem müssen die Geländer, die Schienen, der Sockel und die Oberleitungsmasten wieder angebracht werden. „Das Modul wird nach Originalbildern wieder hergerichtet, wie es zu Dampflokzeiten ausgesehen hat“, sagt Reiner Müller stolz. ▪ ute

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