Planungen für 2022 laufen

Nach zwei harten Corona-Jahren: Werdohler Schützen wollen endlich wieder feiern

Schützenkönig Volker Brahmsiepen dirigiert noch immer die Werdohler Schützen. Nach zwei coronabedingten Festabsagen soll im Sommer 2022 endlich ein Nachfolger gefunden werden.
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Schützenkönig Volker Brahmsiepen dirigiert noch immer die Werdohler Schützen. Nach zwei coronabedingten Festabsagen soll im Sommer 2022 endlich ein Nachfolger gefunden werden.

„Horrido“, schallt es durch den Saal des Restaurants Vier Jahreszeiten an der Dammstraße. 54 Mitglieder des Werdohler Schützenvereins (WSV) stimmen den Ruf an.

Es ist die erste Zusammenkunft seit Herbst 2019. Die Corona-Pandemie hat den Verein wie viele andere auch lange ausgebremst.

Vorne am Rednerpult steht der Vorsitzende Andreas Schreiber und strahlt. Dann seufzt er für alle über das Mikrofon gut hörbar und sagt schwelgerisch: „Jetzt noch ein Zelt und Musik dabei...“ Mit diesem unvollendet gelassenen Satz spricht er wohl allen Anwesenden aus dem Herzen.

Die Aufbruchstimmung ist beinahe greifbar

Fast zwei Stunden dauert diese späte Frühjahrsversammlung – die Herbstversammlung folgt bereits am 18. November an selber Stelle – und dennoch fühlt es sich für nicht wenige im Saal wie die Rückkehr in alte Zeiten an. Zwar sitzen die Schützen nicht an langen Sitzbankreihen, sondern in Kleingruppen an runden Tischen. Auch tragen sie beim Laufen durch den Raum Mund-Nasen-Schutz. Doch die Aufbruchstimmung ist beinahe mit Händen greifbar.

So teilt Schreiber in seinem Tätigkeitsbericht für die vergangenen zwei Jahre abschließend auch mit, „dass die Planungen für das Schützenfest 2022 bereits auf vollen Touren laufen – und ich glaube fest daran, dass das auch wieder stattfinden kann“. Musikkapellen seien bereits zum Teil gebucht, ebenso die erste Band für die abendliche Unterhaltung. Die Schützen im Saal lächeln glücklich vor sich hin bei diesen Worten.

Schneesturm-Party: Schützen haben „guten Weg eingeschlagen“

Zuvor hatte Oberst Schreiber an die zurückliegenden 24 Monate erinnerte. Da war im Frühjahr 2020 noch die erste Schneesturm-Party mit DJ statt Livemusik im Festsaal Riesei gefeiert worden. Der Vereinsvorsitzende bilanzierte: „Es kamen zwar nicht wesentlich mehr Menschen, aber die, die da waren, blieben länger und der Umsatz passte auch.“ Sein Fazit: „Es war ein guter Weg, den wir eingeschlagen haben. Und es ist einer, der weiter gegangen werden sollte.“

Als Vorsitzender und Oberst der Werdohler Schützen macht (von links) Andreas Schreiber zunächst bis 2025 weiter. Unterstützung erhält er durch seine Vorstandskollegen Andreas Wolf, Christian Hoffmann, Dieter Pries, Rüdiger Jadzewski und Thomas Reiche.

Traurig klang seine Stimme, als er fortfuhr: „Nach der Schneesturm-Party folgten die Absagen Schlag auf Schlag.“ Statt eines Schützenfestes habe der WSV im vorigen Jahr Freibier an 138 seiner Mitglieder ausgegeben – coronakonform auf dem Goetheparkplatz und ohne Verweilen. Im Sommer 2021 seien mit selbiger Aktion 142 Mitglieder erreicht worden.

Schießstand wird renoviert

Sowohl der Schießstand am Vier Jahreszeiten als auch das Bogenschützen-Gelände am Biwak auf dem Kettling würden derzeit renoviert, blickte WSV-Chef Schreiber in die Zukunft. Und als er seinen Überblick zum Schützenfest 2022 gegeben hatte, fügte er flehentlich hinzu: „Bitte, bitte, ich möchte wieder feiern!“

Es folgten die Vorstandswahlen. Die Kandidaten wurden für unterschiedlich lange Amtsperioden gewählt, um nach überstandener Covid-19-Pandemie wieder in den üblichen Rhythmus zu gelangen. Bis 2022 gewählt wurde Christian Hoffmann, der als 2. Schriftführer auf André Schmidt folgt. Bis 2023 bleibt der 2. Geschäftsführer Rüdiger Jadzewski im Amt. Die Amtszeiten vom 1. Geschäftsführer Thomas Reiche und vom 2. Sportleiter Andreas Wolf laufen bis 2024. Wolf folgt damit auf Thomas Baum.

Schon zwei Kandidaten für Schreiber-Nachfolge

Sogar bis 2025 wurde Dieter Pries erneut auf den Posten des 1. Schriftführers gewählt. Selbige Amtszeit hat Andreas Schreiber vor sich, der als Vorsitzender und Oberst im Amt bestätigt wurde. Seine zwei Gegenstimmen kommentierte er mit der Feststellung, „dass ich zwar erst meine 20 Amtsjahre vollmachen möchte, aber ich finde es beruhigend zu wissen, dass es bereits zwei Kandidaten gibt, die danach zur Verfügung stehen“. Aktuell führt Schreiber den WSV seit zwölfeinhalb Jahren.

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