Nach Werdohler Stadtfest Polizisten übel beleidigt

Verbale Ausfälle kommen 22-Jährigen teuer zu stehen

Werdohl - Viel zu tief in diverse Gläser blickte ein 22-jähriger Besucher des Werdohler Stadtfestes im vergangenen Jahr. Weil sein Benehmen danach zu wünschen übrig ließ, musste er jetzt vor Gericht erscheinen.

„2,2 Promille erreicht man nicht als Gelegenheitstrinker“, stellte ein 26-jähriger Polizist fest. Auch am vergangenen Wochenende war er schon wieder im Einsatz gewesen, um bei einem immer größer werdenden Einsatz in Werdohl Randalierer zu bändigen, und hatte dabei Schläge und Tritte einstecken müssen.

Bei der Geschichte vom 4. Juni 2016, die am Dienstag im Amtsgericht Altena verhandelt wurde, hatte der 22-jährige Angeklagte die Beamten immerhin nicht körperlich angegriffen. Aber seine sexuell abwertenden Beleidigungen gegenüber den Ordnungshütern und deren Müttern hatten mit einem einigermaßen zivilisierten Betragen nichts mehr zu tun.

„Fortwährend“ habe der Angeklagte während der Fahrt in den Iserlohner Gewahrsam die gleichen hirnlosen Beleidigungen wiederholt, erinnerte sich der Zeuge. Ungeübte Zecher würden bei mehr als zwei Promille „in der Ecke liegen und ihre Körperfunktionen nicht mehr kontrollieren können“, begründete er seinen Verdacht, dass der Angeklagte ein Alkoholproblem habe.

Der 22-Jährige bestritt hingegen regelmäßigen exzessiven Alkoholkonsum und behauptete, sich an die entscheidenden Vorkommnisse nicht mehr erinnern zu können. Er räumte aber ein, „gut getrunken“ zu haben und schloss nicht aus, dass es zu den ihm vorgeworfenen Beleidigungen gekommen war. „Die Beamten werden sich das nicht aus den Fingern gesaugt haben.“

Dass der 22-Jährige eine achtmonatige Bewährungsstrafe wegen einer gefährlichen Körperverletzung mitbrachte, brachte ihn an den Rand einer vollstreckbaren Gefängnisstrafe. Andererseits hatte er gerade eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und Aussicht auf Weiterbeschäftigung – eigentlich eine schöne Grundlage für ein gelingendes Leben.

Und so beließ es Richter Dirk Reckschmidt bei einer Geldstrafe, die mit 40 Tagessätzen zu je 50 Euro für einen Berufsanfänger allerdings recht happig ausfiel. „Das war ein teurer Abend“, kommentierte der Richter die späte Rechnung und begründete das Urteil: „Das hier überschreitet die Grenze dessen, was ein Polizeibeamter im Dienst mal hinnehmen muss, um ein Vielfaches.

Der Angeklagte war trotz der happigen Rechnung erleichtert: „Ich bin froh, dass ich nicht in den Knast muss.“

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