Teilerfolg für die Naturschützer

Nach Werdohler Ausstieg: Bürgerinitiative will Rosmart 2.0 komplett kippen

Die Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“ hat vor der Corona-Pandemie regelmäßig zu Aktionen vor Ort eingeladen. Jetzt haben die Gegner des interkommunalen Gewerbegebietes einen Teilerfolg errungen.
+
Die Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“ hat vor der Corona-Pandemie regelmäßig zu Aktionen vor Ort eingeladen. Jetzt haben die Gegner des interkommunalen Gewerbegebietes einen Teilerfolg errungen.

„Natürlich freuen wir uns, dass die Werdohler Kommunalpolitik diese weise Entscheidung getroffen hat“, stellt Jörg Kenter fest. Der Sprecher der Initiative „Pro Brunscheider Höhen“ wertet den Ausstieg der Stadt Werdohl aus dem Projekt Rosmart 2.0 allerdings nur als Teilerfolg.

Nachdem der Werdohler Rat am Montagabend – gegen die Stimmen der CDU – beschlossen hat, sich aus den Planungen für das interkommunale Gewerbegebiet zurückzuziehen, müssten nun auch die Entscheidungsträger in Lüdenscheid und Altena umgestimmt werden.

„Schließlich geht es uns nicht nur darum, die Werdohler Flächen zu schützen. Es geht um die gesamte Natur und das Landschaftsbild auf den Brunscheider Höhen“, sagte Kenter. Zudem wären die Werdohler Flächen erst im dritten Bauabschnitt betroffen gewesen. Dennoch hofft Kenter, aus der Entscheidung des Werdohler Rates „Rückenwind gewinnen zu können“. Denn in den Nachbarstädten sei es bisher deutlich schwieriger gewesen, mit den Kommunalpolitikern und der Verwaltung ins Gespräch zu kommen. „Die Werdohler Ratsmitglieder waren von Anfang an bereit, sich mit dem Thema genauer auseinanderzusetzen.“

Kein Interesse an Argumenten der Bürgerinitiative?

Dagegen habe man bei der Bürgerinitiative „Pro Brunscheider Höhen“ im Laufe der Zeit den Eindruck gewonnen, dass das in Lüdenscheid und Altena nicht der Fall sei. „Das gilt auch für die jeweiligen Verwaltungen“, stellte Jörg Kenter fest. Das Interesse an den Argumenten der Bürgerinitiative sei in den Nachbarstädten offenbar nicht vorhanden.

Dabei gebe es in Altena viele Brachflächen, die bereits über die notwendige Infrastruktur verfügten. In Lüdenscheid stünden außerhalb von Rosmart Flächen zur Verfügung, die entwickelt werden könnten. Kenter äußerte die Hoffnung, dass man in den Nachbarstädten über diese Möglichkeiten jetzt vielleicht noch einmal nachdenken werde, wie es Werdohl mit den Flächen in Elverlingsen mache. Denn er könne sich vorstellen, dass die Kosten für die Erschließung der Rosmarter-Flächen für die beiden übrig gebliebenen Projekt-Kommen nach dem Werdohler Ausstieg steigen könnten.

Stadt Altena sieht keine weitreichenden Folgen

Dagegen hatte Altenas Stadtplaner Roland Balkenhol im Vorfeld der Werdohler Ratssitzung erklärt, ein Ausstieg der Nachbarkommune habe keine weitreichenden Folgen. Denn bisher sei ja noch nicht klar, ob das interkommunale Projekt überhaupt umgesetzt werden könne. Vorrangig gehe es zunächst darum, die Kosten für die Erschließung zu ermitteln, damit man wisse, ob Rosmart 2.0 überhaupt finanzierbar sei. Die Ergebnisse einer erweiterten Machbarkeitsstudie und einer intensiveren Artenschutzprüfung lägen darüber hinaus noch nicht vor.

„Wir bedauern den Ausstieg der Stadt Werdohl, werden das Projekt jetzt aber gemeinsam mit der Stadt Altena vorantreiben“, erklärte Marit Schulte, Pressesprecherin der Stadt Lüdenscheid. Zunächst müssten ohnehin die Gutachten abgewartet werden, erst dann könne Rosmart 2.0 erneut politisch thematisiert werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare