Konsequenzen für den MK drohen

Nach Wahl der neuen SPD-Parteispitze: Darum warnt Dagmar Freitag vor GroKo-Ausstieg

+
Siegerjubel: Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken stehen nach der Bekanntgabe des Ergebnisses im Willy-Brandt-Haus auf dem Podium.

Werdohl – Die SPD-Basis hat entschieden: Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans sollen die Bundespartei führen.

Das Ergebnis gefällt nicht allen Sozialdemokraten, denn das neue Führungsduo will den bestehenden Koalitionsvertrag der Großen Koalition (GroKo) neu verhandeln. 

Auch die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag verfolgt diese Entwicklung mit gemischten Gefühlen: „Wir haben jetzt ein Ergebnis, das auf dem Wege einer Mitgliederbefragung zustande gekommen ist. Das gilt es zu akzeptieren, auch wenn ich mir persönlich einen anderen Ausgang und eine höhere Beteiligung gewünscht hätte.“ 

Freitag sieht "sozialdemokratische Handschrift"

Das Duo Esken/Walter-Borjans sei vor allem von denjenigen gewählt worden, die nie das klare Votum der Mitglieder für den Gang in die GroKo und für den vorliegenden Koalitionsvertrag akzeptiert hätten. „Ich aber halte den Koalitionsvertrag nach wie vor für gut, weil er ganz unbestritten eine sozialdemokratische Handschrift trägt“, unterstreicht Dagmar Freitag. Sie erklärt: „Wer jetzt der Sehnsucht nach dem Weg in die Opposition erliegt und aussteigt, gefährdet die Umsetzung zutiefst sozialdemokratischer Projekte wie Grundrente, Kohleausstieg oder Entschuldung von Kommunen.“ 

Dagmar Freitag, SPD-Bundestagsabgeordnete aus dem Märkischen Kreis.

In der Opposition ist nichts zu erreichen

Natürlich könne man Ergänzungen zum Koalitionsvertrag fordern, „die Formulierung im Vertrag gibt das her“, so Freitag. „Nur sollte eigentlich jeder wissen, dass dann natürlich auch der Koalitionspartner erneut seinen Wunschzettel herauszieht und seinerseits Forderungen stellen wird“, stellt die Sozialdemokratin Freitag fest. 

Sollte die GroKo tatsächlich zerbrechen, würde sich auch für die politische Arbeit vor Ort eine ganze Menge verändern, behauptet die Abgeordnete in ihrer definitiv letzten Wahlperiode: „Meine Arbeit im Wahlkreis wird im Moment von den Ereignissen noch nicht berührt. Aber klar ist natürlich: Wenn man in der Opposition hockt, erreicht man für seinen Wahlkreis nichts. Dann sind die Zeiten vorbei, in denen ich Millionen für die unterschiedlichsten Projekte in den Wahlkreis holen konnte.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare