Weite Fahrten

Nach Verlust einer Honorarkraft: Musikschule Lennetal hat Probleme mit Elementarangeboten

Elementaren Musikunterricht wie Musikalische Früherziehung und Musikgarten bietet die Musikschule Lennetal derzeit nur in Plettenberg und Finnentrop an. Für Kinder aus den anderen Städten hat das lange Autofahrten zur Folge.
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Elementaren Musikunterricht wie Musikalische Früherziehung und Musikgarten bietet die Musikschule Lennetal derzeit nur in Plettenberg und Finnentrop an. Für Kinder aus den anderen Städten hat das lange Autofahrten zur Folge.

Musikalische Früherziehung soll die Musikalität von Kindern fördern, zudem soll sie positive Auswirkungen auf ganz verschiedene Entwicklungsbereiche haben. Nicht umsonst gehört sie auch an der Musikschule Lennetal seit Jahren fest zum Angebot.

Lennetal – Derzeit hat die Einrichtung aber Probleme, musikalischen Elementarunterricht anzubieten, was vor allem Familien aus Werdohl und Altena, aber auch aus Neuenrade zu spüren bekommen.

Für die kleine Finja (Name von der Redaktion geändert) aus Altena war die Teilnahme an der Musikalischen Früherziehung bisher problemlos möglich: Für ihre Eltern war die Fahrt zum Gemeindehaus in Evingsen kurz, dauerte gerade einmal zehn Minuten. Neuerdings müsste die Fünfjährige aber nach Plettenberg gefahren werden, um das Angebot der Musikschule wahrnehmen zu können.

Weil aufgrund der Unwetterschäden die B 236 zwischen Altena und Werdohl immer noch und die L 655 (Höhenweg) zwischen Lüdenscheid und Werdohl gerade erst gesperrt ist, müssen Finjas Eltern einen Umweg über Rosmart, durch das Versetal und über Selscheid in Kauf nehmen. Das sind gut 30 Kilometer, eine Fahrt dauert rund 45 Minuten. Ein ziemlich hoher Aufwand für 60 Minuten Unterricht.

Für Eltern aus Werdohl, wo die Musikalische Früherziehung ebenso wie die Musikgarten-Angebote für Babys ab drei Monaten im Hauptgebäude der Musikschule stattfinden, und für Neuenrader, wo die Kinder in der Villa am Wall unterrichtet werden, ist der Weg nach Plettenberg nicht ganz so umständlich. Zusätzlichen Zeitaufwand bedeutet es aber auch für sie, dass die Angebote für ihre Sprösslinge derzeit nicht vor Ort stattfinden können.

Bei der Musikschule ist man sich der Problematik bewusst. Die neue Leiterin Isabelle Pischel versichert, dass das alles kein Dauerzustand sein soll. „Uns ist aber kurzfristig eine Honorarkraft abgesprungen, die diese Elementarangebote in Altena, Werdohl und Neuenrade sichergestellt hat“, erklärt sie. Die Stelle neu zu besetzen, sei nicht ganz leicht. „Solche Kräfte werden ja überall gesucht, wir sind da nicht die Einzigen“, beschreibt die Leiterin die Lage.

Den Ausfall mit eigenen Kräften aufzufangen, sei auch nicht möglich, die seien alle ausgelastet. Anstelle der Musikschüler die Dozenten auf die Reise zu schicken, funktioniere ebenfalls nicht, wie Pischel erläutert: „Das passt zeitlich nicht in den Stellenumfang, das ist alles mit ganz spitzem Stift gerechnet.“

Dass die Musikschule Musikalische Früherziehung und Musikgarten nur in Plettenberg und Finnentrop anbiete, soll aber nach Pischels Worten nur vorrübergehend sein. Das sei keineswegs als Rückzug der interkommunalen Einrichtung aus den anderen Städten zu werten, zumal dort ja die übrigen Angebote weiterliefen.

„Wir suchen fieberhaft nach einer neuen Honorarkraft“, versicherte die Leiterin. Auf ihrer Internetseite hat die Musikschule die Stelle auch ausgeschrieben: Gesucht wird eine Lehrkraft für den Elementarbereich, die wöchentlich acht Stunden unterrichten soll.

Trotz aller Probleme sei die Nachfrage insbesondere bei den Musikgarten-Kursen derzeit groß. „Wir haben drei Babykurse – so viele wie noch nie“, berichtet Pischel. Deshalb habe eine Wiederbesetzung der Stelle für Altena, Werdohl und Neuenrade auch hohe Priorität: „Wir hoffen, dass wir das möglichst schnell wieder hinkriegen“, sagt Isabelle Pischel. Nicht nur Finjas Eltern hoffen mit.

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