Fall landet vor Gericht

Nach Urlaub in Österreich: Mann aus MK zahlt nicht

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Werdohl – In jener fernen Zeit, als man einen Urlaub in Österreich noch unbeschwert genießen konnte, fuhr im Januar 2019 ein damals 19-jähriger Werdohler nach Tux im Zillertaler Land.

„Wir sind dahingefahren mit 1000 Euro Bargeld“, erinnerte sich der junge Mann im Amtsgericht Altena. Das Gastspiel im Gericht hatte sich daraus entwickelt, dass dann einiges schiefgelaufen war. 

Die Tankrechnungen waren teuer, die Autobahnvignette kostete Geld, und so war nach einer Woche vor Begleichung der Rechnung in einem Tuxer Gästehaus das Geld aufgebraucht. Bis heute warten die Österreicher auf die Bezahlung von gut 500 Euro. „Ich hatte schon vor, das zu bezahlen“, versicherte der Angeklagte im Amtsgericht. Das bewahrte ihn vor einer Verurteilung wegen Betruges, denn das Gegenteil konnte ihm niemand nachweisen. 

Nach Taxifahrt: Noch 13 Euro offen

Was blieb, waren zwei weitere Vorwürfe: Im Februar hatte er eine Taxifahrt innerhalb von Werdohl nicht bezahlt – 13 Euro blieben offen. Am schwersten wog die Fahrt mit einem Auto, das dem Angeklagten nicht gehörte. Ohne Führerschein und mit zu viel Alkohol im Blut schnappte er sich den Schlüssel des Eigentümers, fuhr eine Runde, um jemanden nach Hause zu bringen, und legte den Schlüssel zurück. Unterwegs demolierte er das Auto, an dem ein Schaden von mehr als 1200 Euro entstand. 

„Ich weiß nicht, warum“, staunte der Angeklagte über sich selber und sein Verhalten. Und er versicherte, dass er keinen Alkohol mehr trinke und seinen „kriminellen Freundeskreis überarbeitet“ habe. „Das war das einzige und letzte Mal“, dass er so etwas mache, erklärte er. 

Freizeitarrest als Maßnahme

Und so waren ein Betrug, vorsätzliches Fahren ohne Fahrerlaubnis und eine Unfallflucht strafrechtlich zu würdigen. Staatsanwalt und Richter waren sich einig, dass die Taten noch als jugendspezifisch einzuordnen seien. So blieb es bei 60 Sozialstunden und einem Freizeitarrest, der auf ein Wochenende in einer ruhigen Haftanstalt beschränkt ist. „Ohne Handy, nur mit sich, seinen Gedanken und einem guten Buch“, so der Richter.

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