Umstrukturierung im Rathaus

Nach Trennung von Jugendamtsleiterin: So geht es in der Werdohler Verwaltung weiter

Die Aufgabenbereiche von Jugendamt und Sozialamt werden bei der Stadt Werdohl bald wieder getrennt. Die bisherige Verknüpfung hält Bürgermeister Späinghaus aufgrund der Anforderungen an die Verwaltung nicht mehr für vertretbar. Das Foto zeigt ein Büro einer Werdohler ASD-Mitarbeiterin.
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Die Aufgabenbereiche von Jugendamt und Sozialamt werden bei der Stadt Werdohl bald wieder getrennt. Die bisherige Verknüpfung hält Bürgermeister Späinghaus aufgrund der Anforderungen an die Verwaltung nicht mehr für vertretbar. Das Foto zeigt ein Büro einer Werdohler ASD-Mitarbeiterin.

Nachdem sich die Stadt Werdohl und die ehemalige Jugendamtsleiterin Kirsten von der Crone getrennt haben, strukturiert Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) die Verwaltung in den Bereichen Jugend und Soziales um. Beide bislang zusammen geleiteten Ämter und Abteilungen sollen wieder eigenverantwortlich werden.

Werdohl ‒ Diese bisherige Verquickung beider Aufgabenbereiche habe möglicherweise dazu geführt, dass sich auf die Stellenausschreibung für die Jugendamtsleitung keine geeignet erscheinende Bewerbung finden ließ, meint Bürgermeister Späinghaus. Obwohl in der Ausschreibung ganz deutlich steht, dass eine Leitung für ein reines Jugendamt gesucht wird, hätten Bewerbungen den sozialen Aspekt ihrer Qualifikation in den Vordergrund gestellt. So will es der Bürgermeister wahrgenommen haben. „Einige scheinen noch immer zu denken, dass es ein kombiniertes Jugend- und Sozialamt ist“, so Späinghaus auf Nachfrage der Redaktion.

Die Bewerbungsfrist auf die Stelle der Jugendamtsleitung endete am 30. September. Die Stadt hatte mit einer betont offensiv und positiv formulierten Stellenausschreibung gesucht. „Nach erfolgreicher Neustrukturierung des Jugendamtes“ suchte die Stadt zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Leitung des Jugendamtes, die auch „die Weiterentwicklung des Jugendamtes verantwortlich betreiben“ soll.

Die Zusammenlegung der Bereiche Jugend und Soziales war unter Bürgermeisterin Silvia Voßloh (CDU) erfolgt. Noch bevor der für beide Bereiche zuständige Fachbereichsleiter Bodo Schmidt in Pension ging, wurde mit Kirsten von der Crone eine gemeinsame Leiterin für Jugendamt und Sozialamt eingestellt.

Schon bald stellte sich heraus, dass in dieser Position viel zu viel Verantwortung und Arbeit auf einer Person lastete. Sabine Bleckmann aus der Abteilung Jugend und Soziales wurde deshalb administrative Leiterin des Jugendamtes. Späinghaus: „Wenn wir eine neue Jugendamtsleitung gefunden haben, wird Sabine Bleckmann Sozialamtsleiterin.“

Bei den Werdohler Strukturen halte er es für sinnvoll, beide Bereiche voneinander zu trennen. „Mit der bisherigen Zusammenlegung bin ich überhaupt nicht glücklich“, sagte Späinghaus. Mit der zukünftigen Trennung belaste er nicht den Stellenplan, kraft seines Amtes könne er diese organisatorische Umstrukturierung einfach verfügen.

Lange Zeit hatte die Stadt eine Leitung des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) im Jugendamt gesucht, trotz mehrfacher Ausschreibungen konnte die Stelle nicht besetzt werden. Als Teil der Umstrukturierung im Jugendamt präsentierte Späinghaus jetzt eine neue Lösung: Die bisherige ASD-Mitarbeiterin Görkem Kiraz sei als ASD-Teamleiterin eingesetzt.

Görkem Kiraz ist seit 2019 bei der Werdohler Stadtverwaltung im ASD beschäftigt. Späinghaus: „Die Frau ist so tough und so klasse, dass wir sie zur Teamleitung gemacht haben.“ Der ASD sei mittlerweile „wieder gut aufgestellt, die jungen Mitarbeiterinnen dort haben großes Potenzial.“ Von Partnern im Bereich des Jugendamtes habe er erfahren, dass die Veränderungen in Werdohl bereits positiv aufgenommen würden.

Die Stelle der Jugendamtsleitung soll unverzüglich noch einmal ausgeschrieben werden und vielleicht deutlicher formuliert werden, dass es sich um ein reines Jugendamt handele. Die Chancen, qualifiziertes Personal zu finden, seien bei kleinen Kommunen mit einer Haushaltsproblematik wie Werdohl allgemein nicht gut, bestätigte Späinghaus. Der Märkische Kreis oder größere Kommunen könnten auch finanziell bessere Bedingungen für Bewerbungen bieten.

Der Bürgermeister weiß auch, dass die Anforderungen der Inklusion ein zukünftiges Jugendamt noch stärker als bisher personell fordern werden. Kommunale Jugendämter werden bald auch für die Belange behinderter Kinder und Jugendlicher zuständig sein. Auch hier sieht Späinghaus größere Behörden im Vorteil: „Die haben für diesen Bereich größere Etats.“ Der Markt an qualifiziertem Personal sei „so gut wie leergefegt.“

Der Jugendamtsleiter der Stadt Plettenberg stehe dem Werdohler Jugendamt mit 25 Stunden pro Monat beratend zur Seite, sagte Späinghaus auf Nachfrage. Diese Zusammenarbeit mit Michael Schröder könne vielleicht insgesamt ein Jahr dauern. Wie hoch die Rechnung der Stadt Plettenberg für den Einsatz von Schröder in Werdohl ist, konnte Späinghaus auf Nachfrage nicht konkret beziffern. Rein buchhalterisch werde Schröder unter Sachkosten geführt, seine Arbeit belaste den Personalhaushalt der Stadt Werdohl nicht.

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