Das Juli-Unwetter und die Folgen

Nach Treffen mit Merkel und Laschet: Bürgermeister Späinghaus mit gutem Gefühl zurück

In Hagen haben Ministerpräsident Armin Laschet und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern von Kommunen gesprochen. Bürgermeister Andreas Späinghaus hat für Werdohl an dem Treffen teilgenommen.
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In Hagen haben Ministerpräsident Armin Laschet und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern von Kommunen gesprochen. Bürgermeister Andreas Späinghaus hat für Werdohl an dem Treffen teilgenommen.

Mit einem guten Gefühl ist Bürgermeister Andreas Späinghaus (SPD) am Sonntagabend aus Hagen zurückgekehrt, wo er an einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) teilgenommen hatte.

Bei dem Treffen ging es um das Juli-Unwetter und dessen Folgen.

Merkel und Laschet hatten sich am Sonntag ein Bild vom Stand der Aufräum- und Wiederaufbauarbeiten in den Flutgebieten in der Region machen wollen, waren dazu unter anderem nach Schalksmühle gekommen und hatten dort mit Vertretern der Feuerwehren sowie mit Angehörigen von Opfern gesprochen. In der Hagener Stadthalle trafen die beiden Spitzenpolitiker anschließend bei einer Kommunalkonferenz zum Wiederaufbau Bürgermeister und andere Vertreter von Städten, Gemeinden und Landkreisen in NRW, die von der Unwetterkatastrophe betroffen sind.

Anfängliche Skepsis verfliegt schnell

Auch Werdohls Bürgermeister Andreas Späinghaus nahm an dieser Kommunalkonferenz teil und sprach anschließend von einer „hochseriösen Veranstaltung“. Er sei ja mit Skepsis hingefahren, räumte er ein. In der Hochphase des Bundestagswahlkampfes, so befürchtete er, könnten Bundeskanzlerin Merkel und der Unionskandidat Laschet den Besuch für Werbung in eigener Sache nutzen. Seine Skepsis sei aber unbegründet gewesen, betonte er. Beide Besucher hätten „ehrliches Interesse an der Situation in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen“ bekundet, schilderte der Bürgermeister seine Eindrücke von der von NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach moderierten Veranstaltung. „Das hatte überhaupt gar nichts mit Wahlkampf zu tun!“

Bürgermeister Andreas Späinghaus.

Die Teilnehmer hätten die Gelegenheit gehabt, ganz konkrete Fragen zu stellen, berichtete Späinghaus. „Und sie haben auch ganz konkrete Antworten erhalten.“ Sein Eindruck sei gewesen, dass es seitens Merkel und Laschet „ein wirkliches Interesse gab, zu helfen“.

Finanzielle Unterstützung kein Tabuthema

Auch über Geld sei gesprochen worden, berichtete Späinghaus weiter. In dieser Phase des Treffens habe er den Eindruck gewonnen, dass die finanzielle Unterstützung von Opfern des Jahrhundertunwetters keineswegs ein Tabuthema sei. „Wir konnten mitnehmen, dass man sich bei Bund und Land schnell um die Finanzierung der Schadensbeseitigung kümmern und auch Geld zur Verfügung stellen will“, sagte der Bürgermeister. Dabei sei es für die Vertreter der betroffenen Kommunen wichtig gewesen, zu hören, dass es „kein elendig langes Vergabeverfahren geben soll“. Vom Abbau von bürokratischen Hürden bei der Vergabe von Aufträgen sei ebenso die Rede gewesen wie von einer unkomplizierten Auszahlung von Hilfsgeldern. „Alle im Saal haben diese Hilfsangebote wahrgenommen“, war Späinghaus überzeugt, nicht als Einziger den „ehrlichen Willen zu helfen“ wahrgenommen habe.

Was Späinghaus aus Hagen jedoch nicht mitgenommen hat, war eine konkrete Finanzzusage für Werdohl, was vielleicht auch daran gelegen haben könnte, dass er nicht direkt mit Merkel oder Laschet hat reden können. Dennoch wird es in dieser Woche im Werdohler Rathaus noch einmal um die Verteilung von finanziellen Hilfen an die Werdohler Opfer des Unwetters gehen. „Am Mittwoch tagt noch einmal der Spendenrat, um das noch auf dem Spendenkonto verbliebene Geld zu verteilen“, sagte Späinghaus. Rund 60 000 Euro hat das aus Ex-Bürgermeister Manfred Wolf, Pfarrer im Ruhestand Rüdiger Schmale und Ex-Vossloh-Betriebsrat Wolfgang Klein bestehende Gremium bereits auszahlen können. Jetzt sollen laut Späinghaus die letzten Hilfszahlungen beschlossen werden, weil deren Vergabe ja an die Soforthilfe des Landes gekoppelt sei, die wiederum Ende August ausgelaufen sei.

Dank geht nach Stavenhagen

Bis Mittwoch will der Bürgermeister auch einen Überblick haben, wieviel Geld aus der Partnerstadt Stavenhagen gekommen ist. Beim dortigen Bürgermeister Stefan Guzu habe er sich schon telefonisch für die Unterstützung bedankt, berichtete Späinghaus.

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