Auch am Montag noch Einsätze

Nach "Sabine": Das ist die Sturmbilanz für Werdohl, Neuenrade und Balve

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Der Sturm Sabine hatte gestern Teile der Fassade des WK Warenhauses in Werdohl gelöst. Mitarbeiter des Baubetriebshofes sperrten daraufhin den Gefahrenbereich ab.

Werdohl/Neuenrade/Balve – „Wir können wirklich dankbar sein, dass es nicht annähernd so schlimm war, wie befürchtet.“

Dieses Sturm-Fazit von Werdohls Feuerwehrchef Kai Tebrün können sowohl Balves Stadtbrandinspektor Frank Busche als auch Neuenrades Wehrchef Karsten Runte unterschreiben: Die drei Städte sind mit dem viel zitierten blauen Auge davongekommen. Nachwirkungen hatte Sturm Sabine allerdings für die Werdohler, die am Montag nicht wie gewohnt einkaufen konnten. 

Am WK Warenhaus löste der Sturm Teile der Fassaden-Verkleidung. Einige Stücke flogen über den Brüninghaus-Platz, andere blieben lose an der Außenwand hängen. Die Stadt Werdohl sperrte daraufhin zunächst den Durchgang zur Goethestraße, die sogenannte Stadtspange, kurze Zeit später dann den gesamten Brüninghaus-Platz, weil zu befürchten ist, dass umherfliegende Teile Passanten verletzen könnten. 

Stadt sperrt den Platz 

Das hatte Folgen für die dort ansässigen Geschäfte: Das WK schloss den Haupteingang und war nur noch über den Eingang an der Goethestraße erreichbar. Die Fortuna-Apotheke und Quick-Schuh schlossen vorzeitig, ebenso Escos Coiffeur und das Bistro Baroque. Das Blumen-Geschäft Fromm war nur durch den Eingang in der Passage zu erreichen. „Ich habe schon einige Mitarbeiterinnen nach Hause geschickt“, sagte Floristmeister Carsten Fromm angesichts stark rückläufiger Kundenfrequenz. Der Süderländer Volksfreund war nur aus Richtung Altes Dorf zu erreichen. 

Die Verbindungsstraße zwischen Affeln und Plettenberg ist gesperrt. Dort liegen Bäume auf der Fahrbahn, die unter Spannung stehen.

Auch Pendler, die von oder über Affeln nach Plettenberg fahren wollten, bekamen die Auswirkungen des Tiefs zu spüren: Die L 697 ist gesperrt. „Dort sind mehrere Bäume auf die Fahrbahn gestürzt“, berichtete Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW. Diese könnten nur mit schwerem Gerät beseitigt werden. „Sie stehen unter Spannung. Mit der Motorsäge daran zu arbeiten, könnte lebensgefährlich werden“, erklärte Berg. Momentan sei der Fällbagger an anderer Stelle im Einsatz. Sobald die Arbeiten dort beendet seien, werde die L 697 geräumt, kündigte der Sprecher des Landesbetriebs an. 

Keine Personen- und Sachschäden

In Werdohl rückte die Wehr am Sonntag und in der Nacht auf Montag insgesamt sieben Mal aus. Dabei entstanden zum Glück weder Personen- noch Sachschäden. Nur einer dieser Einsätze stand nicht mit umgestürzten Bäumen in Zusammenhang: Die Brandmeldeanlage der Stadtklinik löste kurz vor 3 Uhr nachts aus – zum Glück handelte es sich um einen Fehlalarm: „Das Personal des Krankenhauses hatte Rollstühle mit sehr heißem Wasser gereinigt. Durch den Wasserdampf war der Alarm ausgelöst worden“, sagte Stadtbrandinspektor Kai Tebrün. In allen drei Städten hatten die Wehren nach Absprache mit dem Kreisbrandmeister am Sonntagnachmittag sogenannte Meldeköpfe gebildet. In den Gerätehäusern Werdohl, Neuenrade und Balve wurden die Einsätze für den jeweiligen Bereich eigenständig koordiniert. 

An der Stadionstraße sind gleich mehrere Bäume umgestürzt.

Die Einsatzkräfte standen in großer Zahl in allen Feuerwehrgerätehäusern bereit, um bei Bedarf sofort reagieren zu können. Die Verpflegung organisierten die Frauen der Feuerwehrmänner. 

Nur ein "Stürmchen"

Für Karsten Runte, Stadtbrandinspektor und Leiter der Neuenrader Feuerwehr, war Sabine nur „ein Stürmchen“. „Insgesamt hatten wir neun Einsätze.“ Mal sei hier ein Baum umgefallen, mal dort, mal habe eine Straße gesperrt werden müssen. Doch insgesamt sei der Sturm im Vergleich zu Kyrill harmlos verlaufen. „Aber das weiß man vorher nicht.“ So habe die Neuenrader Wehr im Zweischicht-Betrieb gearbeitet. 40 Feuerwehrleute ab 17 Uhr, in der Nacht nur noch 30 Leute. Schon nach 1 Uhr habe man die Zahl der Einsatzkräfte reduziert, auch weil sich der Sturm weiter beruhigt hätte. 

Balves Wehrleiter Frank Busche berichtete gestern von neun Einsätzen am Sonntag und in der Nacht. Auch in der Hönnestadt kam es vorübergehend zu Straßensperrungen. Busche freute sich, dass es nicht so schlimm gewesen sei wie befürchtet, warnte aber: „Durch den Regen ist der Boden jetzt aufgeweicht. Da fallen schnell noch weitere Bäume um.“ 

Auch am Montag fallen noch Bäume um

Der Balver Wehrleiter sollte Recht behalten: Auch am Montag stürzten im Laufe des Tages in allen drei Städten vereinzelt noch Bäume auf die Fahrbahnen. 

Dadurch kam es immer wieder zu Verkehrsbehinderungen – beispielsweise auf der B 229 zwischen Werdohl und Neuenrade. Erfreuliche Auswirkungen hatte der Sturm übrigens für die Schüler: In Werdohl, Neuenrade und Balve blieben die Schulen gestern durchweg geschlossen.

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