Nach Rücktritt von Kirchhoff-Stewens: "natürlich Werdohl" findet neuen Geschäftsführer

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Rötelmann-Geschäftsführer Ludwig Kirchhoff-Stewens nutzte noch beim Wirtschaftsfrühstück 2017 von Stadtmarketing und SIHK die Gelegenheit, sich und sein Unternehmen lokalen Wirtschaftsführern und Entscheidern vorzustellen. Ende 2018 wandte sich der „bekennende Werdohler“ enttäuscht vom Marketing-Trägerverein „natürlich Werdohl“ ab und trat aus.

Werdohl - Nach dem lautstarken Rücktritt von Ludwig Kirchhoff-Stewens als Geschäftsführer des Vereins „natürlich Werdohl“ hat der Vorstand einen Ersatz für diese Position gefunden. Gewählt werden soll dieser Anfang Februar.

Dabei war es nicht besonders schwer, den Posten neu zu besetzen, denn der Trägerverein des Stadtmarketings tagt ohnehin nur einmal im Jahr. Und selbst das hatte 2018 nicht geklappt, so dass Vorsitzende und Bürgermeisterin Silvia Voßloh die rund 60 Vereinsmitglieder erst für den 4. Februar 2019 zur Jahreshauptversammlung einladen konnte. 

Auf der Tagesordnung steht neben den Wahlen zwar auch ein Geschäftsbericht, doch der fällt in der Regel extrem knapp aus. Der Verein „natürlich Werdohl“ ist seit Jahren ausschließlich als finanzielle Unterstützung der Stadtmarketing-Gesellschaft konzipiert. Die Mitgliederschaft setzt sich vorwiegend aus Einzelhändlern zusammen. 

Jahresbeiträge fließen an das Stadtmarketing

Deren Jahresbeiträge speisen den jährlichen Beitrag von „natürlich Werdohl“ an die Stadtmarketing GmbH – das war es auch schon an Aktivitäten. Der Verein kommt einmal im Jahr zur Jahreshauptversammlung zusammen, meist dauern die nicht länger als eine halbe Stunde. Unterjährige Vorstandssitzungen gibt es nicht. Die meiste Arbeit habe der Schatzmeister mit dem Verbuchen der Beiträge und der einen Auszahlung. 

Vorstandssitzungen von „natürlich Werdohl“ seien auch deshalb nicht nötig, so die Bürgermeisterin, weil fünf der Vorstandsmitglieder gleichzeitig Aufsichtsräte der Marketing-Gesellschaft seien: Mayk Schröder, Mike Kernig, Stefan Ohrmann, Peter Ebener und Silvia Voßloh. 

2018 keine Versammlung

„Das wird auch alles so bleiben“, kündigt Silvia Voßloh im Vorfeld der Hauptversammlung am 3. Februar ab 19 Uhr im Besprechungsraum des Rathauses an. 

Weil es 2018 nicht gelungen war, eine Hauptversammlung einzuberufen, andern sich die Routinen bei den Wahlen. Die Vorsitzende wird für zwei Jahre wiedergewählt, der neue Geschäftsführer wird ebenso für zwei Jahre bestimmt. Stellvertreter Peter Ebener wird ebenso wie Schatzmeister Mike Kernig für ein Jahr wiedergewählt. 

Wahlen stehen an

Die drei Beisitzer Petra Conredel, Klaus Hinse und Stefan Ohrmann sollen für die kommenden zwei Jahre wiedergewählt werden, die Posten der Beisitzer Thomas Schroeder und Mayk Schröder sind nur für ein weiteres Jahr zu besetzen. 

Der Unternehmer Ludwig Kirchhoff-Stewens war als Geschäftsführer von „natürlich Werdohl“ Anfang Dezember vergangenen Jahres aus Verärgerung über die Vorsitzende und die Vereinsarbeit zurückgetreten. „Das hat mich nicht ganz so sehr überrascht“, sagte Silvia Voßloh auf Nachfrage der Redaktion. Kirchhoff-Stewens habe sich schon zur Hauptversammlung 2017 lange von Mike Kernig bereden lassen, das Amt wenigstens noch einmal zu übernehmen. Damals habe Kirchhoff-Stewens erklärt, definitiv ein letztes Mal für dieses Amt zur Verfügung zu stehen. 

Ausschließlich ein Trägerverein

„Überrascht“ sei sie aber von der Nachricht gewesen, dass Ludwig Kirchhoff-Stewens auch aus dem Verein ausgetreten sei. 

Dem Vorstand und auch allen Vereinsmitgliedern müsse klar sein, dass „natürlich Werdohl“ ausschließlich als Trägerverein agiere. Die eigentliche Arbeit mache die Marketing-Gesellschaft mit ihren Mitarbeitern. Die Anteile an der Werdohl Marketing GmbH halten zu je einem Drittel „natürlich Werdohl“, die Stadt Werdohl und Gesellschafter aus der Industrie.

"Das Ding ist längst tot"

Kirchhoff-Stewens war zurückgetreten, weil er als Geschäftsführer „nie vernünftig informiert“ worden sei. Vom Verein erwartet er gar nichts mehr: „Das Ding ist längst tot.“ Immer wieder habe er Vorschläge gemacht, sagte er im Gespräch mit der Redaktion, die niemand weiterverfolgt habe. 

Voßloh ließ behutsam anklingen, dass es ihrer Meinung nach nicht allein damit getan sei, Ideen für die Verbesserung der Stadt zu nennen – besser sei es, sich für die Umsetzung dieser Ideen auch zu engagieren.

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