Hauptverdächtige weiterhin in Haft

Nach Raubüberfall-Serie im MK: Polizei muss wahre Sisyphusarbeit leisten

Der Netto-Markt in Pungelscheid war einer der Orte, an denen die Täter im April zuschlugen. Weitere Taten ereigneten sich unter anderem in Neuenrade und Balve, wo jeweils Getränkemärkte überfallen wurden.
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Der Netto-Markt in Pungelscheid war einer der Orte, an denen die Täter im April zuschlugen. Weitere Taten ereigneten sich unter anderem in Neuenrade und Balve, wo jeweils Getränkemärkte überfallen wurden.

Die Aufklärung einer Serie von Raubüberfällen im Frühjahr auf Getränkemärkte und Netto-Discounter in der Region ist für die Polizei wahre Sisyphusarbeit.

„Wir haben eine umfangreiche Spuren- und Indizienlage, die es nun auszuwerten gilt“, sagte Pressesprecher Marcel Dilling am Montag auf Nachfrage der Redaktion.

Anfang Mai war Zivilfahndern der Polizei nach einem bewaffneten Überfall auf einen Discounter in Arnsberg-Herdringen im Rahmen einer Großfahndung kurz vor der Grenze zum Märkischen Kreis in Hövel ein verdächtiges Auto mit vier Insassen aufgefallen. Auf zwei der Insassen, einen 25-jährigen Werdohler und einen 19 Jahre in Iserlohn lebenden Neuenrader, passte die Beschreibung der Räuber, außerdem fand die Polizei im Wagen einen Teil der Beute und eine Schusswaffe. Welche Rolle die beiden anderen Fahrzeuginsassen, ein 25-jähriger Werdohler und eine 30-jährige Neuenraderin in der ganzen Angelegenheit spielen, war für die Polizei zunächst nicht ersichtlich und ist auch immer noch nicht klar. Sie wurden zunächst festgenommen und vernommen, dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt, weil der Haftrichter keine ausreichenden Gründe für eine Untersuchungshaft sah.

Überfallserie begann in Neuenrade

Die beiden 25 beziehungsweise 19 Jahre alten Hauptverdächtigen befinden sich allerdings auch gut drei Wochen nach ihrer Festnahme noch in Untersuchungshaft. Das teilte Polizeisprecher Dilling auf Nachfrage mit. Die Polizei versuche, ihnen auch die Beteiligung an Raubüberfällen auf Getränkemärkte, Discounter und einen Kiosk in Neuenrade (21. April), Balve (27. April), Lendringsen (22. April), Werdohl (27. April) sowie Herscheid und Meinerzhagen (beide am 3. Mai) nachzuweisen. „Das ist eine große Herausforderung, denn wir haben eine sehr, sehr umfangreiche Spurenlage von allen Tatorten“, berichtete Dilling, dass die Kriminaltechniker eine Vielzahl von möglichen Beweismitteln gesichert hätten.

Den beiden mutmaßlichen Haupttätern den Überfall auf den Discounter in Herdringen nachzuweisen, dürfte aufgrund der im Fahrzeug sichergestellten Beweismittel wohl relativ leicht werden. Was die anderen sechs Überfälle angeht, sei die Polizei aber auch optimistisch, der Staatsanwaltschaft die für eine Anklage erforderlichen Beweise vorlegen zu können, sagte Dilling. Ziel sei es, alle Fälle in einem Sammelverfahren zu behandeln.

Mehrjährige Haftstrafe droht

Den Haupttätern droht nach Einschätzung des Polizeisprechers eine mindestens fünfjährige Haftstrafe wegen schweren Raubes. Aber auch gegen die beiden anderen Verdächtigen werde noch weiter ermittelt.

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